Bilanz des Instituts für deutsche Sprache

Mehr als 1000 Schüler lernen beim Sprachinstitut

Autor: 
Ines Schwendemann
Lesezeit 3 Minuten
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26. März 2019

Das Institut für deutsche Sprache zählt zu den führenden Anbietern für Sprachkurse im Ortenaukreis. Zurzeit werden mehr als 1000 Schüler aus 97 Ländern unterrichtet. ©Ulrich Marx

Das Institut für deutsche Sprache Offenburg konnte in den vergangenen Jahren einen starken Anstieg der Teilnehmerzahlen vermerken. Zurzeit werden mehr als 1000 Schüler unterrichtet. Auch Firmenkurse sind stark gefragt, das IDS möchte dieses Angebot ausbauen.

Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler werden zurzeit am Institut für deutsche Sprache Offenburg (IDS) unterrichtet. Im Frühjahr waren es um die 1060 Schüler. Das berichtete Wolfgang Eberhardt, langjähriger Leiter des Instituts, im Kulturausschuss der Stadt. 

Das IDS ist eine Einrichtung der Volkshochschule Offenburg und besteht seit 2005. Seitdem hat es seine Aktivitäten in erheblichem Umfang ausgebaut. Es  zählt zu den führenden Anbietern für Sprachkurse im Ortenaukreis. Der Schwerpunkt des IDS liegt auf Intergrationskursen und berufsbezogenen Kursen sowie Intensiv- und Abendkursen. 

Steigende Zahl der Kurse

Besonders seit 2015, bedingt durch den starken Zuzug von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive, sei die Zahl der Integrationskurse deutlich angestiegen, sagte Eberhardt. Seien es 2015 noch 20 141 Unterrichtseinheiten gewesen, stieg diese Zahl auf etwa 54 000 im Jahr 2018. Auch das offene, nicht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Angebot, habe eine steigende Nachfrage erfahren. In den nächsten Jahren erwartet das IDS aber laut Eberhardt einen Rückgang der Teilnehmerzahlen.

Unter anderem wegen des Anstiegs der Teilnehmer seien in den vergangenen Jahren viele Lehrkräfte eingestellt worden. Derzeit unterrichten mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer beim IDS. Neben Lehrkräften aus Deutschland seien weitere aus Frankreich, Polen, Spanien, Ungarn, Kasachstan, der Ukraine, Kuba, Peru, Mexiko, Italien, Brasilien und dem Iran für das IDS tätig. Auch die Verwaltung sei personell verstärkt worden.

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Die Teilnehmer stammen aus aller Welt, »Menschen aus 97 verschiedenen Ländern lernen bei uns Deutsch«, sagte Eberhardt. 2008/2009 seien es noch 44 Herkunftsländer gewesen. Die meisten Teilnehmer stammten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Dann folgten europäische Migrationsländer wie Rumänien und Bulgarien. »Wir erleben viel Arbeitsmigration innerhalb der EU«, betonte Eberhardt. Neben den regulären Integrationskursen biete das IDS auch Kurse für ausländische Analphabeten an. Vor allem für Flüchtlinge, die nur Arabisch schreiben könnten oder gar keine Schrift gelernt hätten, seien diese Kurse wichtig. 

Seit Sommer 2016 sei das IDS vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für Kurse der berufsbezogenen Sprachförderung zugelassen. »Das Angebot ist besonders für diejenigen wichtig, die in ihrem Heimatland einen qualifizierten Berufsabschluss erworben haben und einen höheren Sprachstandard benötigen«, erklärte Eberhardt.

Außerdem verfolge das IDS das Ziel, den Teilnehmern auch Grundkenntnisse der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu vermitteln. Zielgruppe dieses Angebots seien Flüchtlinge und Asylbewerber unabhängig von ihrer Bleibeperspektive. Auch eine kostenlose Einstufungsberatungen bietet das IDS an. 

Betreuung für Kinder

Dank einer Spende der Firma Meiko könne ab April oder Mai auch ein weiteres IDS-Projekt verwirklicht werden: Während Mütter die Sprachkurse besuchen, könnten sie ihre Kinder betreuen lassen. »Viele Frauen kommen nicht zu den Kursen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen«, erklärte Eberhardt. Rund 250 Frauen hätten, so die Statistik der Kommunalen Arbeitsförderung, noch keinen Kurs besucht, obwohl sie schon seit Jahren in Deutschland leben würden.
Die Fraktionen brachten im Kulturausschuss ihren Respekt gegenüber dem IDS zum Ausdruck. Ingrid Fuchs von der CDU-Fraktion betonte: »Eine gute Integration und gute Sprachkenntnisse sind miteinander verbunden.« 

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