Offenburg

Offenburg feiert die Tunnel-Entscheidung

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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30. Januar 2016
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Insbesondere Vertreter der BI Bahntrasse, des Gemeinderats und der Stadtverwaltung kamen gestern vors Rathaus, um das »Ja« zum Tunnel aus Berlin zu feiern.

(Bild 1/3) Insbesondere Vertreter der BI Bahntrasse, des Gemeinderats und der Stadtverwaltung kamen gestern vors Rathaus, um das »Ja« zum Tunnel aus Berlin zu feiern. ©Ulrich Marx

Als ein Fest für die Demokratie wurde gestern Nachmittag der Sieg für den Bahntunnel in Offenburg gefeiert. Insbesondere Gemeinderatsmitglieder und Mitglieder der BI Bahntrasse waren zur Feierstunde gekommen.

»Wir feiern ein Fest der Demokratie in einer Stadt der Demokratie«, sagte Manfred Wahl von der Vorstandsspitze der BI Bahntrasse gestern vor dem Rathaus. Dort feierte die Stadtverwaltung mit den Stadträten und den Mitgliedern BI Bahntrasse  den Beschluss des Bundestages zum Offenburger Tunnel. Brezeln und Sekt gab es zum politischen Erfolg, aber die Bürger trauten sich nicht so recht.

»Ich bin noch nie mit so viel Geld aus einer Sitzung gekommen«, witzelte Wahl über seinen Besuch im Bundesrat. An sich aber schloss er sich nach diesem Großereignis dem Kommentar von Schwester Martina Merkle an, die schlicht gesagt hatte, dass es »sehr bewegend« gewesen sei.

»Wir müssen weiterhin wachsam bleiben«, erklärte Adolf Reiche. Der pensionierte Chemielehrer hatte einst das Bahntrassenlied gedichtet. Nun legt er Wert darauf, dass man auch generell gegen den Bahnlärm in der Stadt angetreten sei: »Ich hoffe, dass die Mitglieder weiter bleiben, damit auch der Lärmschutz an der Strecke realisiert werden kann.«

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Für Bernd Schneider steht fest: »Es ist ein historischer Erfolg, der ohne die BI nicht zustande gekommen wäre.« Von Tür zu Tür sei er damals gelaufen, um zunächst die Bürger und dann den Gemeinderat davon zu überzeugen, dass es eine andere Lösung geben musste als vier Gleise durch die Innenstadt: »Ich bin stolz, dass ich dazu beitragen durfte.« 

»Ein Unsinn war’s«, bekräftigte auch Alfred Gänzle. Und nun sei es ein Beispiel dafür, dass die da oben »doch nicht machen, was sie wollen«, sondern dass man Einfluss nehmen könne mit vernünftigen Vorschlägen.

Bahn richtet AG ein
»Wir haben auch eine Million Euro in die Hand genommen, um nach Lösungen zu suchen«, sagte Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Es war quasi das Erfolgsrezept, nicht einfach nein zu sagen, sondern Alternativen aufzuzeigen.
»Ein Tag der Freude« sei die Abstimmung im Bundesrat gewesen, denn nun steht die Finanzierung für den von Offenburg geforderten Tunnel. Sie dankte den Bundestagsabgeordneten, die sich für die Offenburger Sache stark gemacht hatten: Die Abgeordneten Wolfgang Schäuble, Peter Weiß und Elvira Drobinski-Weiß haben sich jahrelang eingesetzt, sodass sich die Oberbürgermeisterin, die die Abstimmung im Live-Stream verfolgt hatte, nun insbesondere über das einstimmige Votum freute. »Demokratie funktioniert«, resümierte sie.

Das Thema wird Offenburg und die OB weiter beschäftigen. »Die Planungen werden noch viel Kraft kosten«, vermutete sie. Zudem ist sie Leiterin der Arbeitsgruppe »Tunnel« bei der Bahn, die sich grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen wird.
Im Übrigen hat die OB Offenburgs neues Wahrzeichen ausgemacht: die Zauberflöt-Brücke. Sie sei der Ort gewesen, an dem man sich getroffen hat. »Nur die Vertreter der Bahn wollten da nicht stehen.«

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