Gemeinsam für eine offene Kirche

Maria 2.0 in Niederschopfheim

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21. Mai 2019

In der Alten Schule von Niederschopfheim gab es eine Protest-Feier von Frauen und Männern gegen den Ausschluss von Frauen von Weiheämtern in der katholischen Kirche. ©Klaus Krüger

Maria 2.0 ist auch in Niederschopfheim angekommen: Engagierte Katholikinnen organisierten – parallel zum Abendgottesdienst – eine Protestfeier in der Alten Schule. Sie fordern, endlich auch in der katholischen Kirche zu Weiheämtern zugelassen zu werden.

Das Wetter ist nicht einladend an diesem Samstagabend: Deshalb ziehen die katholischen Frauen Plan B. – und feiern ihren Protest in der Alten Schule. Eigentlich hätten sie im Zuge der Aktion Maria 2.0, angestoßen von Frauen in Münster, gerne auf dem benachbarten Kirchplatz Präsenz gezeigt. 

Ohne mich

Augenfälliger hätte ihr Protest am Samstag dann kaum sein können: Hier die Besucherinnen und Besucher des Vorabendgottesdienstes in St. Britta, auf dem Kirchplatz die Frauen, die sagen: »Ohne mich! Es reicht! Über 2000 Jahre Bevormundung sind genug.«

Das klappt wegen des Wetters nicht, so verteilen die Frauen wenigstens ihre Flyer an die Kirchenbesucher; und feiern anschließend in der Alten Schule. Etwa 50 Menschen sind gekommen, Frauen wie Männer, viele im erwünschten roten Oberteil. 

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Schnell wird in der Feier deutlich: Die Frauen wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass es »einmal anders wird in unserer Kirche.« Die Stimmung ist geladen von ein wenig Trotz, aber vor allem Hoffnung und Vertrauen darauf, dass Gott an ihrer Seite steht. Es gibt Kirchenlieder, gemeinsam gesungen und an der Gitarre begleitet von Inge von Haas, einen Text einer 16-jährigen jungen Frau, die ihre Hoffnung ausdrückt, in der katholischen Kirche endlich auch so wertgeschätzt zu werden wie in der Gesellschaft. Jesus jedenfalls habe Frauen nicht ausgegrenzt. Das Pflichtzölibat müsse fallen, Frauen sollten Zugang zu allen Weiheämtern der Kirche haben. Ein Kirchenaustritt sei keine Alternative, aber der Wille nach Veränderung unbändig stark.

Gemeinsam handeln

Das gemeinsame Handeln der Frauen und der Männer in dieser Sache macht Mut – das ist zu spüren. Gertrud Wangler und Regina Brämer sagen im Gespräch mit unserer Zeitung: »Wir sehen, dass die traditionelle Rollenverteilung, wie die katholische Kirche sie vertritt, sich in der Gesellschaft längst weiterentwickelt hat und dass Teilhabe und Mitbestimmung von Frauen für beide Geschlechter selbstverständlicher geworden ist.« Die Veränderung und die Weiterentwicklung der innerkirchlichen Strukturen sei nicht nur eine Sache der Frauen. Deshalb sei die Unterstützung durch die Männer logisch und gut. Und: »Die Rückmeldungen machen uns Hoffnung, wir planen deshalb auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wie das konkret aussieht, ist noch offen.«

Auf jeden Fall plant die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) vom 23. bis 29. September eine Aktionswoche zum Thema »Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche«. Die Niederschopfheimer Frauen können sich gut vorstellen, hier  dabei zu sein.

Engagierte Frauen aus der Diözese Münster haben das Projekt Maria 2.0. ins Leben gerufen. Infos: www.mariazweipunktnull.de

Hintergrund

Das wollen die Frauen

Die Aktion organisierten Gertrud Wangler, Ulla Schilli, Ingrid Vogt und Regina Brämer. In ihrer Gruppe sind Niederschopfheimer Frauen, die sich in der katholischen Kirche stark engagieren, wie sie sagen. 
Die Frauen beabsichtigen mit der Aktion, draußen zu stehen und so symbolisch zu zeigen, welchen Platz sie in der männlich-klerikalen Kirche durch den Ausschluss von Leitungsämtern haben. 
Sie wollen auch in Niederschopfheim ein Zeichen setzen und ihren Glauben und ihre Hoffnung während der Vorabendmesse auf dem Kirchplatz (oder in der alten Schule neben der Kirche) feiern.
Sie wurden dabei, wie sie sagen, von Pfarrer Emerich Sumser und dem Pfarrbüro unterstützt.

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