Rück- und Ausblick

Neujahrsempfang: Diese Themen sind 2020 in Schutterwald wichtig

Autor: 
Sandra Biegert
Lesezeit 4 Minuten
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10. Januar 2020
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(Bild 1/2) Die Aula der Mörburgschule war beim Neujahrsempfang mit Bürgern und Ehrengästen voll besetzt. ©Sandra Biegert

Beim Neujahrsempfang in Schutterwald hat Bürgermeister Martin Holschuh auf die wichtigen Themen aus dem vergangenen Jahr geblickt – und angekündigt, was 2020 wichtig sein wird.

Mit uriger Musik und wehenden Röcken hat die Trachtengruppe Schutterwald den Neujahrsempfang der Gemeinde am Mittwochabend eröffnet. Die Aula der Mörburgschule war komplett mit Bürgern, Gemeinderäten und Ehrengästen besetzt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Gesangverein „Liederkranz“ Schutterwald. 

Bürgermeister Martin Holschuh zeichnete die wichtigsten Ereignisse im vergangenen Jahr nach. 2019 sei er bei seiner Ansprache am Neujahrsempfang aufgeregter gewesen als sonst, leitete er ein. Denn vor knapp einem Jahr hat er erklärt, erneut für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren – rund sechs Monate später wurde er wiedergewählt. Neben der Bürgermeisterwahl stand auch die Wahl des Gemeinderats an. „Kommunalpolitisch war 2019 ein ungeheuer spannendes Jahr“, so Holschuh. 

Zu vielen Themen habe es Informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungen gegeben. Holschuh erinnerte an eine Waldbegehung, eine Bürgerversammlung über den „Alten Jakob“, an eine Rundfahrt mit Diskussion über die Jagd oder eine Gesprächsrunde über die Hindenburgstraße. Den Gemeinderat hat Holschuh als das Hauptorgan in der Gemeinde, in dem beraten und entschieden wird, in den Fokus gerückt.

Kindergarten erworben

Der Gemeinderat habe sich zum Beispiel mit der Kinderbetreuung auseinandergesetzt: So wurden die Kindergartengebühren für 2019/20 nicht erhöht. Außerdem hat der Gemeinderat beschlossen, den Kindergarten St. Jakob zu erwerben und zu erweitern, da mehr Platz für Kindergartengruppen benötigt wird. 

Auch auf das Thema Verkehr kam Holschuh zu sprechen. Ziel ist es, Tempo 30 auch auf den Durchgangsstraßen anzuordnen – das soll mit einem Lärmaktionsplan erreicht werden. „Auch das Thema Parken in der Hindenburgstraße wurde intensiv diskutiert“, sagte Holschuh. „Der Gemeinderat sprach sich für einen Fahrradschutzstreifen auf der Nordseite aus, womit ein Parkverbot einhergeht.“

Im Baugebiet „Obere Meierbündt“ nehmen bereits die ersten Häuser Gestalt an. „Am Anfang stehen wir mit unserem neuen Gewerbegebiet“, schloss Holschuh den Rückblick.

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Als eines der drängendsten kommenden Themen nannte der Bürgermeister den „Alten Jakob“. Variante „Rathaus“ oder „Wohnen“? Wie es mit dem denkmalgeschützten Gebäude weitergehen soll, wird in der Sitzung des Gemeinderats am 22. Januar entschieden. „Ich verhehle nicht, dass ich Sympathien für die Variante Wohnen habe, weil ich hier den eigentlichen Bedarf für Schutterwald und das Areal sehe“, so Holschuh. „Die Entscheidung trifft am Ende der Gemeinderat.“

Sobald Klarheit über die Nutzung des „Alten Jakob“ besteht, wolle man sich weiterer Themen mit einem Architekturwettbewerb annehmen: Wie es mit dem Bereich Einzelhandel, dem Platz zwischen Haus St. Jakobus und der Apotheke, dem Schulhof und dem Wochenmarkt weitergehen soll. 

Holschuh nutzte seine Neujahrsansprache, um auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam zu machen: „Unsere Landwirte kämpfen im Sommer mit Dürren und Trockenheit, die Flüsse hatten Niedrigwasser, es gab hohe Temperaturen bis in den November.“ In diesem Zusammenhang begrüßte er, dass mit dem Klimapaket ein Einstieg geschafft wurde. Er hätte sich aber mehr Mut und Entschlossenheit gewünscht. „Die Kommunen müssen gestärkt werden. Denn hier vor Ort müssen die Ziele von EU, Bund und Ländern umgesetzt werden.“

Für den Klimaschutz

Die Gemeinde nehme dieses Thema sehr ernst und bekenne sich zum Klimaschutz: „Wir sind mit zehn anderen Gemeinden Mitglied im Netzwerk Mobilität“, sagte Holschuh. Beim Verkehr gelte es, gute Lösungen in der gesamten Region zu finden. Beim Thema Radverkehr arbeiten laut Holschuh 30 Bürger im Rahmen einer Bürgerwerkstatt aktiv mit am Schutterwälder Radverkehrsnetz. Eine erste E-Auto-Ladesäule wird in vier Wochen in der Ortsmitte beim Eingang der Mörburgschule aufgestellt und die Straßenbeleuchtung ist komplett auf energiesparende LEDs umgestellt. Außerdem wolle die Gemeinde ab Frühjahr „Mitfahrerbänkle“ aufstellen. 

Abschließend dankte Holschuh noch all jenen, die sich ehrenamtlich und in Vereinen egal welcher Art engagieren. Auch denjenigen, die nach Unfällen und Katastrophen helfen, wie DRK und DLRG, dankte er, ebenso den Mitgliedern des Gemeinderats. Zwei Vereine mit besonderem Jubiläum im laufenden Jahr nannte er beim Namen: den Musikverein, der sein 100-jähriges Bestehen feiert, und die Pflumedrucker, die 66 Jahre alt werden. 

In besonderer Weise dankte Holschuh Cilly Bürkle, die bei der Gemeinde im Sekretariat Bürgermeister arbeitet. Bürkle trage immer ganz besonders zum Gelingen dieser Veranstaltung bei. In diesem Jahr wird sie nach drei Jahrzehnten in den Ruhestand gehen. 

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