Eindeutige Empfehlung des Ortschaftsrats

Ludwig Schütze wird Unterharmersbachs neuer Ortsvorsteher

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11. September 2019

Zell Bürgermeister Günter Pfundstein (von links) mit Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner, dessen designiertem Nachfolger Ludwig Schütze sowie seinen Stellvertretern Jürgen Isenmann und Ewald Glatz. ©Dietmar Ruh

Ludwig Schütze (SPD) soll nach Willen des Ortschaftsrats der neue Ortsvorsteher von Unterharmersbach werden. Das Gremium wählte den 63-Jährigen, der Gemeinderat Zell muss dieses Votum am 16. September noch bestätigen. Schütze wird damit Nachfolger von Hans-Peter Wagner, der rund 30 Jahre Ortsvorsteher war.

Die Kommunalwahl im Mai dieses Jahres hatte für den Ortschaftsrat Unterharmersbach einige Veränderungen mit sich gebracht: Sieben neue Ortschaftsräte sitzen im Gremium, der langjährige Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner (CDU) war nicht mehr zur Wahl angetreten. Die CDU ging aus der Kommunalwahl mit fünf Sitzen als stärkste Fraktion hervor. In der Regel hätte sie damit auch das Vorschlagsrecht für den Ortsvorsteher. 

Jürgen Isenmann (CDU) erläuterte in der Caféteria der Schwarzwaldhalle vor der Wahl des Ortsvorstehers die Abläufe im Gremium, die letztlich zur Nominierung von Ludwig Schütze (SPD) für diesen Posten geführt hatten. Isenmann sprach offen über das Procedere. So habe das neugewählte Gremium in einem nichtöffentlichen Gesprächsabend darüber diskutiert, wer Ortsvorsteher werden könne. Er selbst und sein CDU-Kollege Gottfried Lehmann (beide mit den meister Stimmen bei der Kommunalwahl) hätten das Amt aus beruflichen Gründen nicht machen können. Aus den sehr offen geführten Gesprächen sei dann eindeutig Ludwig Schütze hervorgegangen. 

Kurz danach kam die Sommerpause des Gemeinderats, so dass der Ortschaftsrat die Entscheidung nun erst im September präsentieren konnte. »Uns war nicht die schnellste Lösung wichtig, wir wollten eine gute Lösung«, fasste Isenmann zusammen.
Auch Ewald Glatz (FW) bekräftigte, dass der Ortschaftsrat hinter dem Vorschlag Schütze stehe, »Wir wollen einen starken Ortsvorsteher, der das Vertrauen aus dem Gremium hat«, so Glatz.

»Große Fußstapfen«

Ludwig Schütze selbst räumte ein, dass es keine leichte Entscheidung für ihn war, fürs Amt des Ortsvorstehers zu kandidieren. »Es sind große Fußstapfen und es ist eine große Verantwortung«, meinte er.  Solch eine Entscheidung müsse mit der Familie abgesprochen sein. Schütze sagte aber auch, dass er sich geehrt gefühlt habe, als er gefragt wurde. Und er betonte augenzwinkernd, dass er schon aus Altersgründen das Amt sicher keine 30 Jahre ausüben könne, wie es sein Vorgänger gemacht habe. 

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Die geheime Wahl bestätigte die Einigkeit in der Vorbereitung: Der Ortschaftsrat sprach sich mit neun Stimmen und einer Enthaltung für Ludwig Schütze aus, wobei die Enthaltung vom Gewählten selbst gekommen sein dürfte. Einstimmig fiel die Wahl der Stellvertreter des Ortsvorsteher aus: Jürgen Isenmann wurde als Erster, Ewald Glatz als Zweiter Stellvertreter gewählt.

»Sehr guter Nachfolger«

Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner, der am Dienstag seine letzte Sitzung leitete, freute sich über das Ergebnis der Wahl: »Ich denke, ich bekomme einen sehr guten Nachfolger. Und ich bin froh, dass Ludwig Schütze es macht«, betonte er.  Und auch Zells Bürgermeister Günter Pfundstein wertete die Entscheidung als »klare Em­pfehlung für den Gemeinderat«.

Ludwig Schütze selbst sah es in einer ersten Reaktion als wichtig an, dass Ortsvorsteher und Ortschaftsrat sich als Team sehen. »Wir machen hier keine Parteipolitik«, wertete Schütze die Tatsache, dass seine zwei Stellvertreter aus anderen Fraktionen kommen. Der designierte Ortsvorsteher kündigte künftig bei wichtigen Entscheidungen mehr Transparenz an. »Aufgaben gibt es für den neuen Ortschaftsrat genug; wir haben nun eine neue L 94, jetzt gibt es viele neue Plätze zu gestalten. Wir brauchen viel Grün im Ort und neuen Wohnraum. »Ich freue mich über die Wahl und möchte das Vertrauen in mich zurückgeben«, so Schütze. 

Mit Blick auf Hans-Peter Wagner kündigte Schütze an, dass man den langgedienten Ortsvorsteher »nicht einfach so" gehen lasse. Am 18 Oktober ist eine Würdigung für Wagner geplant.

Zur Person

Ludwig Schütze

Der gebürtige Unterharmersbacher Ludwig Schütze ist 63 Jahre alt. Er ist verheiratet, die Familie hat drei Kinder. Schütze ist Studiendirektor und ist als Lehrer an den Kaufmännischen Schulen Hausach tätig. Er ist Übungsleiter beim TV Unterharmersbach und Mitglied in mehreren Vereinen. Der Kommunalpolitiker sitzt seit 1989 für die SPD im Gemeinderat Zell und im Ortschaftsrat Unterharmersbach.

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