Waldexkursion

Oberharmersbach als Lernort für Forststudenten

Autor: 
Karl-August Lehmann
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juli 2019

Abwechslungsreiche Eindrücke hatte Hans Lehmann (vorne) für Professor Stefan Ruge (rechts) und seine Studenten im Oberharmersbacher Wald ausgewählt. ©Lehmann-Archiv

Anschauliche Beispiele vermittelten Studentinnen und Studenten der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg/Neckar vor Ort waldbauliche Grundlagen. Eine sechsstündige forsthistorische Exkursion in Oberharmersbacher Waldungen ergänzte die bisher theoretisch gewonnenen Erkenntnisse.
 

Stefan Ruge, Professor für Botanik und Waldbau, wählte nicht zum ersten Mal das Exkursionsziel Oberharmersbach. »Wir finden nur noch wenige Beispiele hier im Schwarzwald, wo man eingehend die Waldbewirtschaftungsformen Plenterwald und Niederwald zeigen kann«, stellte er fest. So habe man außer Oberharmersbach auch immer mal wieder Yach im Elztal oder das Wolftal auf der Wunschliste.

Entscheidend bei solchen Begehungen für die Studierenden im 2. Semester seien auch zusammenhängende Betrachtungen. »Für uns sind die klimatischen und geologischen Bedingungen genauso wichtig wie wirtschaftliche Überlegungen beim Waldbau«, erklärte Ruge das anstehende Programm.

Schwieriges Gelände

Revierleiter Hans Lehmann leitete die Exkursion, die am Löcherberg ihren Ausgang nahm. Mal ermöglichte ein Wirtschaftsweg ein rasches Fortkommen, dann spürten die Studenten die Schwierigkeiten im blocküberlagerten Gelände. Zwischendurch rief Ruge immer wieder bereits behandeltes Wissen in Erinnerung, wenn er die eine oder andere interessante Pflanze am Wegrand entdeckt hatte. 

Sehr unterschiedlich behandelte Dauerwälder zeigten sich entlang der Exkursionsroute. Regelmäßig wiederkehrende schonende Nutzungen sind entscheidend für deren Erhalt und vor allem die Qualität des heranwachsenden Holzes. Gerade da zeigten sich heute die Probleme, die den Waldbesitzern zu schaffen machen.

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Momentan sei an einen planmäßigen Holzeinschlag nicht zu denken, so Lehmann zur augenblicklichen Situation, da immer noch die Beseitigung der Schneebruchschäden und der vom Borkenkäfer befallenen Bäume Vorrang hätten. »Wir wissen nicht, wie es in naher Zukunft weitergeht und ob neben der Fichte nicht auch die Tanne ebenfalls in großem Maße durch die Trockenheit im letzten Jahr geschädigt wurde«, gab der Revierleiter zu bedenken. Die Studenten riefen einige Stichpunkte zur Definition eines Plenterwaldes ab: Stufigkeit, Durchmesserspreitung (Bäume jeden Alters und Größe auf kleiner Fläche), Einzelstammnutzung über den gesamten Bestand hinweg und auch die Lichtsteuerung, für die nachwachsenden Bäume.  

Dauerwald wäre flexibel

»Bei langfristig steigenden Kosten für Löhne und Maschinen und gleichzeitig stark schwankenden beziehungsweise fallenden Holzpreisen gilt es, mit möglichst wenig Aufwand die nächste Waldgeneration heranwachsen zu lassen«, gab der Revierleiter seine Erfahrung weiter. Ein Dauerwald sei da sehr flexibel. Dabei gelte es auch, ein wachsames Auge auf den Wildbestand zu haben, der je nach Begleitvegetation die Naturverjüngung erheblich gefährden könne.   

Als Einstimmung zum Thema »Niederwald« zeigte das Filmarchiv Oberharmersbach einige Szenen über das Rüttibrennen – eine abgegangenen Bewirtschaftsform, 1977 zum letzten Mal im Gewann »Mißlinke« ausgeübt. Während 1949 auf Oberharmersbacher Gemarkung noch 650 Hektar Niederwald zu verzeichnen waren, verringerte sich dieser Bestand bis heute auf unter 150 Hektar.

Die in Hochwald umgewandelten Flächen seien nicht selten durch Trockenheit gefährdet, so der ergänzende Hinweis, da die Böden unter der Niederwaldwirtschaft stark gelitten hätten. Der sich abzeichnende Klimawandel stelle die Waldbesitzer somit vor große Herausforderungen. Ein Rundgang an der »Katzenhalde« mit anschaulichen Beispielen und ein Streifzug durch den »Hademarpfad« als gelungenem Naturerlebnispfad rundete das Programm schließlich ab.

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