Hemdeglunker

"Narrenzunft Gengenbach hat das Beste getan"

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24. Januar 2021

(Bild 1/3) Der Gengenbacher Schalk ist wach, Bürgermeister Thorsten Erny entmachtet. Doch die Szenerie hatte etwas Unwirkliches im Vergleich zu den Vorjahren. Doch wegen Corona war nicht mehr möglich. ©Thomas Reizel

Die Erweckung des Gengenbacher Schalks hatte etwas Surreales: Jedes Jahr versammeln sich Tausende Hemdegluker in der Stadt, doch die war am Samstag wegen Corona menschenleer. Und doch legten sich die Narren mächtig ins Zeug.

Normalerweise herrscht beim Gengenbacher Hemdeglunker schon weit vor 18 Uhr Gedränge in der historischen Altstadt. Tausende in Nachtwäsche gekleidete Narren versuchen, den besten Platz zu ergattern, wenn mit Getöse der Schalk im Niggelturm geweckt wird. Wegen Corona war es in diesem Jahr nicht so.

Ein einsamer Spaziergänger, Bott „Bem“ Steiner, lief in Zivil gerade durchs Obertor. „Normalerweise wäre ich im Kölmel-Haus und würde den Niggelturm anleuchten“, sagt er und ging weiter Richtung „Bergle“, wo später ein kleines Feuerwerk von der Entmachtung des Bürgermeisters Thorsten Erny närrisches Zeugnis gibt.

Auch dem Aufruf der Narrenzunft, doch aus allen Fenstern der Stadt zu lärmen, folgten nur wenige. Das regnerische Wetter war auch nicht besonders einladend. Die Szenerie wirkte irgendwie beklemmend, wenn man diese damit vergleicht, wie sonst Tausende Narren vor dem Rathaus fröhlich feiern.

Herzblut des Narrenrats

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Deutlich zu spüren war aber auch das Herzblut des Narrenrats, der sich die Fasent wegen Corona nicht vermiesen lassen wollte. Sie haben mit viel Leidenschaft alles dafür getan, den Menschen trotz der Corona-Bedingungen so viel Fasent wie möglich zu bieten.

„Alles isch anders wie in frühere Johr, allein war ich am Turm, sell isch wohr. Doch trotze mir der Pandemie, für uns regiert d’ Fasent, so soll’s si. Lieber Schalk, lass dir sage, mir henn dich vermisst all die Tage!“, sagte Zunftmeister Michael Armbruster und forderte mit dem Schalk die Herausgabe des Rathausschlüssels.

Diesen seilte Bürgermeister Thorsten Erny unter „Beobachtung“ eines Teams des SWR-Fernsehens vom Rathausbalkon ab, direkt in die ausgestreckten Arme des Schalks. „Ich steh da obe ganz allei, alles isch online heut, des isch au nit s Gelbe vom Ei“, stellte „Maire“ Erny fest. Doch zeige sich gerade deshalb in der Stadt, was für kreative Narren sie hat. Eindringlich appellierte er, sich an die Corona-Regeln zu halten, damit die Narrenschar 2022 wieder Fasent feiern kann.

Auf der Facebookseite des Bürgermeisters überschlugen sich die lobenden Worte für die Narren. „Das Beste, was man unter den Bedingungen tun konnte, super gemacht und hoffentlich kommt es im Fernsehen“, sei nur stellvertretend genannt.
Die Narrenzunft stellte aktuell ein aufwendig und liebevoll gedrehtes Video ins Internet. Es ist noch zu sehen unter dem Link www.schalk.live.

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