Das Beste der Woche

Meistens kommt es anders als man denkt

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25. November 2021
Von der Wirklichkeit manchmal noch überrascht ...

Von der Wirklichkeit manchmal noch überrascht ... ©Iris Rothe

Manches ist vorhersehbar. Leider. Manches nicht. Die Frage ist, was uns mehr gefällt.

Unverhofft kommt oft, sagt der Volksmund. Das stimmt. Schauen wir nur nach Berlin, in die große Politik. Unsere Politiker, die bis jetzt regierten im Bund, waren offensichtlich überrascht, dass es Corona noch gibt. In diesem Herbst. Wau, wer hätte das gedacht? Erst freudig alles erlauben, die Impfzentren abbauen, dann hektisch über Impfpflicht und Ausgangssperre philosophieren und die Impfzentren wieder aufbauen. Im Land geht es ähnlich zu. Wer so seine Firma leiten würde, der könnte einpacken.

Cleveres, kleines Ding

So ein Virus ist ein cleveres, kleines Ding; ganz ohne Hirn. Und dennoch trickst es uns alle aus. Das muss man sich mal illus­triert vorstellen.

Unverhofft liegen aber auch viele Covid-Leugner, Nicht-Geimpfte und Impfgegner auf den Intensivstationen. Ganz verbiestert mit dem Spruch auf den Lippen, an den Impfungen stürben mehr Menschen als an Covid-19. Motto: Vertraue nur der Wirklichkeit, die du selbst gefälscht hast.

Und dann sind da noch die vielen, die sich gerne boostern oder (endlich) erstimpfen lassen würden – das aber nicht können. Die Impf-Listen der Hausärzte reichen mittlerweile in den Februar, das Impfzentrum in Offenburg, erst geschlossen (was für ein Wahnsinn), jetzt wieder in der Lightversion geöffnet – ist da auch nicht für alle eine Alternative; drei oder vier Stunden in der Kälte warten und dann nach Hause geschickt werden, weil die Kapazitätsgrenze erreicht ist – da brauchste keine Impfung mehr, da biste tot. Auch eine Möglichkeit, das Virus zu bekämpfen.

Und zwischen allem eine alte Bundesregierung, die ihren Job nicht mehr macht. Weil Wahlniederlage ist Wahlniederlage, was soll man da noch schaffen? Wenn mir gar nichts mehr einfällt, werde ich Bundesgesundheitsminister. Hab ich echt keinen Stress.

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Oder war das alles verhofft? Klingt komisch. Erstens scheint es das Wort nur in seiner Negation zu geben. Und dann kam das Politik-Corona-Gewurstel ja durchaus erwartet, die Experten haben lange gewarnt; aber es kam nicht erhofft. Braucht man zu guter Politik wirklich Politiker?

Wenn die Zeiten trübe sind, hilft mir Henry. Weil sich die Anfragen häufen, wie es Henrys Buch geht, habe ich mich wieder drangesetzt. Es ist ja fast fertig, noch einmal durcharbeiten, ein anderes Layout, die Fotos austauschen. Dann geht es ans Publizieren. Nachdem es jetzt drei Jahre abhing, gefällt es mir immer noch – ein gutes Zeichen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Henry selbst überrascht mich oft. Gut, manches bleibt gleich: Wenn er Rüden trifft, die dreimal so groß und schwer sind wie er, macht er wie die Maus am Faden. Aber nur an der Leine. Wenn ich ihn abschnalle, tut er so, als wäre der große Kumpel gar nicht da. Meist kennen sich die beiden und kommen eh gut miteinander aus. Alles Schau.

Vor ein paar Tagen hatte ich wieder so eine typische Situation. Wir waren mit Alex unterwegs, einem wirklich großen Hund und seiner Chefin. Die drei Hunde hatten Gelegenheit, friedlich miteinander zu spielen. Dann standen die beiden Menschenkinder noch ein wenig an der Straße und plauderten; was Alex irgendwann zu blöd wurde. Er bellte kurz „Wuff!“ Für Henry Grund genug, ihn wild anzukläffen. Und für Bruno, unseren anderen Hund, sich auf Henry zu stürzen, um ihn zu beruhigen. Was natürlich total in die Hose ging, Henry beruhigte sich eben nicht, sondern kläffte, und Alex bellte noch ein paar Mal. Soweit alles vorhersehbar normal.

Manchmal ist aber auch Henry unverhofft. So hat er sich jetzt ein paar Mal anstandslos abrufen lassen, obwohl ein Hund dicht vor ihm stand, der unverhofft um die Ecke gebogen war. Kein Problem, der Mops parierte. Das möchte ich mal erleben, wenn Henry auf der Jagd nach den Hinterlassenschaften anderer Tiere durch die Landschaft fegt. Oder bei Politikern. Die möchte ich auch mal so abrufen können wie manchmal unseren Hund. Sitz! Platz! Und jetzt fass, zack, zack! Arbeiten! Aber die sind ein ganzes Stück sturer, fürchte ich.

Schönes Wochenende!

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