Offenburg

Muettersprochler kritisieren Programm des SWR

Autor: 
Ursula Haß
Lesezeit 2 Minuten
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20. Mai 2016
Margot Müller von der Offenburger Muettersproch-Gsellschaft setzt sich dafür ein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Wert auf Mundart legt.

Margot Müller von der Offenburger Muettersproch-Gsellschaft setzt sich dafür ein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Wert auf Mundart legt. ©Ursula Haß

Margot Müller von der Offenburger Muettersproch-Gsellschaft ist unterwegs für die Petition »Mehr Mundart im Radio«: 50 000 Unterschriften sollen bis zum Herbst für mehr Heimat- beziehungsweise Regionalsprache im SWR gesammelt werden.

Die Muettersproch-Gsellschaft mit ihrem Präses Franz-Josef Winterhalter aus Freiburg findet, dass das Alemannische und auch die Regionalität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu kurz kommen. So erklärt die Muettersproch-Gsellschaft auf ihrer Internetseite, dass der SWR in zunehmendem Maße die Programmbestandteile mit südbadischem Bezug beschneide. Das betont auch Margot Müller, die Gruppenleiterin aus Offenburg. Es solle mehr Mundart im Radio geben. 

Im Gegensatz zum NDR, der viel auf Plattdeutsch sende, sei der SWR ein »sprachkulturelles Entwicklungsland«, finden die Muettersprochler. Das erklärte Ziel der Muettersproch-Gsellschaft: die alemannische Mundart zu pflegen und zu erhalten, dies liege auch im Argen, wie der Präses betont, weil die Unterstützung im Hörfunk des SWR fehlt. 

Online-Petition

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Mit einer Online-Petition sowie einer Unterschriftensammlung fordert der Verein auf Alemannisch: »Mir wenn, dass im SWR-Radio feschti, wöchentliche Sendestunde fir unseri alemannische Sproch­iigrichtet wird.« Aus diesem Anlass sollen 50 000 Unterschriften bis zum 31. Oktober gesammelt werden, wie Margot Müller betont. Mit der Unterschriftenaktion und der Online-Petition unter www.alemannisch.de möchte man den Druck auf den SWR verstärken, damit den Nachrichten aus Südbaden auch mehr Sendezeit eingeräumt wird, erklärt Margot Müller. 

Beiträge in alemannischer Mundart und die regionale Berichterstattung seien »radikal gekürzt« worden, nachdem zuvor schon das Sinfonieorchester Freiburg/Baden-Baden nach Stuttgart »wegfusioniert« wurde, so die Offenburger Gruppenleiterin. Margot Müller ist deshalb bereits eifrig am Sammeln von Unterschriften, wobei sie auf viele Befürworter dieser Aktion gestoßen ist. 

Wer die rührige Muettersprochlerin auch mal im Fernsehen sehen will, kann die »Quizhelden« im SWR-Fernsehen einschalten. Dort erklärt sie von Fall zu Fall »mundartliche Begriffe«. Der SWR wundert sich übrigens offenbar über die Kritik. Denn die Regionalität sei der Kern des Selbstverständnisses des Senders, heißt es aus Stuttgart. Gut möglich, dass die Ankündigung des Unterschriftensammelns schon Wirkung zeigt.

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