Neuried

Parkplatz am Altenheimer Fohlengarten weiterhin umstritten

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 3 Minuten
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15. Oktober 2019

Der Fohlengarten ist ein romantischer Badesee – doch das wilde Parken bereitet Probleme. Ortschafts- und Gemeinderäte ringen um Lösungen. ©Sandra Biegert

Zu hohe Kosten: Vorerst kein fester Parkplatz am Altenheimer Fohlengarten. Der Ortschaftsrat Altenheim soll erneut beraten.

Bereits während der Frageviertelstunde in der Sitzung des Neurieder Rates deutete sich an, dass der Tagesordnungspunkt „Parkraumbewirtschaftung an den Badeseen Fohlengarten und Wacholderrain im Ortsteil Altenheim“ Brisanz verspricht.

Landwirt Klaus Rinkel meldete sich zu Wort, er habe durch das Anlegen der Gewerbegebiete bereits 3,5 Hektar Gemeindefläche verloren, dies innerhalb von drei Jahren, und sähe seinen Betrieb gefährdet.

Keinesfalls wolle er noch mehr Fläche verlieren, falls die Gemeinde einen festen Parkplatz am Fohlengarten anlegen sollte und dafür Gelände von ihm benötigt werde. Er sei bereit, Flächen zum Beparken während der Badesaison zur Verfügung zu stellen – allerdings langfristig festgeschrieben. Bauamtsleiter Klaus Person schilderte die Situation: Das Zuparken der Wege zu den Badeseen an heißen Sonntagen im Sommer sowie das wilde Parken in der Umgebung der Badeseen soll zukünftig verhindert werden. Der Ortschaftsrat Altenheim hat deshalb in der Februar-Sitzung beschlossen, dass für den Badesee Fohlengarten vor dem Damm beim Hundeheim ein Parkplatz angelegt werden soll – ebenso gebührenpflichtig wie der Parkplatz am Badesee Wacholderrain. Die Parkraumbewirtschaftung soll über die Firma KomParking GmbH erfolgen. Die Gemeinde müsste den Parkplatz bauen, die Hauptwege einschottern, mit einer Absperrung aus Holz umranden, die Parkflächen kennzeichnen und den Einfahrtsbereich asphaltieren. 

Münzprüfer und Schranke

Die Firma würde im Zufahrtsbereich eine Schrankenanlage und einen Münzprüfer installieren. Angedacht sind zwei bis vier Euro pro Tag, die dann zum größten Teil an die KomParking fließen würden. Nach Angaben der Firma sollte der Parkplatz am Hundeheim etwa 7000 Quadratmeter groß sein. Die Kosten für die Gemeinde für das Anlegen des Parkplatzes wurden vom Bauamt auf rund 400 000 Euro angegeben. 

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Da der Bau des Parkplatzes für die rund zehn Sonntage im Jahr unverhältnismäßig aufwändig wäre, schlägt die Verwaltung vor, keinen festen Parkplatz zu bauen, sondern ab Anfang Juni neben dem Hundeheim lediglich einen Parkplatz auf einer abgemähten Kleewiese einzurichten, für etwa 200 Fahrzeuge.

Der Pächter der Fläche hat zugesichert, dass er im kommenden Jahr Kleegras anpflanzen wird, welches Anfang Juni abgeerntet wird. Danach kann das Grundstück als Parkplatz genutzt werden. Am Badesee Wacholderrain ist ein Parkplatz vorhanden, diesen gebührenpflichtig zu machen, wird als kontraproduktiv angesehen. Im Zusammenhang mit dem baldigen Kiesabbau ist dort das Anlegen eines neuen Parkplatzes geplant. Wenn der neue Parkplatz angelegt ist, könne erneut über die Einführung einer Gebührenpflicht nachgedacht werden.

Parkverbote nicht durchgesetzt

Dies war Altenheims Ortsvorsteher Jochen Strosack doch zu wenig. Er schilderte nochmals eindrucksvoll die Situation am Fohlengarten – mit Parkchaos und zugeparkten Rettungswegen.  Parkverbote würden nicht durchgesetzt.  Es sei für ihn nicht diskutabel, die Parkflächen erst ab Anfang Juni zur Verfügung zu stellen. Auch vermisse er eine Rücksprache der Verwaltung mit dem Ortschaftsrat. „Auch im Mai herrscht je nach Wetter Hochbetrieb, wer zieht sich den Schuh an, wenn dann Ort etwas passiert und Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen?“ atsmitglied Bernd Uebel zeigte, wo der Schuh drückt: „Ich vermisse ein Durchziehen von Maßnahmen von Seiten der Verwaltung, es sollte abgeschleppt werden, es werden dort Schilder abgebaut und verändert, wir müssen einmal die Zähne zeigen, sonst machen wir ein Fass auf für alle Nachbarn“. 

Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung „Rückverweisung zur Beratung in den Ortschaftsrat Altenheim“ beendete der Altenheimer Ortsvorsteher die Diskussion, der Rat stimmte einstimmig zu. Nun beraten Ortschaftsrat und Gemeinderat erneut – und Landwirt Rinkel hängt weiter in der Luft.

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