Gengenbach-Reichenbach

Was beim vierten »Rock auf’m Hof« geboten wird

Autor: 
Marc Faltin
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14. Juli 2016
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Irene und Josef Sester (rechts) vom Oberen Schwärzenbachhof mit Jürgen Zöller (links), Ex-Schlagzeuger von BAP und Kopf der Zöller-Network-Band, sowie Klaus Bayer von »Mainstreet« auf der grünen Tribüne, wo am 3. September hunderte Rockfans feiern. ©Marc Faltin

Gut 800 Besucher feierten vor zwei Jahren den dritten »Rock auf’m Hof« mit der »Zöller-Network-Band« und »Mainstreet« auf dem Oberen Schwärzenbachhof in Reichenbach. Am Donnerstag stellten der dienstälteste BAP-Schlagzeuger Jürgen Zöller und das Ehepaar Sester als Gastgeber die vierte Auflage vor, die am 3. September über diese idyllische Bühne mitten im Grünen geht.

»Ja, das ist meine zweite Heimat«, sagt Jürgen Zöller und lächelt. Der Obere Schwärzenbachhof ist seit vielen Jahren der ideale Ort für den Profimusiker, mal durchzuschnaufen und abzuschalten. Mit einer Ausnahme alle zwei Jahre, wenn am Ende des Schwärzenbachtals gerockt wird. Und die große Vorfreude auf das vierte Rockfest am 3. September teilt der 68-Jährige, der bis 2014 insgesamt 27 Jahre für die berühmte Kölner Rockband BAP trommelte, mit seinen Gastgebern und Freunden, mit Irene und Josef Sester. »Es ist schon etwas zäh«, sagt Irene Sester über die Überlegungen, diesen Kraftakt ein weiteres Mal zu wagen, »die Familie muss dahinter stehen.« Da dem so ist und die vielen Helfer hinter den Kulissen – von Werbung bis Rockwurstgrillen – immer wieder gerne die Ärmel hochkrempeln, kann es nur eine Entscheidung geben, die auch dem Bekanntheitsgrad des Hofs nicht schadet. Und Zöller betont: »So lange ich die Sticks halten kann, bin ich hier dabei.« Denn bei diesem Hof-Rock sei »alles natürlich, selbstverständlich, organisch, dazu besser organisiert als bei vielen großen Festivals mit professionellen Veranstaltern.« Mit BAP rockte der dreifache Vater, geboren in Köln, aufgewachsen in Frankfurt und seit 21 Jahren in Karlsruhe ansässig,  einst sogar vor 250 000 Besuchern. »Aber dann siehst du keinen einzigen Menschen«, sagt er, »ich will am liebsten nur noch in Clubs mit bis zu 300 Leuten und Blickkontakt spielen« – oder eben vor 800 Fans auf dem grasgrünen Halbrund in Reichenbach.
Wo am 3. September zum dritten Mal die Coverband »Mainstreet« um Klaus Bayer »uns die Wiese mäht, auf der wir uns dann breit machen dürfen«, lächelt Zöller. »Was für Jürgen klein ist, ist für uns groß«, erklärt Bayer, seit 36 Jahren feste Größe dieser Ortenauer Band mit anspruchsvollen Hobby-Musikern.

Hochkarätiger Ersatz

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Dass inzwischen Freundschaften zwischen Musikern beider Bands bestehen, freut den Polizei-Ausbilder aus Offenburg umso mehr. Allerdings fehlt in Reichenbach bei Zöllers Netzwerkern erstmals Christoph Stein-Schneider, der anderswo eine Verpflichtung habe. Der Gitarrist, der nicht nur wegen seiner extremfarbtönigen Anzügen für bleibende Eindrücke sorgt, werde »als persönlicher Ausgleich« nachträglich »zwei Nächte auf unserem Hof verbringen«, merkt Josef Sester an. Das spricht für sich. Ebenso wie die Tatsache, dass mit Thomas Blug zum zweiten Mal ein höchst begnadeter Lead-Gitarrist als Ersatz einspringt. Dem »Fender Stratocaster King of Europe 2009« steht Lyle Närvänen zur Seite, Gitarrist der Urbesetzung der legendären »Leningrad Cowboys« und Mitglied »meines neuen Hauptbabys und Zuckerstückchens«, so Zöller. Im September erscheint die erste CD von »Zöller & Konsorten«, die bereits eine »Flucht nach Vorn« veröffentlichten, mit biografischem Text sowie Schlagzeuger und Sänger in einer Person. Für den Gesang in Reichenbach ist wieder der Karlsruher Olli Roth zuständig, längst eine Kultfigur beim Sester-Festival. »Und mit Alfredo Hechavarria haben wir eine kubanische Bassmacht dabei«, kündigt Zöller eine Reichenbach-Premiere an. Jene feierte Nicatea 2014. Weil das »Stadtkind aus Berlin« ebenfalls ins Schwärmen geriet und die von Zöller angekündigte »fantastische sonore Stimme« unterstrich, sagte sie erneut zu. 
Das Programm umfasst diesmal in erster Linie Songs von Musikern, die kürzlich starben, wie David Bowie und Prince, »oder schon länger nicht mehr unter uns sind, deren Musik aber weiterlebt«, so Zöller. Zuvor bietet »Mainstreet« ab 17 Uhr »Highlights der Rockgeschichte« sowie Songs von Adele, Gossip und Melissa Etheridge. »Die Rockfestbesucher bekommen auf jeden Fall fett eins auf die Ohren«, so Bayer. Was positiver gemeint ist als es klingt. »Einlass ist bereits ab 15 Uhr«, erklärt Irene Sester, damit die Talstraße und der im Eintrittspreis inbegriffene Shuttlebus (ab Rathaus) nicht überfordert werden. Ortsvorsteher Markus Späth, der sich riesig freut auf dieses Ein Spaziergang durch diese Idylle stellt übrigens eine reizvolle Alternative dar.

Karten sind im Vorverkauf für 25 Euro zu haben bei der Familie Sester, im Edeka-Markt Schneider und in der Lotto-Annahmestelle Suhm sowie unter www.reservix.de im Internet. An der Abendkasse kostet der Eintritt 28 Euro

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