Zu Besuch in Lons-le-Saunier

Offenburger Lions pflegen Freundschaft "über Viren hinweg"

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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16. Juli 2020

Bei einem Ausflug auf den 851 Meter hohen „Mont Poupet“ nahe Salins-les-Bains freuten sich die Lions vom Club Offenburg ­Simplicius darüber, dass sie mit ihren Freunden vom Club Lons Ledonis dank der französische Gesetzeslage „maskenfrei“ wandern konnten. Vorne knieend die beiden Präsidenten Joe Huber (links) und Franck Mourier (rechts). ©Lions-Club

Der Offenburger Lions-Club Simplicius besuchte seine Freunde Ledonis in der Partnerstadt Lons-le-Saunier. Fazit: Corona oder nicht – die Freundschaft hält auch über diese Grenzen.

Mit großer Freude nutzten der Lions Club Offenburg Simplicius mit Präsident Joe Huber an der Spitze und der Lions-Club Lons Ledonis mit seinem Präsidenten Franck Mourier eine der ersten Gelegenheiten, um „unter Corona-Bedingungen“ ihre “Jumelage“ zu pflegen.
Der Termin stand als der erste im Amtsjahr des neuen Präsidenten des Lions-Clubs Offenburg Simplicius Joe Huber im Programm, war aber lange mit einem Fragezeichen versehen. Erst vor gut zwei Wochen konnte der Jumelage-Beauftragte Markus Knoll die erfreuliche Nachricht versenden: „On y va!“ (zu Deutsch: „Wir fahren hin!“).

Nicht ganz so streng

Dabei kam es den beiden in den Partnerstädten Offenburg und Lons-le-Saunier beheimateten und seit 2009 verschwisterten Lions-Clubs zugute, dass die Franzosen mit dem Ausrichten des Treffens dran waren – sind die Vorschriften auf der anderen Seite des Rheins doch derzeit ein bisschen weniger streng als in Deutschland.

Wie die Panzerknacker

Trotzdem kamen sich die 13 aus Offenburg angereisten „Löwen“ und „Löwinnen“ und ihre Freunde bisweilen vor wie eine Bande von Panzerknackern, denn vor allem in Gebäuden heißt es auch im Jura: Masken auf!

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Nach dem Auftakt in Lons-le-Saunier führte das Programm des Wochenendes am Samstag ins nahe gelegene Salins-les-Bains, das seinen Namen von der Salzgewinnung herleitet, die das Städtchen am Fluss „Furieuse“ (zu Deutsch: „Die Wütende“) im Mittelalter ganz immens reich machte. 800 Jahre alt sind die mächtigen unterirdischen Stollen, in denen salzhaltige Sole heraufgepumpt wurde, die dann auf riesigen Pfannen per Verdampfung zu Salz „gekocht“ wurde. Im der Salzgeschichte des Örtchens gewidmeten Salinenmuseum befindet sich die letzte original erhaltene Salzpfanne von Frankreich mit den gewaltigen Ausmaßen von 17 mal vier Metern. 

Weiter ging es auf den Ausflugsberg „Mont Poupet“, von wo aus ein fantastischer Blick in die Umgegend für die „Mühen des Aufstiegs“ entschädigte. Einen aktuellen Bezug hat der Ort auch, denn just hier führte Louis Pasteur ein Experiment durch, um nachzuweisen, dass die Zahl von Keimen mit steigender Höhe abnimmt!

Die Besichtigung der wie ein hochherrschaftliches Anwesen anmutenden Saline aus dem 18. Jahrhundert in Arc-et-­Senans bildete am Sonntag den Abschluss. Mit großem Interesse erfuhren die deutschen Gäste, dass die Nachfolgerin der Saline in Salins-les-Bains nicht nur wegen der Ressourcenknappheit, sondern auch deswegen „auf das platte Land“ gebaut wurde, weil durch die vorindustrielle Produktions- und Wirtschaftsweise in Salins Wasser und Luft bis zur Unerträglichkeit verschmutzt waren – auch dies ein bis heute aktuelles Thema.

„Über Viren hinweg“

Kulturhistorisch interessant ist, dass die als Unesco-Weltkulturerbe eingestufte Anlage vom Architekten Claude-Nicolas Ledoux nicht nur als Wirtschaftsstandort, sondern auch als sozialpolitisches Zukunftsmodell geplant worden war. Viel zu schnell gingen die Tage vorbei, an denen die Lions von „Simplicius“ und „Ledonis“ bewiesen: „Corona oder nicht, unsere Freundschaft hält über Grenzen und Viren hinweg!“

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