Fahnenaktion vor dem Rathaus

"Nein zu Gewalt an Frauen": Auch Forderungen wurden genannt

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22. November 2020
Bei der Aktion des Frauennetzwerks vor dem Offenburger Rathaus ging es darum, sich gegen Gewalt gegen Frauen stark zu machen.

Bei der Aktion des Frauennetzwerks vor dem Offenburger Rathaus ging es darum, sich gegen Gewalt gegen Frauen stark zu machen. ©Zonta-Club Offenburg

Mit einer symbolischen Inszenierung und eindrücklichen Wortbeiträgen hat das Frauennetzwerk Offenburg vor dem Rathaus gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. 

Das Frauennetzwerk Offenburg hat am Samstag ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt und drei Fahnen mit der „Botschaft „Nein zu Gewalt an Frauen“ vor dem Rathaus gehisst. Flankiert wurde das Fahnenhissen mit einer eindrücklichen Aktion der Vertreterinnen des Frauennetzwerks. Jede dritte Frau hatte sich in Rot gekleidet, während die anderen in Schwarz kamen. Die roten Frauen hielten jeweils  ein Schild in die Höhe mit der Aussage „Jede dritte Frau in Deutschland ist von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen.“

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Offenburg, Regine Geppert, fand deutliche Worte für die weltweit häufigste Menschenrechtsverletzung, die Gewalt gegen Frauen darstellt. „Frauen und Mädchen sind Opfer von Zwangsprostitution, Zwangsheirat, Frühehen und Genitalverstümmelungen“, zählte sie auf. „Frauen und Mädchen werden vergewaltigt und missbraucht. sie sind häufig Opfer häuslicher Gewalt“, so Geppert weiter. 
Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ hat in diesem Jahr durch die Auswirkungen von Corona deutlich an Brisanz gewonnen. „Für viele Frauen und deren Kinder ist das Zuhause kein sicherer Ort mehr“, machten die Akteurinnen deutlich. 

Mit Zahlen bekräftigt

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Inge Vogt-Goergens vom Verein Frauen helfen Frauen, der das Ortenauer Frauenhaus betreibt, untermauerte die Aussagen mit Zahlen der gerade veröffentlichten Statistik des Bundeskriminalamts. Demnach steigen die Zahlen deutlich: Im Jahr 2019 waren 115 000 Frauen von Stalking, Bedrohung, sexuellen Übergriffen, Körperverletzung, Vergewaltigung bis hin zu Mord und Totschlag betroffen. Aber die Statistik erfasse nur die polizeibekannten Fälle. Experten seien sich sicher, dass die Dunkelziffer extrem hoch sei, so Vogt-Goergens. Nur 25 Prozent der Betroffenen holen sich nach Schätzungen Hilfe. „Wir sehen also nur die Spitze des Eisberges.“ Beispielsweise die Kinder, die die Gewalt miterleben und ebenfalls Opfer von Gewalt sind, würden statistisch gar nicht erfasst. 

Dann spann sie den Bogen nach Offenburg und in den Ortenaukreis. In diesem Jahr seien die Frauenhaus-Plätze mehr als verdoppelt worden. Bis Ende Oktober haben 208 Frauen und Kinder Schutz gefunden und Begleitung erfahren. Dennoch hätten 50 Frauen mit ihren Kindern abgewiesen werden müssen, weil das Haus belegt war. Vor allem in der Corona-Zeit hat sich die Zahle der Hilfesuchenden erhöht. Die angeschlossene Beratungsstelle berate so viele Frauen wie nie zuvor. 

Beiträge von Betroffenen

Danach lasen drei Frauen des Frauennetzwerkes jeweils einen anonymisierten Beitrag von Frauen vor, die im Frauenhaus Hilfe gesucht hatten und gaben damit Einblicke in die Not der betroffenen Frauen. 
Abschließend formulierte das Frauennetzwerk seine Forderungen anlässlich der Fahnenaktion. So müsse es einen Rechtsanspruch für Frauen auf einen Frauenhausplatz geben, eine ausreichende Finanzierung der Beratung bei sexueller und häuslicher Gewalt, eine Finanzierung der sozialen Trainingsprogramme für Täter sowie eine Finanzierung der Angebote für Kinder, um die Gewalterfahrungen in den Familien zu bewältigen. 
 

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