„Zeit und Nähe verweigert“

Offenburg: Gedanken von Helena Gareis zum Welthospiztag

Autor: 
red/flo
Lesezeit 2 Minuten
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10. Oktober 2020

Auch Kinder sind nicht immer fröhlich. Der Kinder- und Jugendhospizdienst Ortenau begleitet Kinder beim oft schmerzvollen Umgang mit dem Tod. ©Kinder- und Jugendhospizdienst Ortenau

Zum Welthospiztag am 10. Oktober hat sich Helena Gareis, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizdienstes Ortenau, Gedanken gemacht. Sie äußert dabei auch Kritik – und hat eine klare Botschaft.

„Solidarität bis zuletzt“ ist das Motto des diesjährigen Welt-Hospiztages am Samstag, 10. Oktober. „Solidarität in einem Jahr, wo uns bewusst wird, dass wir auf so vielen Ebenen miteinander vernetzt und unausweichlich verbunden sind“, merkt Helena Gareis, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizdienstes Ortenau, an.

Kritisch und betroffen schaue sie auf die zurückliegenden Monate der Pandemie zurück. Aus ihrer Sicht haben sich viele Schwerstkranke und Sterbende nicht mehr gesellschaftlich eingebunden, sondern einsam und verlassen gefühlt. 

Manches unverständlich 

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„Manche Dinge sind für mich unverständlich. Warum wurde beispielsweise Eltern, deren Kind nicht an Corona verstorben war, die notwendige Zeit und Nähe verweigert, um sich von ihrem Kind würdevoll zu verabschieden?“, fragt Helena Gareis. Selbst in den vorgesehenen Abschiedsräumen sei es den Eltern nicht erlaubt gewesen, ihr Kind ein letztes Mal so lange wie gewünscht in den Arm zu nehmen“, kritisiert sie.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhospizdienstes sowie aller Hospizdienste seien wertvolle Begleiter, „wenn der Schmerz einen Raum braucht“, wie Helena Gareis betont. 

Der Kinder- und Jugendhospizdienst habe im Ortenaukreis in den vergangenen zwölf Monaten 120 betroffene Familien trotz „nie dagewesenen Herausforderungen“ begleitet. Hinzu komme der momentane drastische Spendeneinbruch. Kinderhospizdienste seien nämlich zum größten Teil spendenabhängig. „Hier brauchen die betroffenen Familien Solidarität“, macht Helena Gareis deutlich.

Weitere Informationen zu den Unterstützungsangeboten gibt es auch hier oder hier

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