Nach Zwangsversteigerung:

Tennishalle Zell soll für Wintertraining reaktiviert werden

Autor: 
Dietmar Ruh
Lesezeit 3 Minuten
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03. Dezember 2015
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Noch liegt die Tennishalle Zell im Dornröschenschlaf. Dies wollen fünf Tennisclubs der Region ab dem 15. Dezember ändern. ©Dietmar Ruh

Für die derzeit leerstehende Tennishalle Zell bahnt sich eine überraschende Entwicklung an: Fünf Tennisclubs der Region möchten das Gebäude über den Winter  für Tennistraining reaktivieren. Die Stadt Zell, seit der Zwangsversteigerung am 18. November neue Eigentümerin der Halle, ist einverstanden.

Nach der Insolvenz von Peter Niermaier, bisheriger Besitzer von Tennishalle und Sportzentrum Gasselhalde in Zell, war die Zukunft der beiden Gebäudekomplexe ungewiss. Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde die Tennishalle im Mai dieses Jahres geschlossen, das bewegliche Inventar im Innern durch den Insolvenzverwalter verkauft.

Aus der Zwangsversteigerung am 18. November ging die Stadt Zell als neue Eigentümerin hervor (wir berichteten). Damit waren zwar die Besitzverhältnisse neu geregelt, ob aber in der Tennishalle jemals wieder trainiert werden würde, war damit längst nicht klar. Dafür hätte es zuallererst einen Betreiber gebraucht, erschwerend kamen notwendige Sanierungsmaßnahmen in der Halle hinzu. Zells Bürgermeister Günter Pfundstein erklärte kurz nach der Zwangsversteigerung, der Erwerb der Halle sei »als erster Schritt« zu sehen und ließ weitere Pläne zunächst offen. Die Betreiber für Tennissport, so Pfundstein vor rund zwei Wochen, würden bei ihm jedenfalls nicht Schlange stehen.

Das hat sich offensichtlich kurz danach geändert. Wie Pfundstein auf Nachfrage erklärte, seien bezüglich der Tennishalle im Rathaus Gespräche geführt worden. Gesprächspartner für die Hallenutzung waren auch Vertreter der fünf Tennisclubs aus Biberach, Nordrach, Oberharmersbach, Haslach und Zell. Die wollen in einer Gemeinschaftsaktion die Tennishalle Zell für diesen Winter für Tennistraining reaktivieren. Das Interesse der Clubs ist nachvollziehbar, denn die Halle in Zell ist die einzige Möglichkeit in der Umgebung, Training in den Wintermonaten zu absolvieren. Spielen soll jeder dürfen, der einen Platz bucht, dazu soll sogar ein Internet-Portal eingerichtet werden. Die Kosten von rund 2500 Euro für drei Tennisnetze, Trenn-Netze zwischen den Plätzen und eventuell eine fahrbare Leiter wollen sich die Vereine teilen.

Zustimmung im Rat

Bei der Stadt Zell stieß die Idee auf Gegenliebe. Bürgermeister Günter Pfundstein informierte am Montag in nichtöffentlicher Sitzung den Gemeinderat über diese Pläne und erntete einhellige Zustimmung. »Die Stadt wird der Vereinsgemeinschaft die Halle bis zum 30. April 2016 mietfrei überlassen, sorgt für Heizung und Strom. Für die Ausstattung der Halle und die Organisation der Benutzung sind die Vereine zuständig«, so Pfundstein. Mit einem Verein, vermutlich dem TC Zell als direkter Nachbar der Halle, wird eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.

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Ab Mai 2016, wenn der Winterbetrieb eh endet, möchte die Stadt prüfen, ob die Generalsanierung kommt und ob Betreiber oder sogar Käufer da sind. Wobei auch der TC Zell, respektive die Vereinsgemeinschaft, als potenzieller Betreiber der Halle möglich wäre.

Letztere Option schließt auch Hans-Martin Moll, Vorstandsmitglied im Tennisclub Zell, nicht kategorisch aus. Natürlich würden in einer sanierten Halle Pachtgebühren fällig, die sich idealerweise über die Einnahmen für Trainingsstunden tragen sollten. »Die Ideallösung wäre allerdings ein fachkundiger Betreiber, der alles Organisatorische übernimmt«, so Moll.

Die Halle selbst mit ihren drei Tennisplätzen ist aktuell zwar funktionsfähig für Tennissport, allerdings gibt es einen Wasserschaden, der entweder von den Toilettenanlagen oder den Duschen herrührt. Auch das möchte die Stadt klären und das Problem je nachdem kurzfristig lösen. Gelingt das nicht, planen die Vereine, eventuell die sanitären Anlagen im benachbarten Sportzentrum zu benutzen.

Start am 15. Dezember?

Anfang nächster Woche wollen sich die Vertreter der fünf Tennisclubs treffen, um letzte Details abzusprechen. So muss die Frage geklärt werden, wie  der Zugang zur Halle für Tennisfreunde geregelt wird. Und eine Internetseite soll auf den Weg gebracht werden, über die Tennisstunden gebucht werden können. »Unser Ziel ist es, dass der Spielbetrieb  ab 15. Dezember losgehen kann«, erklärt Hans-Martin Moll.

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