Vergangenheit wird aktuell

Nach 200 Jahren läuft »Graf Magga« wieder durch Zell

Autor: 
Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juni 2017

Graf Magga mit seinem »Gefolge« beim Rundgang durchs Zeller Städtle, der angefüllt war mit Wissenswertem und Anekdoten. ©Inka Kleinke-Bialy

Seit einigen Jahren hat Roland Schopp darauf hingearbeitet, Franz Anton Schmider (1817 – 1891) alias »Graf Magga« aus der Vergessenheit zu holen. Und er hat Zells schillernde Persönlichkeit der Biedermeierzeit anlässlich ihres 200. Geburtstags nun auf einen ersten Stadtrundgang geschickt.

Rund dreißig Menschen versammelten sich am Donnerstag gespannt im Storchenturmmuseum und wurden mit einem Graf-Magga-Aufkleber »gekennzeichnet«. Von Schopp höchstpersönlich, der noch »er selbst« ist, wenngleich bereits geschminkt: Make-Up und Rouge modellieren sein Gesicht – unverkennbar, dass die Maskenbildnerei eine seiner Professionen ist.

Gemeinsam mit seinem Lebenspartner Harald Haiss stellt Schopp die Vita jenes einfachen Töpfer- und Bauernsohnes vor, der in der Zeller Keramikfabrik Karriere machte und es zu hohem Ansehen und Reichtum brachte, ohne dabei sozial Benachteiligte und Arme zu vergessen. Der zum Aussteiger wurde. Der mit seiner vornehmen Ausstrahlung, seiner künstlerischen und Erfindungsgabe beeindruckte und aufgrund einer Anekdote als »Graf Magga« in die Annalen einging.

Sodann beginnt Schopp vor aller Augen, sich mittels selbstgeknüpfter Augenbrauen, Bart und Perücke in besagten illustren Herren, zu »Graf Magga«,  zu verwandeln. Später wird er gestehen, dass er schon lange nicht mehr ein solches Lampenfieber gehabt hat. Denn: Der heutzutage staatlich anerkannte Heilpraktiker für Psychotherapie hegte schon in seiner Stuttgarter Gymnasialzeit eine Leidenschaft fürs Schauspiel. Später vermischte die sich international hoch erfolgreich mit der Liebe zur Zauberkunst, um nun in der Rolle des »Graf Magga« zu gipfeln.

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Dass der Wahlzeller eigens zu diesem Zweck mit einem Schauspielcoach gearbeitet hat, macht sich bezahlt: Zwei, drei Schritte und eine kurz dahergesummte Melodie, dann steht er in aller Präsenz da: »Graf Magga«. In lässig-erhabener Pose schaut er seinem Publikum entgegen.

Ein Graf mit Gefolge

Gleich darauf führt er sein Gefolge gräflich forschen Schrittes durch die Altstadt, mit allerlei unterhaltsamen Anekdoten und gar einem gewidmeten Zauberkunststück im Gepäck. Macht dabei an all jenen Orten halt, die mit »Maggas« Leben einst zusammenhingen: Vor der alten Poststation beispielsweise, in deren erstem Stock er wohnte, oder beim Kirchgassbeck, wo sein Onkel wirkte. Der Durchbruch in der Stadtmauer war ihm als Bub eine beliebte Abkürzung, wenngleich es sich vor der »keifigen« Eugenia vom Öhlerbeck zu hüten galt.Unverzichtbar auf diesem Spaziergang natürlich die noch immer in Nutzung befindliche Familiengruft sowie das Gelände der Alten Fabrik.

Mit der Note eins wird das Publikum die Darstellung des »Graf Magga«, Informationsgehalt und Unterhaltungswert der nochmals im September stattfindenden Veranstaltung beurteilen. Am Ende eines Abends, der bei einem gemeinsamen Essen ausklingt – in Franz Anton Schmiders einstigem Wohnhaus, dem heutigen »Bärenkeller«. Hier wird »Graf Magga« außerdem auf den Tag genau seinen 200. Geburtstag feiern: mit einem zauberhaft-überraschungsvollen Dinner am 11. Juli.

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