Offenburg

Neuer Gesicht für den Gregorysgraben

Autor: 
Burkhard Ritter
Lesezeit 2 Minuten
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18. Juli 2001
Als attraktives Naherholungsgebiet mit gewässertypischen Hochstauden, einem Schilfgürtel und mit viel artenreichem Feuchtgrünland am abgeflachten Ufer soll der Gregorysgraben westlich der Kinzig neu herausgeputzt werden.
Offenburg-Griesheim. Der Diplom-Biologe und Fachmann für angewandte Ökologie, Alfred Winski, und Planungsexperte Hubert Wernet vom Stadtplanungsamt für Umwelt machten dem Ortschaftsrat Griesheim in seiner Sitzung am Dienstagabend die Planentwürfe so schmackhaft, dass keine grundlegenden Einwände vorgebracht wurden und bereits im Spätjahr mit der praktischen Umsetzung begonnen werden kann. Artenreiche Wiesen Auf einer Strecke von rund einem bis zwei Kilometer soll der urige Graben westlich der Kinzig - in Richtung Weier dem Gottswald vorgelagert - maximal bis zu sieben Meter, im Schnitt jedoch ein bis zwei Meter »aufgeweitet« werden. Hiermit werden neue Lebensräume für gewässertypische Hochstaudenflure geschaffen. Durch dieses neue Feuchtgrünland entstehen artenreiche Wiesen, die von Landwirten als Pachtland der Stadt bewirtschaftet werden. Schon am Beginn des Grabens - etwa ab Steinbrücke - wird ein zehn Meter breiter Streifen aus der Bewirtschaftung herausgenommen. Neben der Hochstaudenflur sollen Ackerrandstreifen als Grasflur genutzt werden. Wasserrückhaltebecken Diese Eingriffe sind beeinträchtigt durch den früheren Flusslauf der Kinzig, die sich einst in vielen Windungen in Richtung Gottswald schlängelte. Der tiefer liegende Gottswald ist somit geradezu prädestiniert für die Anpflanzung von Eschen und Schwarzerlen und als Rückhalteraum bei starken Niederschlägen. Überschwemmungsschäden werden dadurch reduziert. Die Planer raten, die Pappeln mittelfristig aus dem Bestand zu ziehen, jedoch deren Stämme als Lebensraum für Organismen zu belassen. Die Renaturierung des Gregorysgraben, die auch nicht durch einen kurzen Streckenabschnitt mit darin vermuteten Altlasten in Frage gestellt ist, dürfte etwa 40000 Mark kosten. Bereits im Spätjahr sollen die Pläne umgesetzt werden, sofern bis dahin die Landeszuschüsse fließen. Dies wird auch zur Folge haben, dass die Stadt die Extensivierungsverträge mit den Pächtern neu fassen muss, das heißt jene Landwirte entschädigt, die aus ökologischen Gründen mit der Düngung zurückstecken. Denn eine Überdüngung würde den Artenreichtum der Pflanzen stark beeinträchtigen.

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