Offenburg

Minister wird Offenburger

Autor: 
Daniel J. Basler
Lesezeit 3 Minuten
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07. Februar 2011
Jetzt steht der Umzug an: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Frau Ingeborg wohnen ab Mitte der Woche in Offenburg. Die prominenten Neubürger haben ihr Haus in Gengenbach, das 35 Jahre ihr Zuhause war, verkauft und beziehen nun den fünften Stock im Wohnturm zwischen »Forum«-Kino und Bürgerpark.
Offenburg. Zwischen »Forum«-Kino und Mühlbach werden die nächsten Tage die Umzugswagen vorfahren. »Wir ziehen in der zweiten Februarwoche um und werden ab da, soweit wir nicht in Berlin sind, in Offenburg wohnen«, kündigt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seinen Einzug in das erste von drei Mehrfamilienhäusern auf dem ehemaligen Henco-Areal an. Das Ehepaar wird dabei sein neues Domizil im fünften Stock des Wohnturmes beziehen, verrät Gerhard Lehmann vom gleichnamigen Architekturbüro, unter dessen Federführung das Haus nach dem Baugruppenmodell (siehe Infokasten) geplant wurde. Der Seniorchef kennt die Schäubles schon, seit sie in Gengenbach wohnen. »Ihr Haus hatte ich damals für die Familie gemacht, woraus unsere Freundschaft erwuchs«, so Lehmann. Mehr als 30 Jahre später wurden die Schäubles noch einmal Bauherren, allerdings nicht im klassischen Sinne. »Mit dem Baugruppenmodell haben wir zumindest, was Offenburg angeht, Neuland betreten. Ein Konzept, für das uns die Schäubles gleich von Anfang an voll und ganz unterstützt haben«, so Lehmann. Bei Besprechungen dabei Die sieben Eigentümer hätten »peu à peu zusammenfinden müssen, um jedes Detail des Projekts abzusprechen«. Trotz seines vollgepackten Terminkalenders habe es der CDU-Politiker dennoch immer wieder geschafft, bei den meisten Besprechungen dabei zu sein. »Da wir mit Lehmanns lange befreundet sind, war das Zusammenwirken mit den Architekten und den anderen Bauherren des Hauses in der ganzen Zeit völlig stressfrei. Ich hoffe, dass das auch in der Zukunft so bleibt«, bilanziert der 68-jährige Politiker seine Projekerfahrungen gegenüber unserer Zeitung. Der neue, stadtnahe und barrierefreie Wohnsitz, der laut Gerhard Lehmann genauso gesichert sein soll wie das alte Haus in Gengenbach, ist für die Schäubles sozusagen die Fortsetzung ihrer Liaison mit Offenburg: »Mit der Stadt sind wir natürlich immer eng verbunden gewesen. Wir sind einst von Freiburg nach Offenburg gezogen. Haben einige Jahre in der Tagmess gewohnt und waren auch in unserer Gengenbacher Zeit natürlich immer nah an Offenburg. Insofern wird sich allzu viel nicht ändern«, bekennt der Minister weiter. Ganz so leicht scheint ihm der Abschied von Gengenbach aber nicht gefallen zu sein. In seinem Statement beim dortigen Neujahrsempfang war doch etwas Wehmut herauszuhören: »Es ist leichter nach Gengenbach zu ziehen, als nach 35 Jahren wieder von Gengenbach wegzuziehen.« Gang aufs Meldeamt Dem »Neustart« in der Ortenau-Metropole tut dies jedoch keinen Abbruch, bekräftigt Schäuble gegenüber dem Offenburger Tageblatt den Entschluss, zusammen mit seiner Frau Offenburger zu werden: »Sobald wir umgezogen sind, melden wir uns an. Hier haben wir uns so einrichten können, dass es auch meinen Bedürfnissen als Rollstuhlfahrer gut gerecht wird. Das Haus in Gengenbach haben wir verkauft, da es uns zu groß geworden ist, nachdem die Kinder alle nicht mehr zu Hause wohnen.« Baugruppenmodell Wie in Berlin, Freiburg oder Stuttgart längst gebaut wird, damit steht man in unserer Region noch in den Startlöchern. Die Idee beim Baugruppenmodell ist, dass sich mehrere Bauherren zusammenschließen und ein individuelles Großprojekt mit Wohnungen planen. Ziel: schwierige, aber günstige Grundstücke zu bebauen. Anders als bei einem Bauträgerobjekt kann der künftige Wohnungsbesitzer die Planung mitentscheiden.

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