Betreuungs-Angebot wird erweitert

Naturerlebnis im Kindergarten - prev

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12. Mai 2021
So soll das Funktionsgebäude der neuen Kindergartengruppe in Oberharmersbach aussehen

So soll das Funktionsgebäude der neuen Kindergartengruppe in Oberharmersbach aussehen ©Dipl.-Ing. Oliver Heizmann

Oberharmersbach möchte das Angebot des Kinderhauses „Sonnenblume“ am Waldrand erweitern. Gemeinderat im Spagat zwischen Sparen und Steigerung der Attraktivität des Orts.

Das Oberharmersbacher Kinderhaus „Sonnenblume“ soll künftig eine Naturerlebnisgruppe erhalten. Das heißt, eine der vier bestehenden Gruppen im Ü3-Bereich (drei bis sechs Jahre) wird aus dem Kindergarten ausgelagert und auf einem eigens hergerichteten Platz am Waldrand betreut. Dazu soll auch ein eigenes Gebäude errichtet werden. Der Gemeinderat brachte in seiner Sitzung am vergangenen Montag das Projekt bei zwei Gegenstimmen auf den Weg.

Oberharmersbachs Bürgermeister Richard Weith begründete eingangs den Wunsch, das Angebot des örtlichen Kindergartens zu erweitern. „Es gilt, bei den sogenannten weichen Standortfaktoren den Anschluss nicht zu verlieren“, betonte Weith. Die meisten Gemeinden hätten zwischenzeitlich ihr Angebotsspektrum bei der Kinderbetreuung in Form von Wald- oder Naturerlebnisgruppen erweitert. Das könne heutzutage für viele Menschen bei der Wahl ihres Wohnortes mitentscheidend sein.

Bereits im Februar 2020 hatte sich der Gemeinderat in einer Klausurtagung mit einer Naturerlebnisgruppe als zusätzliches Angebot befasst, erinnerte Weith. Damals war das Ergebnis ein klarer Auftrag an die Verwaltung, Planung und Konzeption für ein solches Zusatzangebot voranzutreiben.

Gemeinde und Planungsteam haben nun ihre Hausaufgaben gemacht. Auch der Kindergarten selbst hat zwei Erzieherinnen für diese Art der Betreuung geschult. Die Standortsuche ist nach vielen Abwägungen ebenfalls abgeschlossen, die Kinder sollen auf einer rund 1800 Quadratmeter großen Fläche nordwestlich des Kunstrasenplatzes die Natur erleben. Ein Gebäude soll als Rückzugs- und Aufenthaltsort dienen.

Das Gelände gehört der Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg, die mit einer Verpachtung einverstanden ist. Die Zuwegung erfolgt über den Parkplatz des Kunstrasenplatzes. Da auf dem Gelände früher bereits ein Gebäude stand, wären Ver- und Entsorgung sowie Stromanschluss möglich.

Nicht nur die Kindergartengruppe könnte Gebäude und Gelände nutzen, auch Synergien mit der Grundschule oder dem Ferienprogramm wären möglich. Die Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht obliegt der Gemeinde als Trägerin der Einrichtung. So muss der nahe Wald regelmäßig beobachtet und je nachdem durchforstet werden.

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Die Verwaltungsvorlage war üppig und ließ keine Fragen offen. Es schien alles klar für einen raschen Grundsatzbeschluss. Dass sich das Gremium dennoch schwertat, das Vorhaben auf den Weg zu bringen, lag am vorgesehenen Funktionsgebäude. Das hatte Dipl.-Ingenieur Oliver Heizmann zwar bereits schnörkellos in Holzbauweise geplant, dennoch standen am Ende rund 79 000 Euro Kosten, eine Durchforstung und Geröllsicherung bereits einbezogen. Dass die Gemeinde aktuell dieses Geld nicht frei hat, zog sich wie ein roter Faden durch die Wortbeiträge. Und das, obwohl die Verwaltung ehrenamtliche Arbeitsstunden von Eltern oder die Gründung eines eigenen Fördervereins zur Mittelbeschaffung bereits ins Kalkül einbezogen hatte.

„Freiwillige Leistung“

Anja Jilg (CDU) beispielsweise stellte fest, dass es ein Leichtes sei, angesichts der freudigen Erwartungshaltung in der Bevölkerung zuzustimmen. Sie selbst habe Angst vor den Folgekosten. „Wir haben viele Sachzwänge, das ist aber eine freiwillige Leistung, die wir uns überlegen sollten“, meinte sie. „Ich werde es befürworten, aber mit schlechtem Gewissen“, so Jilg.

Ihr Fraktionskollege Rolf Rombach, selbst Unternehmer, sah die veranschlagten Baukosten „sehr sportlich gerechnet“. Er schätzte, dass das Projekt angesichts der derzeitigen Baupreise bis zu 20 Prozent teurer werden wird und empfahl, nicht sofort mit dem Bau zu beginnen. Eine andere Art der Kritik kam von Miriam Pfundstein (FW), die infrage stellte, ob man eigens ein Gelände errichten müsse, um im ländlich geprägten Ort den Kindern die Natur nahezubringen.

Unterstützung kam von Clarissa Lehmann (CDU), die betonte, der Ort müsse sich weiterentwickeln. Sie war davon überzeugt, dass alle Kinder vom Projekt profitieren werden. Auf die Kosten müsse man ein wachsames Auge werfen.

Andreas Kasper (FW) appellierte an alle Einwohner. So etwas sei eine Gemeinschaftsaufgabe, betonte er.

Bürgermeister Weith zog schließlich sein persönliches Fazit: „Wenn wir das – mit Bürgerbeteiligung – nicht mehr hinbekommen, können wir uns die nächsten zehn Jahre auf Straßensanierungen beschränken. Das Projekt müsse nicht nächste Woche beginnen, meinte er und wollte aber auch nicht zu lange damit warten, denn jetzt sei die Motivation aller Beteiligten da.

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