Film kam gut an

"Mother Hood" zeigte bei Kinoabend "Die sichere Geburt"

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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09. November 2017

Viel Applaus vom Publikum im ausverkauften Kinosaal gab es für den Film »Die sichere Geburt – wozu Hebammen?« und das anschließende Filmgespräch mit Sarah Schulze (Mother Hood) und Regisseurin Carola Hauck. ©Ulrich Marx

Der Kinosaal bis auf den letzten Platz gefüllt, die Diskussion lebhaft und bei aller Emotionalität des Themas inhaltlich fair und sachlich: Der von »Mother Hood« veranstaltete Kinoabend »Die sichere Geburt« kann als voller Erfolg für die Regionalgruppe Ortenau verbucht werden.

»Die sichere Geburt« – bei allem oft auch ideologischen Streit um Haus- oder Klinikgeburt, Hebamme oder Arzt, ist die Sicherheit für Mutter und Kind das eine Ziel, auf das sich alle einigen können. Aber schon bei der Frage, wie das am besten zu erreichen sei, gehen die Meinungen gewaltig auseinander. Das große Verdienst des sorgfältig gemachten, ausführlichen und emotional stellenweise aufwühlenden Films von Regisseurin Carola Hauck könnte in der künftigen Diskussionskultur einmal sein, dass sie die Positionen: »Viel Technik = sicher, aber unpersönlich« versus »Ohne Technik = emotional besser, aber nicht ungefährlich« gewaltig durcheinander wirbelt. 

Die Thesen des Films lauten nämlich so: Jede Geburt ist anders und dauert ihre eigene, manchmal auch recht lange Zeit – und daher sind alle »Maßeinheiten« und »Standards« kontraproduktiv. Im Prinzip höchst sinnvolle Einrichtungen wie Wehenschreiber und vorsorglich gelegter venöser Zugang können die Ursache dafür sein, dass nicht alles optimal läuft – etwa, wenn die Frau dadurch gehindert wird, sich so zu bewegen, wie ihr Körper das will und braucht. Eindrucksvoll demonstriert ein »Fachfremder«, nämlich der Osteopath Florian­ Ziegler, wie beweglich das Becken ist – wenn man es nur lässt und nicht durch die Rückenlage behindert, die auch noch wichtige Gefäße abklemmen und so Sauerstoffmangel auslösen kann. 

Vor allem aber gilt es, Angst und Stress zu vermeiden. Die heimlichen Stars des Films sind die bekannte Hebamme Ina May Gaskin und der Geburtshelfer Michael Odent, beide bereits würd’gen Alters, die als wichtigste Faktoren viel Zeit, Ruhe und Angstfreiheit propagieren. Aber wer je ein heutiges Krankenhaus erlebt hat, dem fallen »Zeit« und »Ruhe« zuletzt ein – und Angst machen eben nicht zuletzt die blitzenden Apparaturen, die suggerieren: »Das schaffst du nie und nimmer allein!« Angst führt zu Stress, dieser zur Umverteilung des Bluts im Körper und so kann schon allein dies die Ursache für die gefürchtete Sauerstoffunterversorgung sein. 

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»Gute, angstfreie Geburt«

Auch eine »Geburtspause­ zu respektieren« müsse neu gelernt werden – ist sie doch oft sinnvoller Teil des Geschehens, wenn Mutter und Kind eine Erholungspause brauchen. Und auch die zu Beginn »in aller Ruhe« (und die Ruhe ist wichtiger als alles andere!) strickende Hebamme kann deutlich hilfreicher sein, als die Hebamme, die das Gefühl hat, »nun etwas tun zu müssen, weil es erwartet wird«, auch wenn es noch längst nicht an der Zeit ist – und sie das als Fachfrau im Grunde sehr wohl weiß.
Anfangs erschreckend, wenn sie von der ersten Geburt berichten, zu Ende aber versöhnlich, wenn man erfährt, wie es (beim zweiten Mal) »auch laufen kann«, die Berichte von drei Müttern. Ausdrücklich stellte der Film klar, dass die »gute, angstfreie Geburt« auch in der Klinik möglich ist. 

Das bestätigte bei der anschließenden Diskussion mit Regisseurin Carola Hauck und Sarah Schulze von »Mother Hood« auch Ingrid Vogt, Hebamme im Ortenau-Klinikum am Ebertplatz. In ihrem Haus laufe auch die Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Ärzten gut und harmonisch. 

HINWEIS: Am Sonntag, 12. November, um 11 Uhr wird »Die sichere Geburt« wegen des großen Erfolgs erneut im Offenburger »Forum«-Kino gezeigt. 

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