Eindeutige Empfehlung des Ortschaftsrats

Ludwig Schütze wird Unterharmersbachs neuer Ortsvorsteher

Autor: 
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. September 2019

Zell Bürgermeister Günter Pfundstein (von links) mit Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner, dessen designiertem Nachfolger Ludwig Schütze sowie seinen Stellvertretern Jürgen Isenmann und Ewald Glatz. ©Dietmar Ruh

Ludwig Schütze (SPD) soll nach Willen des Ortschaftsrats der neue Ortsvorsteher von Unterharmersbach werden. Das Gremium wählte den 63-Jährigen, der Gemeinderat Zell muss dieses Votum am 16. September noch bestätigen. Schütze wird damit Nachfolger von Hans-Peter Wagner, der rund 30 Jahre Ortsvorsteher war.

Die Kommunalwahl im Mai dieses Jahres hatte für den Ortschaftsrat Unterharmersbach einige Veränderungen mit sich gebracht: Sieben neue Ortschaftsräte sitzen im Gremium, der langjährige Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner (CDU) war nicht mehr zur Wahl angetreten. Die CDU ging aus der Kommunalwahl mit fünf Sitzen als stärkste Fraktion hervor. In der Regel hätte sie damit auch das Vorschlagsrecht für den Ortsvorsteher. 

Jürgen Isenmann (CDU) erläuterte in der Caféteria der Schwarzwaldhalle vor der Wahl des Ortsvorstehers die Abläufe im Gremium, die letztlich zur Nominierung von Ludwig Schütze (SPD) für diesen Posten geführt hatten. Isenmann sprach offen über das Procedere. So habe das neugewählte Gremium in einem nichtöffentlichen Gesprächsabend darüber diskutiert, wer Ortsvorsteher werden könne. Er selbst und sein CDU-Kollege Gottfried Lehmann (beide mit den meister Stimmen bei der Kommunalwahl) hätten das Amt aus beruflichen Gründen nicht machen können. Aus den sehr offen geführten Gesprächen sei dann eindeutig Ludwig Schütze hervorgegangen. 

Kurz danach kam die Sommerpause des Gemeinderats, so dass der Ortschaftsrat die Entscheidung nun erst im September präsentieren konnte. »Uns war nicht die schnellste Lösung wichtig, wir wollten eine gute Lösung«, fasste Isenmann zusammen.
Auch Ewald Glatz (FW) bekräftigte, dass der Ortschaftsrat hinter dem Vorschlag Schütze stehe, »Wir wollen einen starken Ortsvorsteher, der das Vertrauen aus dem Gremium hat«, so Glatz.

»Große Fußstapfen«

Ludwig Schütze selbst räumte ein, dass es keine leichte Entscheidung für ihn war, fürs Amt des Ortsvorstehers zu kandidieren. »Es sind große Fußstapfen und es ist eine große Verantwortung«, meinte er.  Solch eine Entscheidung müsse mit der Familie abgesprochen sein. Schütze sagte aber auch, dass er sich geehrt gefühlt habe, als er gefragt wurde. Und er betonte augenzwinkernd, dass er schon aus Altersgründen das Amt sicher keine 30 Jahre ausüben könne, wie es sein Vorgänger gemacht habe. 

- Anzeige -

Die geheime Wahl bestätigte die Einigkeit in der Vorbereitung: Der Ortschaftsrat sprach sich mit neun Stimmen und einer Enthaltung für Ludwig Schütze aus, wobei die Enthaltung vom Gewählten selbst gekommen sein dürfte. Einstimmig fiel die Wahl der Stellvertreter des Ortsvorsteher aus: Jürgen Isenmann wurde als Erster, Ewald Glatz als Zweiter Stellvertreter gewählt.

»Sehr guter Nachfolger«

Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner, der am Dienstag seine letzte Sitzung leitete, freute sich über das Ergebnis der Wahl: »Ich denke, ich bekomme einen sehr guten Nachfolger. Und ich bin froh, dass Ludwig Schütze es macht«, betonte er.  Und auch Zells Bürgermeister Günter Pfundstein wertete die Entscheidung als »klare Em­pfehlung für den Gemeinderat«.

Ludwig Schütze selbst sah es in einer ersten Reaktion als wichtig an, dass Ortsvorsteher und Ortschaftsrat sich als Team sehen. »Wir machen hier keine Parteipolitik«, wertete Schütze die Tatsache, dass seine zwei Stellvertreter aus anderen Fraktionen kommen. Der designierte Ortsvorsteher kündigte künftig bei wichtigen Entscheidungen mehr Transparenz an. »Aufgaben gibt es für den neuen Ortschaftsrat genug; wir haben nun eine neue L 94, jetzt gibt es viele neue Plätze zu gestalten. Wir brauchen viel Grün im Ort und neuen Wohnraum. »Ich freue mich über die Wahl und möchte das Vertrauen in mich zurückgeben«, so Schütze. 

Mit Blick auf Hans-Peter Wagner kündigte Schütze an, dass man den langgedienten Ortsvorsteher »nicht einfach so" gehen lasse. Am 18 Oktober ist eine Würdigung für Wagner geplant.

Zur Person

Ludwig Schütze

Der gebürtige Unterharmersbacher Ludwig Schütze ist 63 Jahre alt. Er ist verheiratet, die Familie hat drei Kinder. Schütze ist Studiendirektor und ist als Lehrer an den Kaufmännischen Schulen Hausach tätig. Er ist Übungsleiter beim TV Unterharmersbach und Mitglied in mehreren Vereinen. Der Kommunalpolitiker sitzt seit 1989 für die SPD im Gemeinderat Zell und im Ortschaftsrat Unterharmersbach.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 6 Stunden
Knapp 1000 Schüler vor Ort
Zum zwölften Mal hat die Sportveranstaltung »Badenova bewegt« im Bürgerpark stattgefunden. Knapp 1000 Schüler durften am Freitag an 20 Stationen verschiedene Sportarten ausüben. Besonders beliebt war Bubble-Soccer.
vor 12 Stunden
Weitere Bäume gepflanzt
Drei Naschbäume stehen seit Anfang April in der Waldbachsenke. Im November werden zehn weitere gepflanzt, die auch schon Paten haben. Die Initiatoren Thomas Bauknecht und Gerhard Schröder haben aber noch weit mehr Ideen, wie man das Angebot an Bürgerobst ausbauen kann. Interessenten sind zu einer...
vor 14 Stunden
Nutzung ab Oktober
Die Arbeiten an der Steinberghalle in Durbach gehen in die Endphase. Der Gemeinderat hat am Donnerstag die  Benutzungsordung und Gebühren für die Hallennutzung festgelegt. Ab Oktober kann die neue Arena von den Schulen und Vereinen wieder genutzt werden. 
vor 14 Stunden
Paul-Gerhardt-Kirche
Anknüpfend an die Saxofonmatinee mit dem Bron-Quartett hat am vergangenen Sonntag die Offenburger Saxofonistin Esther Brüstle als Solistin und Sängerin in der Paul-Gerhardt-Kirche ihr Können gezeigt. Die Lehramtsanwärterin aus Detmold blickt mit ihren 23 Jahren schon auf eine beachtliche Zahl von...
vor 14 Stunden
Offenburg
Was lange währt, wird endlich gut: Das denken sich alle Befürworter von freiem W-Lan in der Offenburger Innenstadt.
vor 14 Stunden
Neue Beschilderung in drei Straßen
In den Gengenbacher Durchgangsstraßen Nollenstraße, Parkweg und Ludwig-Auerbach-Straße ist das Parken ab sofort nur noch innerhalb gekennzeichneter Flächen erlaubt. Die Stadt möchte dadurch Verkehrsbehinderungen durch wildes Parken abstellen.
vor 14 Stunden
Ergebnisse präsentiert
In neun Kindertagesstätten, Grundschulen und Horten haben sich Erzieherinnen und Erzieher sowie die Kinder mit der Landesgartenschaubewerbung der Stadt Offenburg beschäftigt. Bei Besuchen in den Einrichtungen präsentierten die Kinder den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung ihre Ergebnisse.
vor 14 Stunden
Abschied nach 19 Jahren als Geschäftsführer bei Knauer Biberach
Am Donnerstagnachmittag ruhte die Arbeit in der Biberacher Firma Karl Knauer KG. Die Gesellschafter und Mitarbeiter verabschiedeten ihren langjährigen Geschäftsführer Joachim Würz in einer berührenden Feierstunde. Würz war 19 Jahre für Knauer tätig.
vor 22 Stunden
Der Schutterwälder an sich
Früher war Tanzknöpfle - jedenfalls war es leichter, es zum Tanzen zu bringen.
vor 22 Stunden
Unterwegs im Ried
Die Damen vom DHB Netzwerk Haushalt Altenheim waren im Ried unterwegs – um Informationen und Eindrücke zu sammeln.
vor 23 Stunden
In Hohberg
Die Errichtung des Feuerwehrhauses für die Abteilung West zwischen Niederschopfheim und Hofweier liegt im Zeitplan. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert.
vor 23 Stunden
Schutterwald/Hohberg/Neuried
Die Seelsorgeeinheit Schutterwald-Hohberg-Neuried hat Verstärkung bekommen: Verena Sester wird morgen, Sonntag, als neue Pastoralreferentin ins Amt eingeführt. Wir sprachen mit ihr über Gott, die Kirche, die Seelsorgeeinheit und die Ökumene.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 10.09.2019
    Feiern in Dirndl und Lederhose
    Fürs Oktoberfest nach München fahren? Das muss nicht sein! Denn die »Wunderbar« in Neuried-Altenheim holt das Event am 2. und 5. Oktober stilecht in die Ortenau – im beheizten Zelt mit Maßbier, Haxn und Live-Band.
  • 06.09.2019
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. 
  • Auch eine neue Brennerei wird am 14. September eingeweiht und vorgestellt.
    30.08.2019
    Am 14. und 15. September
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. Dafür öffnet Inhaber Markus Wurth ein Wochenende lang seine Tore und bietet außerdem exklusive Editionen seiner Kreationen an. 
  • 28.08.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.