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Martin Schott feiert heute in Altenheim den 95. Geburtstag

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11. September 2018

Martin Schott hat Freude am Leben. ©Janine Ak

Auf 95 Jahre seines Lebens kann Martin Schott ab heute zurückblicken: Der in Neustadt im Schwarzwald Geborene lebte lange Zeit in Freiburg, bis er gemeinsam mit seiner Frau im Jahr 2008 zu Tochter Sabine nach Altenheim übersiedelte.

Wenn Martin Schott aus seiner Jugend erzählt, dann hört sich das an wie aus einem Film. Am 11. September 1923 wurde er in Neustadt im Schwarzwald geboren. Sein Vater lehrte als Professor an der Werkschule in Konstanz, wo Martin mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester in der gemieteten Villa Douglas aufwuchs.

»Der Vater sprach mit der Mutter französisch«, erinnert er sich. Im ersten Weltkrieg war sein Vater als Offizier in Antwerpen stationiert gewesen und hatte sich dort in die Tochter eines Diamantenhändlers verliebt. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion »entführte« er sie schließlich nach Deutschland. Die belgische Verwandtschaft sei allerdings zeitlebens »sauer« gewesen – Beziehungen zu Deutschen waren ja streng verpönt.

Glückliche Kindheit

»Ich habe eine schöne Kindheit und Jugendzeit in Konstanz gehabt«, erinnert sich Schott. Diese fand jedoch ein jähes Ende durch gleich drei Schicksalsschläge: Zuerst starb der Vater mit nur 50 Jahren an einem Herzinfarkt, drei Jahre später die Mutter an einer Lungenentzündung. Martin war da erst 13 Jahre jung. Wenig später fiel der ältere Bruder Gerhard in Russland. Zurück blieben Martin und seine erst zehnjährige Schwester Gisela, die von einer Pflegefamilie aufgenommen wurde.

Er selbst kam in einem Lehrlingsheim in Freiburg unter und ging weiter zur Schule, bis auch er mit 17 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Stationen in Lourdes und Catania auf Sizilien gerieten er und seine Kameraden bei Rückzugsgefechten in den Dolomiten in die Hände von Partisanen, die sie an die Amerikaner übergaben. Die waren mittlerweile in Palermo gelandet.

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Zerbombtes Freiburg

Zurück aus der Kriegsgefangenschaft, war seine erste Anlaufstelle seine Schwester Gisela in der Pflegefamilie. »Ich habe ein Fahrrad gestohlen und bin damit durch das zerbombte Freiburg gefahren«, erinnert er sich.

Halt und ein glückliches Familienleben fand er schließlich in der Ehe mit seiner Frau Erna, mit der er vergangene Woche die eiserne Hochzeit gefeiert hat (wir berichteten). Bei der aufstrebenden Firma Miele baute er das Ersatzteillager auf und blieb dort als kaufmännischer Angestellter bis zum Ruhestand.

Erst vor zehn Jahren übersiedelte das Paar zu Tochter Sabine Knäble nach Neuried-Altenheim. Hier genießen die beiden die Ruhe, ländliche Umgebung und gute Nachbarschaft und haben Freude an den beiden Enkeln. Ein ganzes Zimmer ihrer Wohnung füllen Martin Schotts 250 Briefmarken-Alben. »Die blaue Mauritius habe ich nicht«, lacht er, aber zumindest alle deutschen Marken.

Trotz seines hohen Alters hat Martin Schott die Lust am Leben nicht verloren: »Ich würde sofort meine Koffer packen und auf Weltreise gehen.« Weil das nicht so einfach ist, liest er jeden Tag das Offenburger Tageblatt »von vorne bis hinten«.

»Ich bin ein zufriedener Mensch und möchte 100 Jahre alt werden«, sagt er. Mit dieser Einstellung klappt das ganz bestimmt.

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