Offenburg

Mit dem Ökokonto der Natur helfen

Autor: 
Klaus Krueger
Lesezeit 2 Minuten
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10. April 2003
Die Gemeinde Schutterwald legt ein Ökokonto zur Flächenbevorratung an. Damit schafft sie als eine der ersten Kommunen ein Flächenpool für potenzielle Ausgleichsflächen. Künftig müssen Eingriffe in unbebaute Flächen mit Naturschutzmaßnahmen kompensiert werden.
Schutterwald. Mit dem Ökokonto will die Gemeinde künftig Ausgleichsflächen vor Bebauungsmaßnahmen schaffen - also eine Art Bevorratung von Flächen. Landschaftsplaner Andreas Bresch vom Ingenieur-Büro Mühlinghaus stellte den Räten in der Sitzung am Mittwoch Verwaltung und Ablauf eines Ökokontos vor. Es ist eine Art Sparbuch, das Ausgleichsflächen im Ort einbucht und bei planerischen Eingriffen wieder abbucht. Die Vorteile: Handlungsspielräume werden durch frühzeitiges Planen erhöht, Verringerung der Bodenspekulation, Kooperation mit den Landwirten, Beschleunigung späterer Bebauungsplanverfahren, Verzinsung der Maßnahmen und Realisierung zusammenhängender Konzepte wie Gewässerschutz, Biotoperneuerung und Landschaftsprogramm. Alles in allem Vorteile, die der Natur das zugestehen, was ihr jahrelang in einer Flächenversiegelung genommen wurde. Seit 1993 müssen Naturschutzgesetze in Bauleitplanungen aufgenommen werden. Seither sind Maßnahmen für Naturschutz und Landwirtschaftspflege unumgänglich. Neu ist die zeitliche und räumliche Flexibilisierung des Ausgleichs. »Der Zeitpunkt der Realisierung von Ausgleichsmaßnahmen kann vor dem Eingriff in Flächen liegen«, erklärt Bresch den Ablauf und verdeutlichte die erforderlichen Arbeitsschritte. Im Landschaftsplan werden Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen benannt, um die Leis-tungsfähigkeit des Naturhaushaltes und das Landschaftsbildes im Gemeindegebiet zu erhalten. So lassen sich Art und Umfang von Ausgleichsmaßnahmen definieren. Vor dem Eingriff in die Natur übernimmt die Kommune durch frühzeitige Flächenbevorratung und zielgerichtetes Management wie Grunderwerb und Flächentausch die Bereitstellung geeigneter Flächen. »Für Ausgleichsflächen sind nur Gebiete in Betracht zu ziehen, die gemäß des Naturschutzes aufwertungsfähig sind«, so Bresch. Dabei sind sich die Räte einig, dass man trotz eines Ökokontos nicht mehr Flächen verbrauchen dürfe. »Priorität ist die Vermeidung von Maßnahmen«, verdeutlichte Bresch. Einziges Problem: In dem Flächenkonto sind auch landwirtschaftliche Nutzflächen enthalten. Das gefiel einem Teil der Gemeinderäte nicht. »Wir können es uns nicht leisten, Ackerland zu verlieren«, so Josef Seigel (CDU), der stattdessen eine verstärkte Einbindung von Grünflächen in das Ökokonto forderte. Ebenso kritisierte Elmar Braunstein (CDU) die Umwandelung von Ackerland in Grünland. »Wir haben schon genügend Grünland auf unserer Gemarkung - wer soll das alles pflegen?« Daher forderte Braunstein, landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht ins Ökokonto aufzunehmen. Geprüft wird, ob das 1,5 Hektar große Waldgebiet im Norden, Streuobstwiesen am Bolzplatz in Höfen und der Bruchgraben miteinbezogen werden können.

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