Amtsgericht Offenburg

Nach Bandendiebstahl an Weihnachtsständen: 37-Jähriger verurteilt

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17. April 2021
Der Weihnachtsmarkt auf dem Offenburger Marktplatz im Jahr 2019. Auch hier soll eine Diebesbande Bargeld von einem Stand entwendet haben.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Offenburger Marktplatz im Jahr 2019. Auch hier soll eine Diebesbande Bargeld von einem Stand entwendet haben. ©Ulrich Marx

Wegen schweren Bandendiebstahls in vier Fällen und einer Trunkenheitsfahrt ist ein 37-jähriger Serbe gestern vor dem Offenburger Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurde.

Er soll gemeinsam mit vier Komplizen im Zeitraum vom 7. Dezember bis zum 18. Dezember 2019 bei insgesamt vier Weihnachtsbaumverkaufsstellen und Weihnachtsmarktständen Bargeld entwendet haben, wie Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer aus der Anklageschrift verlas. Die Vorfälle ereigneten sich in der Freiburger Straße und auf dem Weihnachtsmarkt in Offenburg, außerdem in Haslach und in Kehl. Insgesamt wurden rund 1900 Euro entwendet. Laut Schäfer ist die Bande dabei stets nach dem gleichen Muster vorgegangen: „Zwei haben den Verkäufer abgelenkt, zwei haben sich den Geldbeutel oder die Kasse vorgenommen und einer fuhr das Fluchtauto.“

Dem 37-Jährigen wurde außerdem eine Trunkenheitsfahrt am 4. Januar dieses Jahres zur Last gelegt, bei der er Schlangenlinien fahrend erst sehr spät auf Signale der Polizei reagierte. Ein Alkoholtest zeigte damals 0,53 Promille an. Dieser Vorfall ereignete sich in Krefeld, wo die Eltern des Angeklagten leben, und führte letztendlich zu dessen Festnahme wegen der Vorfälle in der Ortenau. Seit dem 4. Januar befindet er sich in Untersuchungshaft.

Verwandtschaft

Der 37-Jährige räumte über eine schriftliche Einlassung durch seinen Verteidiger Thorsten Dercar (Essen) alle ihm zur Last gelegten Punkte ein. „Es hat sich alles so zugetragen wie angeklagt“, so Dercar. Der Angeklagte sei damals bei seinen Eltern zu Besuch gewesen, als ihn sein Großcousin anrief, weil er „Arbeit für ihn hätte“. Der Großcousin lebt in der Ortenau und habe den 37-Jährigen und weitere Familienangehörige zusammengetrommelt. Vor Ort wurden dann die Aufgaben verteilt.

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„Die Familie hat Geld gesammelt, um den angerichteten Schaden wieder gutzumachen“, sagte Dercar des Weiteren. 600 Euro seien so schon zusammengekommen, die der Verteidiger anteilig unter den Geschädigten verteilen will. Selbst habe der 37-Jährige von der Beute nur 300 Euro gesehen, wie er auf Nachfrage von Richterin Ute Körner sagte. „Er war das kleinste Licht. Die anderen sind viel näher verwandt. Seine Familie hat bereits mehr gesammelt, als er damals bekommen hat“, so Dercar weiter.

Aufgrund des umfassenden Geständnisses des 37-Jährigen entschied Körner, von den ursprünglich sechs geladenen Zeugen nur einen der damals ermittelnden Polizeibeamten zu hören. Dieser schilderte, wie er zwischen den unterschiedlichen Vorfällen die Gemeinsamkeiten gefiltert habe und dass die Vorgehensweise in allen Fällen ähnlich war. Vom Angeklagten gebe es Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen, die auf ihn schließen ließen.

Fahrverbot

Vorbestraft ist der Angeklagte nicht, es liegen aber zwei Eintragungen im Bundesverkehrsregister gegen ihn vor, einmal weil er zu schnell unterwegs war und einmal wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss. Beides wurde mit einem Bußgeld und Punkten geahndet.

In ihrem Urteil folgte Richterin Körner dem Vorschlag von Oberstaatsanwalt Schäfer, der sich für die Strafe von einem Jahr und acht Monaten, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung, aussprach. Auch der Verteidiger plädierte für eine Bewährungsstrafe und betonte noch einmal die Reue seines Mandanten. Außerdem wird dem 37-Jährigen ein achtmonatiges Fahrverbot auferlegt und er muss seine Schadenswiedergutmachung weiter betreiben. Der Haftbefehl wird aufgehoben.

Zu Gunsten des 37-Jährigen spricht laut Körner nicht nur das Geständnis, sondern auch, dass er die Namen der vier Beteiligten genannt hat. „Zu diesen Personen hatten wir bis dahin noch keine Hinweise, er hat also Aufklärungshilfe betrieben.“ Außerdem ist er seit den Vorfällen 2019 nicht mehr negativ in Erscheinung getreten und auch der Versuch der Schadenswiedergutmachung werde positiv bewertet.

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