Raum wurde zum Tanzsaal

Melisius Wüger erfreute mit seinem Saxophon Zunsweiers Senioren

Thorsten Mühl
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05. Oktober 2022
Melisius Wüger musizierte für die Senioren des Pflegediensts Küderle.

Melisius Wüger musizierte für die Senioren des Pflegediensts Küderle. ©Thorsten Mühl

Mit seiner Saxophonmusik, einigen Anekdoten und viel Energie hat Melisius Wüger die Senioren des Pflegediensts Küderle in Zunsweier am Freitag bestens unterhalten und zum Tanzen angeregt.

Welche Mengen an positiver Energie Musik freisetzen kann, hat Melisius Wüger am Freitag bei einem einstündigen Konzert eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wüger erfreute bei seinem Auftritt die Senioren des Pflegediensts Küderle nicht nur mit seinem Tenor-Saxophon, sondern auch mit seinen rhetorischen Fähigkeiten.

Der Künstler, seit 49 Jahren bei der Burda-Betriebskapelle aktiv, wurde im Alter von sechs, sieben Jahren von den Klängen der Saxofon-Musik erstmals in den Bann gezogen. Diese Leidenschaft hat ihn bis heute nicht losgelassen. „Ich gehe wöchentlich zur Betriebskapelle, übe wöchentlich auch für mich stets ein- bis zweimal“, erzählt Wüger, der seinen Mitmenschen mit Elan und Energie gegenübertritt, die die 90 Lebensjahre nicht erahnen lassen. Und das, obwohl er in den vergangenen Jahren gesundheitlich einige Hürden überwinden musste. „Das habe ich nicht zuletzt der liebevollen Pflege meiner Lebensgefährtin zu verdanken“, schmunzelt Melisius Wüger dankbar.

Die anwesenden Senioren sollten schnell erkennen, dass der Künstler seine Energie nur zu gerne teilen wollte. Bekannte Stücke wie „Fliege mit mir“ und „Bergvagabunden“ sorgten schnell für gute Stimmung in den Publikumsreihen. „Man sieht, der Mann beherrscht sein Instrument nach wie vor tadellos“, sagte Dominic C. Hippert, Geschäftsführer beim Küderle Pflegedienst. Auch er nahm sich gerne die Zeit, um dem Konzert als interessierter Zuhörer beizuwohnen.

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Wüger, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren infolge der Pandemie kaum noch Auftritte absolvieren konnte, veranschaulichte sein breit angelegtes musikalisches Repertoire. Ob Tango, Polka, Cha-Cha-Cha – hier zeigten sich seine langjährigen Erfahrungen im Bereich der Tanzmusik. Zwischendurch legte Melisius Wüger ein paar kurze Pausen zum Verschnaufen ein, in denen er sein Publikum mit Witzen, kleinen Anekdoten und Bemerkungen unterhielt. Das gelang ihm so gut, dass die Senioren in immer bessere Stimmung gerieten. Und so avancierte der Raum ganz schnell in einen improvisierten Tanzsaal – was der Künstler mit einem zufriedenen Lächeln zur Kenntnis nahm.

„Auf der Vogelwiese“, „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, „Warte noch ein Weilchen“ und „Tanz` mit mir in den Morgen“ waren Stücke, die den Tanz begleiteten, dem sich immer mehr Senioren im Rahmen ihrer Möglichkeiten anschlossen. Was Dominic Hippert zusätzlich beeindruckte, war der Umstand, dass sich auch solche Senioren zum Tanzen animieren ließen, bei denen das sonst eher selten der Fall war. „Was Herr Wüger mit seiner Musik hier heute bewirkt, ist etwas ganz Besonderes“, so Hippert.

Als Melisius Wüger seinen Auftritt schließlich beendete, erntete er verdienten Applaus seines Publikums. „Hohen Respekt für Ihr tolles Spiel. Kommen Sie doch bitte bald mal wieder zu uns“, dankten die Senioren. „Ich werde mal mit dem Chef sprechen“, kündigte der Künstler an. Den Nachmittag ließ man gemütlich beim gemeinsamen Kaffeetrinken ausklingen.

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