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Mit 104 Jahren lebt Herma Schug aus Zunsweier noch alleine

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 3 Minuten
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23. September 2019

Herma Schug feiert ihren 104. Geburtstag gesund und geistig fit. ©Manfred Vetter

In Zunsweier gibt es an diesem Montag eine bemerkenswerte Feier – Herma Schug schaut auf 104 Lebensjahre zurück.

An diesem Montag feiert Herma Schug ihren 104. Geburtstag bei guter Gesundheit. Geistig ist sie noch sehr rege. Auch wenn das Gehör und das Gehen nicht mehr so gut funktionieren, ist sie noch aktiv, hat ihren geregelten Tagesablauf. Mit dem Lösen von Kreuzworträtseln hält sie sich täglich fit, durch die Lektüre ihrer Tageszeitung, dem Offenburger Tageblatt, weiß sie, was im Dorf und in der Welt um sie herum vorgeht. 

Abends sitzt sie an ihrem Kachelofen, um sich Tier- oder andere Natursendungen anzusehen, auch Quizsendungen liebt sie sehr.

Vater war Oberförster

Als sie am 23. September 1915 in Gießhübel nahe Karlsbad auf dem Gebiet des heutigen Tschechien geboren wurde, hörte sie noch auf ihren Mädchennamen Garkisch. Sie wuchs im gräflichen Forsthaus auf, denn ihr Vater war gräflicher Oberförster. 

Nach einem Internat in Eger und drei Jahren Hauswirtschaftsschule in Karlsbad lernte sie einen Kollegen ihrer älteren Schwester kennen, verliebte sich in ihn und gab dem Lehrer Josef Schug am 7. August 1937 ihr Jawort. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor und zwei Enkel, die beiden Urenkelinnen sind ihr ein und alles. Ihr Mann war noch in Kriegsgefangenschaft, als die Familie 1946 umgesiedelt wurde. Mit dem Zug ging es über Thüringen in das oberpfälzische Weiden. Dort starb eine Tochter mit erst drei Jahren. Nach der Rückkehr des Mannes ging es für vier Jahre nach Forchheim. 

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Josef Schug bewarb sich auf eine Lehrerstelle in Südbaden und bekam eine Stelle in Zunsweier. So wurde die kleine Familie in Zunsweier zum 11. September 1951 ansässig und baute bald darauf ihr Haus. »Wir haben oft selbst mit Hand angelegt«, sagt Herma Schug. »Bis in die Nacht haben wir beispielsweise Ziegel ins Haus getragen.« Sie arbeitete 21 Jahre bei Aenne Burda im Bereich der Schnittmuster bis sie 1982 in Rente ging. Von den Schnitten des Modeverlags nähte sie auch für ihre Tochter schicke Kleider. 

Nur mit dem Auto nach Spanien gefahren

Herma Schug liebt Handarbeiten. Sie strickte bis vor einem Jahr »wunderschöne« Socken. Der Garten war ihre Leidenschaft ebenso wie das Kuchen backen. Und wenn es Pilze gab, musste sie einfach zum Sammeln gehen.

1995 starb ihr geliebter Mann. Sie wird liebevoll umsorgt von ihrer Tochter Edda. Elf Jahre fuhren sie zusammen mit dem Auto nach Spanien in den Urlaub. »Weil sie nicht fliegt«, verrät Edda Lauterbach. »Mit 95 Jahren war es das letzte Mal.« Sie vermisst ihre Fleischwurst und Süßes. Abends gibt es – dem Alter geschuldet – etwas Wurst und einen Keks mit Schokolade. Und jeden Tag kocht die Tochter frisch, was der Mutter schmeckt.

Herma Schug lebt noch alleine in ihrer Wohnung in Zunsweier. Sie freut sich, wenn die Familie und alte Bekannte zu Besuch kommen. Und die beiden Jagdhunde wirken auf sie wie eine Therapie.

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