Offenburg

Max-Köhler-Förderpreis an Bläserklasse übergeben

Daniel Wunsch
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
27. Oktober 2016

Freuen sich über den »Max-Köhler-Förderpreis« (von links): Volker Piltz (ehemaliger Kiwani-Präsident), Sönke Weidt (Kiwanis-Präsident), Barbara Frei (Leiterin Bläserklasse der Georg-Monsch-Schule), Susanne Eckes (Tochter von Max Köhler), Erika Hansen-Lorenzen (Ehefrau von Max Köhler) und Patricia Schmid (Vorsitzende des Georg-Monsch-Fördervereins). ©Ulrich Marx

Nicht »pompös« hat sich die Ehefrau des verstorbenen Malers Max Köhler die erste Vergabe eines von ihr kreierten Förderpreises gewünscht. Dieser wurde nun am Mittwoch an die Bläserklasse der Georg-Monsch-Schule übergeben. 
 

»Kindern ein wenig dabei helfen, an Kunst und Musik teilzuhaben.« Genau dieses Ziel möchte Erika Hansen-Lorenzen mit dem »Max-Köhler-Förderpreis für Kunst und Musik« erreichen.Bei der feierlichen Vergabe­ am Mittwoch erklärte die Ehefrau des im Juli 2015 mit 72 Jahren verstorbenen Malers Max Köhler die Hintergründe­ zur Idee des erstmalig gestifteten Förderpreises: Nachdem sie sich nach seinem Tod einmal mehr intensiv mit der Biografie ihres Mannes befasst hatte, sei ihr sehr deutlich aufgefallen, wie wichtig ihm die Kunst – aber auch die Musik – immer waren. Und niemand habe sich besser vorstellen können als er, wie schwierig es sein könne, wenn man eine Mal-Akademie besuchen möchte und das Geld der Familie nicht reiche.

Überzeugter Pazifist

Zudem sei Max Köhler ein überzeugter Pazifist gewesen, erinnerte Hansen-Lorenzen – aber: »Er hat sich seinerzeit bei der Bundeswehr auf Zeit verpflichtet, weil es zum Ende der Dienstzeit ein paar tausend Mark gab, mit denen er dann sein Studium der Malerei in Mannheim fortsetzen konnte.«

Deshalb hat seine Familie­ jetzt auch diesen Förderpreis gestiftet: Um Kindern aus benachteiligten Familien, Schulklassen oder Einrichtungen­ ein wenig zu helfen.  »Wie könnten wir schöner an ihn erinnern, als mit etwas Sinnvollem? Etwas, das in Zusammenhang mit Musik und Kunst steht und das benachteiligten Kindern die Kultur näherbringt?« Der mit 1000 Euro dotierte »Max-Köhler-Förderpreis« wird künftig jährlich vergeben, mit offenem Ende, ergänzte die jüngste Tochter des Malers, Susanne Eckes. Im Folgejahr solle dann die Malerei stärker in den Fokus gestellt werden, immer im Wechsel mit der Musik.

Kiwanis-Club unterstützt

- Anzeige -

Die Vergabe liegt in den Händen des Kiwanis-Clubs Offenburg, freute sich Hansen-Lorenzen: »Das nimmt uns viel Arbeit ab.« Stellvertretend für die weltweit tätige Service-Organisation Kiwanis, die sich für das Wohl der Gemeinschaft einsetzt, insbesondere für die Kinder, waren Präsident Sönke Weidt, Hugo Brinkkötter, Volker Piltz und Ideengeber Bernhard Conrad vom Kiwanis-Club-Offenburg anwesend. Dieser wurde im Jahr 2000 gegründet und hat rund 30 Mitglieder. Er unterstützt in und um Offenburg herum Projekte, hauptsächlich den Kinder- und Jugendhospiz und das Sprachförderungsprojekt »Singen-Bewegen-Sprechen« der Georg-Monsch-Grundschule.

An diese Schule geht nun auch der erste »Max-Köhler-Förderpreis«: Gefördert wird deren Grundschul-Bläserklasse. Dieses Projekt, das sich vorrangig an Dritt- und Viertklässler richtet und in Kooperation mit der Stadtkapelle Offenburg läuft, soll möglichst vielen Kindern einen Zugang in die Welt der Musik zu einem erschwinglichen Preis bieten, berichteten Barbara Frei, Leiterin der Bläserklasse, und die Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Patricia Schmid. 

Kreativität wird angeregt

Über das Erlernen eines Blasinstruments hinaus musizieren die Kinder dort von Anfang an in einer Orchesterstunde und werden an öffentliche Auftritte herangeführt. Das gemeinsame Musizieren steigere die Intelligenz, fördere die soziale Kompetenz sowie die Konzentrationsfähigkeit und rege die Kreativität an. Dazu habe die Schule eine kindgerechte Ausstattung an Instrumenten benötigt, die jetzt mit dem Preis angeschafft werden können, freuen sich die beiden Lehrerinnen auf die Unterstützung.

www.kiwanis-offenburg.de

Zur Person

Der erste moderne Heimatmaler in der Ortenau

Max Köhler wurde 1942 in Pilsen im damaligen Sudetengau geboren. 1945 als Deutsche aus der wieder installierten Tschechei ausgewiesen, siedelte die Familie 1954 nach Kehl am Rhein um. Köhler machte eine Ausbildung zum Fotografen und studierte Malerei an der Freien Akademie in Mannheim. 
Von 1963 bis 1967 lebte er als freier Maler in Berlin. Es folgte eine Zeit als Fotoreporter und Textredakteur bei verschiedenen Tageszeitungen in Süddeutschland, wie dem Offenburger Tageblatt, der Stuttgarter Zeitung, dem Badischen Tagblatt, und als Redaktionsleiter beim Schwarzwälder Boten, unterbrochen von mehrmonatigen Mal- und Studienaufenthalten in verschiedenen Gegenden Deutschlands und Frankreichs. Ab 1988 lebte und arbeitete Köhler wieder als freischaffender Maler. Sein Atelier befand sich in Schutterwald. Max Köhler hatte zwei Brüder, einer davon war der Nobelpreisträger Georges J. F. Köhler.
Mitte der 1980er-Jahre war Köhler der erste moderne Heimatmaler in der Ortenau. Er malte bewusst provokativ althergebrachte Motive wie Bollenhutmädchen und Schwarzwaldhäuser. Aber anders als bis dahin üblich schuf er diese Motive in einer frischen, farbenfrohen Handschrift. Er riss sozusagen den üblichen naturalistischen Stil dieser Klischees ein und malte sie in einer modernen Bildersprache, die der Pop-Art verwandt ist. Es schien, als ob dem Publikum die bis dahin übliche Häme der Künstler über klischeehafte Heimatsymbole zuwider geworden waren.
Mit Köhler wurde ein Bekenntnis zur Heimat wieder salonfähig. Besonders aber auch seine Porträts fanden Anerkennung. Die erste Ausstellung seiner Gemälde hatte er 1965 in Berlin, danach mehr als 80 in ganz Europa. Etwa 70 seiner Gemälde befinden sich in öffentlichem Besitz.wun

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Eine Kolumne von Dietmar Ruh.
vor 2 Stunden
"Der Harmersbacher"
Es ist manchmal wie abgesprochen. Kaum hat sich der Autor dieser Zeilen in fünf Folgen durch die Eigenheiten des Zeller Verkehrsübungsplatzes gekämpft, könnte er gleich die nächste Serie starten. Arbeitstitel: „Abenteuer in der B-33-Baustelle“.
Die Narrenzunft Wildsaue vum Klingelberg aus Durbach sind am Wochenende die Ausrichter des Reblandtreffens.
vor 3 Stunden
Durbach
Beim 40. Reblandtreffen in Durbach sind am Wochenende, 4. und 5. Februar, 75 Zünfte und Musikgruppen dabei. Der Höhepunkt ist am Sonntag der Festumzug.
Der geplante Autobahnzubringer Offenburg-Süd soll in Verlängerung der B33 auf die A5 führen. 
vor 5 Stunden
Offenburg
Der Grünen-Antrag, alle verbleibenden Trassen für den Autobahn-Zubringer Offenburg-Süd abzulehnen, ist im Offenburger Gemeinderat gescheitert. Das Gremium verabschiedete stattdessen eine Resolution, in der die V3-Trasse befürwortet wird.
Der amtierende Offenburger Feuerwehrkommandant Peter Schwinn geht im Sommer in den Ruhestand
vor 5 Stunden
Offenburg
Einen neuen Kommandant bekommt die Offenburger Feuerwehr ab dem 1. Juni.
Von Christian Wagner
vor 5 Stunden
Kommentar zum Flugplatz Offenburg
In einem Kommentar kritisiert OT-Lokalchef Christian Wagner die überfrachtete Tagesordnung der Gemeinderatssitzung und hofft, dass nach der Vertagung die Chance genutzt wird, die bislang fehlende Bürgerbeteiligung beim Thema Flugplatz Offenburg nachzuholen.
Sie dreht eigentlich immer ihre Runden im Bad, jetzt ist es ihr zu kalt. Eine Bürgerin beschwerte sich am Montag beim OB. 
vor 6 Stunden
Gemeinderatssplitter
Viele Bürger nutzten am Montag die Gemeinderatssitzung, um ihre Anliegen vorzutragen. In der einstündigen Fragerunde kamen auch Bad und Wohnungssituation zur Sprache.
Auch dieses Jahr ist das Narrenblatt der Pflumedrucker Schutterwald Chefsache, denn Oberzunft­meister Marco Rose (rechts) war beim Erstellen des närrischen Blattes maßgebend dabei. Er wurde unterstützt von Melanie Mika und den beiden Nachwuchs-Karikaturisten Bastian Herrmann und Mathis Herrmann. ⇒Foto: Narrenzunft
vor 7 Stunden
Pflumedrucker Schutterwald
In Schutterwald ist das "Narrenblättle" der "Pflumedrucker" fertig geworden. Zum 66. Jubiläum erwartet die Leser neben Witz auch Kritisches und Nachdenkliches aus der närrischen Geschichte.
Dankschreiben begeisterter Besucher erreichten die Gemeinde. Das freute die Veranstalter. ⇒Foto: Tourist-Info
vor 8 Stunden
Märchenhafte Aktionen
Die "Märchenhaften Weihnachtsfreuden" in Oberharmersbach lockten über sechs Wochen rund 15.000 Besucher ins Dorf. Denen gefiel, was geboten wurde, wie Dankschreiben zeigen.
vor 10 Stunden
Gemeinderat Offenburg
Der Flugplatz-Beschluss wurde am Montagabend nach einer Mammutsitzung des Gemeinderats vertagt: OB Marco Steffens will den Gemeinderat und alle beteiligten Gruppierungen bis zum Frühjahr/Sommer zur Klausur einladen, um eine Entscheidung zu fällen.
Auch Brandbekämpfung stand auf dem Ausbildungsprogramm der Feuerwehr Zell.  
vor 14 Stunden
Brandbekämpfung und Personenrettung
42 Feuerwehr-Mitglieder bildeten sich intensiv in Theorie und Praxis weiter.
Offenburg steigerte seinen Anteil an PV-Anlagen erneut - liegt mit 12,3 Prozent allerdings deutlich unter dem Landesdurchschnitt.
vor 14 Stunden
Offenburg
Im Kreisstädteranking liegt Offenburg auf Platz zwei: Kehl liegt vorne, Achern folgt dicht darauf. Aber beim Ausbau ist noch deutlich Luft nach oben.
Viele närrische Helfer schmückten am Samstag die Schuttenwälder Straßen. Am „Pflume-Marktstand“ trafen sich die Narren danach zu Kaffee und Kuchen.
vor 17 Stunden
Schutterwald
Ab sofort kann in Schutterwald die Fasnachtsaison starten, denn die Schutterwälder Narren haben am vergangenen Samstag die Straßen rund um das Rathaus mit Fasnachtsbändele geschmückt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die Kunden trainieren in den M.O.H.A.-Studios in Offenburg, Oberkirch und Haslach in moderner Atmosphäre. 
    27.01.2023
    EMS-Training in Offenburg, Oberkirch und Haslach entdecken
    Gesundheit, mehr Attraktivität, dazu Kraft- und Leistungssteigerung – und schnell sichtbare, spürbare und messbare Erfolge. Was unglaublich klingt, ist mit dem gezieltem EMS-Training bei M.O.H.A. an den Standorten Offenburg, Oberkirch und Haslach absolut möglich.
  • Egal ob jung oder jung geblieben: Beim Line Dance kann jeder die Freude an Rhythmus und Bewegung entdecken. 
    27.01.2023
    Mit DanceInLine in Offenburg die Freude am Tanz entdecken
    In toller Gesellschaft Tanzen lernen – auch ohne festen Tanzpartner, dafür auch mal mit Baby. Das bietet Julia Radtke in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg an. Hier entdecken Junge und jung Gebliebene Teilnehmer die Freude an Rhythmus und Bewegung.
  • Vom Azubi bis zum Quereinsteiger: J. Schneider Elektrotechnik bietet viele  Karrierechancen.
    24.01.2023
    J. Schneider Elektrotechnik – Bewerben und durchstarten!
    Fachkräfte, Anlernkräfte, Quereinsteigende, Azubis: Die Bewerbertage bei J. Schneider Elektrotechnik in Offenburg am 3. und 4. Februar 2023 wenden sich sowohl an diejenigen, die beruflich neue Wege gehen möchten, als auch an Berufseinsteiger.
  • Mehr Raum für sensationell durchdachte Küchen: moki Küchen erweitert im Offenburger Rée Carré. 
    26.12.2022
    moki Küchen erweitert im Rée Carré Offenburg
    Bei moki Küchen im Offenburger Rée Carré tut sich Großes: Der Mietvertrag für weitere Flächen ist unterschrieben worden. Im Januar beginnen die umfangreichen Umbauarbeiten; im April ist die Neueröffnung geplant.