Gengenbach

Mittelfristig ein Zunfthaus nötig

Autor: 
Marc Faltin
Lesezeit 4 Minuten
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13. November 2013
Besonders hohe Auszeichnung: Rüdiger Stadel (Mitte) erhielt aus vielerlei Gründen den »Schalksorden am Bande« von Ehrenkanzler Rudi Maurer (links) und Zunftmeister Jürgen Räpple.

Besonders hohe Auszeichnung: Rüdiger Stadel (Mitte) erhielt aus vielerlei Gründen den »Schalksorden am Bande« von Ehrenkanzler Rudi Maurer (links) und Zunftmeister Jürgen Räpple. ©Marc Faltin

Die Gengenbacher Narrenzunft eröffnete am 11.11. abends um 11.11 Uhr die neue Fasendsaison. Neben positiven Bilanzen und Ehrungen rückte ein Ereignis in den Blickpunkt: Die Hauptversammlung des VSAN mit rund 1000 Teilnehmern der 68 Verbandszünfte geht vom 10. bis 12. Januar in Gengenbach über die Bühne.

Wie bei jeder Mitgliederversammlung am 11.11. füllten am Montag die Narren der Gengenbacher Zunft den Klosterkeller. Zunftmeister Jürgen Räpple freute sich, dass der Mitgliederstand seit der Versammlung 2012 von 1183 auf 1205 weiter angewachsen sei, wozu 15 neue Klepperlismaidli und -bube sowie vier neue Spättle und eine neue Hexe beitragen. Gengenbachs größter Verein hat nun 180 aktive Hexen und 162 aktive Spättle. »Unsere Zunft hat solch eine Größe erreicht und so viele Utensilien, die an vielen Stellen gelagert werden, dass mittelfristig ein Zunfthaus nötig ist«, betonte Räpple und merkte an, dass kürzlich in Haslach ein Zunfthaus eingeweiht worden sei.

Die finanziell kerngesunde Zunft wies mit Stand vom 31. Dezember 2012 ein Vermögen von 54 586 Euro auf, so Ex-Schalk Michael Armbruster. Der neue Säckelmeister stellte seinen ersten Geschäftsbericht gereimt dar, was bestens ankam, auch wenn fürs Geschäftsjahr letztlich ein Minus von 8574 Euro verbucht werden musste.

Dass allein im Bereich Wirtschaftsbetrieb ein Umsatz von rund 114 000 Euro verzeichnet wurde, zeigt für Bürgermeister Thorsten Erny die Vergleichbarkeit der Narrenzunft mit einem kleinen Unternehmen. Vor allem aber sei die Zunft »ein Kulturträger, der weit über die Region bekannt ist«, so Erny, und nicht zuletzt mit dem Narrenmuseum ein »wichtiger touristischer Faktor«. Wegen der »großen Aufgabe am zweiten Wochenende 2014, wenn über 1000 Vertreter der 68 Mitgliedszünfte der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte in der Stadt sind, haben wir sogar den Neujahrsempfang verschoben«, betonte Erny. Die Stadt unterstütze den Kraftakt, die VSAN-Hauptversammlung auszurichten, mit 2000 Euro. Die von Erny beantragte Entlastung für den Narrenrat, in dem die Neulinge Michael Armbruster, Gündüz Askin und Rafael Yupanqui »ein richtig gutes Jahr geleistet haben«, so Räpple, war nur Formsache.

Dreitägiger Kraftakt naht

1952 habe Gengenbach, so Räpple, diese Hauptversammlung ausgerichtet, doch damals sei dies einfach eine Versammlung an einem Tag gewesen. Vom 10. bis 12. Januar »sind 270 Dienste zu vergeben«, deutete er den immensen Aufwand 2014 an. »Wir wollen zeigen, was wir hier in Gengenbach leisten können«, appellierte Räpple, möglichst zahlreich am Freitag, 19 Uhr, im Klosterkeller beim Diensteinteilungsabend zu erscheinen.

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Über erneut sehr gute Resonanz durfte sich Thomas Rautenberg freuen. Der Leiter des Narrenmuseums im Niggelturm bilanzierte 5018 Besucher für die Saison 2013 – etwa wie im Vorjahr, obgleich es drei Öffnungstage weniger gab. Mit dem »Imster Schemenlaufen« war es gelungen, Weltkulturerbe auszustellen. Wodurch man endgültig, so Rautenberg in der Mitgliederversammlung, in die Champions-League der Fasnachtsmuseen aufgestiegen sei.

In der Adventszeit folge mit »Masquerade« und Werken des Straßburger Künstlers Marc Felten die »vielleicht provokanteste Ausstellung im Narrenmuseum, wir rechnen dann mit weiteren 1500 Besuchern.« Rautenberg kündigte mit der Maskensammlung »Großkopferte« eine weitere einzigartige Sonderausstellung 2014 an, dazu die Überarbeitung der Multimediaschau. Zudem sei ein moderner Museumsflyer mit Auflage von 15 000 Stück produziert worden. Und Ewald A. Kromer, Landschaftsvertreter Schwarzwald a. D. der VSAN, erhielt viel Beifall, dass er sein »Furtwanger Hanseli« als Dauerleihgabe dem Museum zur Verfügung stellt und damit seine Verbundenheit mit Gengenbachs Zunft einmal mehr bezeugt.

Spättlemeisterin Manuela Buschert und Hexenmeister Peter Räpple erinnerten an das Jahr der aktiven Hästräger, wobei die Spättle ihr 75-Jähriges feierten und mit Selina Basler, Anne-Kathrin Medel, Sophia Schilli und Anne Sepp vier Neulinge begrüßten, während die Hexen nur Sascha Müller in ihren Reihen aufnahmen. Und Gruppensprecherin Ursula Maurer präsentierte mit Andrea Zimmermann die 13. »Alt-Gengenbacherin«.

Ehrenkanzler Rudi Maurer durfte einen besonders verdienten Narren mit dem »Schalksorden am Bande« ehren: Rüdiger Stadel, seit Jahrzehnten aktive Hexe, einst Klepperlesmeister und Betreuer des Hexentanzes beim »Heitere« von 1994 bis 1999, immer noch Hexenkeller-DJ und »mit voller Leidenschaft ständig unterwegs für die Narretei« als Landschaftsfotograf der VSAN. Stadel nahm bewegt und mit langen stehenden Ovationen aller Anwesenden diese hohe Auszeichnung entgegen.

Kanzler Michel Bahr stellte den Terminplan 2014 vor, unter anderem mit »Hemdeglunker« am 8. Februar, »Heiterer Owe« am 22. Februar und großem Umzug am 2. März mit besonderen Gästen: Offenburgs Hexen.

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