Ü30-Gottesdienst mit Festivalatmosphäre

Messe im Offenburger DJK-Stadion: Dem Herrgott ganz nah

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 4 Minuten
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29. Juni 2020

Kirchentags- und Festivalatmosphäre herrschte beim Ü 30-Gottesdienst im DJK-Stadion. Unter freiem Himmel fühlte sich so mancher dem Herrgott sogar ein bisschen näher. ©Barbara Puppe

„Im Freien dem Herrgott nahe sein“: Rund 80 Teilnehmer feierten am Samstag in Offenburg auf dem DJK-Sportplatz einen stimmungsvollen Ü 30-Open-Air-Gottesdienst. 

Fast ein wenig Festivalstimmung und Kirchentags-Flair herrschte am Samstagabend bei bestem Wetter im DJK-Stadion. In der St.-Martinskirche, wo sonst diese Gottesdienste für Menschen,  die sich zu alt für Jugendgottesdienste fühlen, aber dennoch modern gestalteteGottesdienste mit jungen Themen und neuen geistlichen Liedern mitfeiern wollen, hätten unter Corona-Auflagen  nur 30 Personen teilnehmen können. Unter  freiem Himmel gab es dagegen ausreichend Platz.  

Alter Bekannter

Die Gottesdienstbesucher  saßen auf Klappstühlen oder Picknickdecken in der Runde oder hatten es sich auf dem gepflegten Fußballrasen bequem gemacht. Der eine oder andere Regenschirm schützte vor zu viel Sonne. Mit Warnhütchen waren die Sitzplätze markiert. 

„Wir halten Abstand, aber das soll uns nicht schrecken“, begrüßte Claudia Huber vom Vorbereitungsteam die Gäste. Sie bedankte sich bei Stefan Schürlein, dem Vorsitzenden der DJK, für die großzügige Bereitstellung des Geländes und beim Zelebranten Bernd Gehrke. Der Leiter des Referats „Liturgie und Sakramente“ im Freiburger Ordinariat  und Sekretär des Erzbischofs ist vielen Offenburgern aus seiner Kaplanszeit in Offenburg-Ost  bekannt. Er sei gern wieder einmal nach Offenburg gekommen, sagte er, um den Sportplatz-Gottesdienst zu feiern. Auch er sprach die vielen notwendigen Kontakteinschränkungen an, diese böten aber gleichzeitig neue Möglichkeiten. Ohnehin sei das Lächeln der schnellste Weg zwischen Menschen. 

Thema der Messfeier  war die Kommunikation, die sich in Corona-Zeiten verändert habe, wie Dekanatsreferentin Ruth Scholz bemerkte. Vieles an Digitalität sei hinzugelernt worden. Trotz Abstandsregeln könne man heute live miteinander kommunizieren und die Erfahrungen der letzten Wochen austauschen.  Das Evangelium von der Brotvermehrung passe zur aktuellen Situation. Damals kamen „5000 Menschen“ zu Jesus, sie lagerten ebenfalls auf dem Boden im Gras, wie in der Bibel berichtet wird. Und sie hatten Hunger, aber nur fünf Gerstenbrote und zwei Fische ließen sich zunächst auffinden. Wie sollte das für so viele reichen? Letztendlich, als man begann Brot und Fisch miteinander zu teilen, wurden dennoch alle satt.  

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Sehen, was Gutes da ist

Trotz Einschränkungen zu sehen, was an Gutem da ist, dieser Umgang mit schwierigen Situationen könne hilfreich sein, auch heute. Für Katholiken habe Kommunizieren im Gottesdienst auch die Bedeutung, die heilige Kommunion zu empfangen, Brot zu teilen im Gedenken an Jesus. Dass sich der Priester und die Kommunionausteiler vorher die Hände desinfizieren und den Mundschutz anlegen mussten, befremdete kaum noch.

Viel Zustimmung gab es für diese andere Art von Gottesdienst:  Zwei Frauen aus Ortenberg freuten sich am schönen Wetter und lobten die gute Idee des Freiluftgottesdienstes, wo man Abstand halten könne. Da die DJK ursprünglich ein katholischer Verband gewesen sei, passe das ja vorzüglich, merkte ein Besucher an. Er freue sich auch, den ehemaligen Kaplan wiederzusehen. Auch ein Ehepaar aus Rammersweier genoss den „schönen Abend, die netten Leute auf dem grünen Gras und den Gottesdienst  in freier Natur in dieser kuriosen Zeit“. 

Besonders in dieser Zeit müsse die Kirche neue Wege und ungewohnte Orte suchen „da finde ich den Sportplatz ganz spannend“, meinte eine Teilnehmerin. „Früher hätte ich nicht gedacht, dass ich gern zum Gottesdienst gehe, wenn es heißt, man darf nicht singen. Aber man hört dann wieder ganz anders hin“, so eine weitere Besucherin.  Ihr Mann meinte, er kenne den schönen Rasen bisher nur vom Fußballspiel. Jetzt mache Corona möglich, dass sich die Kirche öffne, rausgehe aus dem Gebäude und zu den Menschen komme. 

Die Sonne stand inzwischen tiefer, das Abendlicht vertiefte die friedliche  Atmosphäre, die durch stimmungsvolle Musik von der CD aus dem Lautsprecher unterstrichen wurde. Ein Besucher genoss den Abend:  „Hier im Freien ohne Wände und Dach über dem Kopf  kann man  dem Herrgott im Himmel nahe sein.“  

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