Offenburg

Offenburger Stadtgeflüster

Christian Wagner
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
17. Januar 2015

(Bild 1/2) Nicht in Berlin, nicht in Hamburg, sondern in Offenburg: das »Haus Zauberflöte«. ©Archivfoto: Florian Pflüger

Zunächst ist es mal an der Zeit, mit einer Floskel aus dem Rathaus aufzuräumen: Im Zusammenhang mit dem neuen Freizeitbad heißt es neuerdings immer, dass dieses »bis zu« 36,6 Millionen Euro kosten wird. Das rührt daher, dass die Ausgaben für das Prestigeprojekt auf 36,6 Millionen Euro gedeckelt sind. Es darf also auf keinen Fall mehr kosten, gerne sogar etwas weniger. Wie wir aber alle wissen, haben Kostenunterschreitungen bei der öffentlichen Hand höchsten Seltenheitswert. Deshalb werden wir bei der Nennung der Kosten in weiser Vorahnung auf den Rathaussprech »bis zu« verzichten, lassen uns aber bei der Einweihung im Juni 2017 gerne eines Besseren belehren! Allerdings glauben wir nicht an Wunder...

Mal etwas »herumspinnen« gehört zum Handwerk eines Marketingmenschen. Und so sinnierte auch Stadtmarketingchef Stefan Schürlein diese Woche bei der Vorstellung der Veranstaltungen und Feste 2015 über seine Ideen für Offenburg. Ein Schwarzwälder Kirschtorten- und Schinkenmuseum – das wäre doch eine Attraktion, die Offenburg gigantischen Zulauf bescheren würde, befand Schürlein. Wir sind für die Idee Feuer und Flamme und wähnen uns im Geiste schon beim Kosten von regionalen Leckereien und beim Werkeln in der Probierwerkstatt. Künstler Stefan Strumbel könnte bei der Gestaltung mitwirken und das Museum mit Schwarzwaldmotiven zu einem echten Highlight machen...
Unsanft werden wir aus unseren Träumen gerissen: Für die Kulturmetropole Offenburg ist ein derartiges Ansinnen, Sie ahnen es, selbstredend viel zu profan.

Die Mittelbadische Presse genießt zu Recht Weltruhm. Diese Woche gab es hierfür mal wieder einen echten Beweis: Eine fälschlicherweise an die Mittelbayrische Presse adressierte Einladung fand wie selbstverständlich den Weg in die Lokalredaktion. Na Servus! Nichts gegen die Bayern, aber bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass wir uns als Mittelbadische Presse doch deutlich wohler in unserer Haut fühlen.

Bald werden wir uns vermutlich sogar zu wohl fühlen, denn die tollen Tage rücken näher. Damit in Offenburg etwas läuft, drehen die Hexenzunft und die Althistorischen ein riesen Rad. Wieso eigentlich der Aufwand? Geht doch per Facebook viel einfacher. Dort entdeckten wir folgenden Aufruf: »Würde gerne für die nächste Kampagne eine Narrenzunft gründen, und zwar die Offenburger Ölbergdämonen – wer Lust und Interesse hat, in der Zunft mitzumachen, bitte melden!« Wenn das mal nicht eine eine Massenbewegung wird... Narri, Narro!

- Anzeige -

Leiden wir jetzt schon unter Wahnvorstellungen? Mit rauer, fast maskuliner Stimme trägt OB Edith Schreiner ihre Neujahrsansprache vor, ihr Schwäbisch ist wie ausradiert, sie artikuliert sich stattdessen mit einem scharfen hanseatischen »Sp« – und Versprecher und Verhaspler sind in dem Vortrag absolute Fehlanzeige. Wir sind verblüfft! Des Rätsels Lösung: Schreiners Neujahrsrede ist in voller Länge auf der Internetseite der Stadt Offenburg zu finden, und mit einer besonderen Funktion kann man sich die Rede auch vorlesen lassen. Netter Gimmick!
Eine Anregung hätten wir allerdings noch: Wenn man die hanseatische Stimme gegen jene austauschen würde, die wir aus unseren Navi-Systemen in den Autos kennen, würden wir noch viel lieber zuhören...

Momentaufnahme: Donnerstagabend, 21.45 Uhr, ich laufe durch die Steinstraße, eine Stimmung wie 12 Uhr mittags vor dem Duell, der Wind pfeift, keine Menschenseele weit und breit. Plötzlich erscheint ein älterer Herr und lächelt mir zu. Es ist zwar nur die Andres-Statue, aber trotzdem: Gott sei Dank ist da jemand!

Das zeigt: In Offenburg werden bisweilen in den Abendstunden ganz schön die Bordsteine hochgeklappt. Das ist teilweise fast erschreckend. Umso mehr kann man sich darüber freuen, dass Erfolgsgastronom Willi Schöllmann mit seinem »Haus Zauberflöte« am Lindenplatz einen absoluten Hotspot kreiert hat. Seit einem Jahr werkelt Schöllmann an dem Projekt, am Dienstag ist Eröffnung. Das stylische Haus mit Hotel, Café, Bar und Restaurant könnte genauso gut in Hamburg oder Berlin stehen. Spektakulär sind die in Zusammenarbeit mit Künstlern entstandenen Hotelzimmer. Jedes ist ein kleines Kunstwerk für sich. Man fühlt sich fast wie in einem Design-Museum. Jeder Offenburger sollte es sich zum Ziel setzen, in den nächsten Jahren in jedem der acht Zimmer einmal zu übernachten.
Kompliment!

☛Wenn Sie uns was flüs­tern wollen: 0781/504-3531 oder
lokales.offenburg@reiff.de

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 22 Minuten
Hinweis auf eine Alternative
An sogenannten "Hochbadetagen" ist Parkchaos rund am das Freizeitbad Stegermatt vorprogrammiert. Die Stadt will nun auf eine Alternative hinweisen und startet eine Pilotphase.
Endlich beginnt die Urlaubszeit! Wir sind schon neugierig, wohin es unsere Leser verschlägt. 
vor 8 Stunden
Sommerzeit
Ob aus dem Norden oder Süden: Wir freuen uns über jede "Urlaubspost", die uns von unseren Lesern zugesendet wird. Fünf Offenburger verraten zum Start, welche Urlaubspläne sie haben.
Packende Ballwechsel und Partys sind ab heute, Freitag, beim 21. Beach-Cup geboten.
vor 10 Stunden
Größtes Turnier in Südbaden
Der Gengenbacher Freizeitverein "Goldring" veranstaltet am Wochenende seinen 21. Beach-Cup auf der Anlage neben dem Freizeitbad "Auf der Insel". Es ist das größte Turnier dieser Art in Südbaden.
Die Narrenzunft Höllteufel holte sich zum dritten Mal denTitel beim Spiel ohne Grenzen.
vor 10 Stunden
Drei Tage auf dem Santis Claus
Am Wochenende fand das gutbesuchte Sportfest des SV Reichenbach statt. Es gab jede Menge Spaß und Action und ein Team, das zum dritten Mal den Titel bei Spiel ohne Grenzen holte.
Eine Szene vom Straßburger Straßenstrich, wo eine Bulgarin angeblich zur Prostitution gezwungen wurde. 
vor 17 Stunden
Offenburg
Ein 29-jähriger Bulgare soll eine junge Frau aus seinem Heimatland in Straßburg zur Prostitution gezwungen haben. Vor dem Offenburger Amtsgericht erzählt sie nun aber eine andere Geschichte.
vor 17 Stunden
Das Beste der Woche
Was ist der Unterscheid zwischen Mann und Frau? Nun, hier ist leider der Platz zu gering, um das erschöpfend zu erklären. Aber vielleicht hilft uns eine Szene in Hohberg.
Legt bei "das Fest" auf: Dominik Herzog. 
vor 18 Stunden
Ausgehtipps in der Region Offenburg und Umgebung
Der Sommer lässt sich endlich in Offenburg blicken, unser Kolumnist Martin Elble hat die passenden Ausgehtipps dazu. Natürlich wirft er wie immer auch einen Blick ins Elsass.
Unzählige Patienten des Josefskrankenhauses haben ihr sehr viel zu verdanken: Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs feiert am heutigen Freitag ihren 80. Geburtstag. 
vor 18 Stunden
Jubilarin hat viele Ehrenämter
„Dankbarkeit ist mein Lebensgefühl“: Die langjährige Stadträtin, Kreisrätin, Pflegedienstleiterin und Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs wird heute 80 Jahre alt. Ihren Ehrentag feiert sie mit 300 Gästen.
Der Ortenberger Freundeskreis Anne Namuddu unterstützt seit vielen Jahren Waisenkinder in Uganda. 
vor 21 Stunden
Wertvolle Hilfe
Der Freundeskreis unterstützt schon seit Jahren Waisenkinder in Masaka. Die Nachfolger der Gründerin des "Motherhouses" sind nun in Ortenberg und geben einen Einblick in ihre Arbeit.
Der neue Schutterwälder Gemeinderat (von links): Ralf Beathalter, Felix Fischer, Volker Schillinger, Domenic Preukschas, Jakob Haß, Liane Heuberger, Tim Heuberger, Alexander Beathalter, Andrea Junker, Sabine Gabel, Stefanie Berger, Tobias Schnebelt, Thomas Stantke, Erwin Hansert, Manuela Heppner, Frank Berger und Arno Wolter mit Bürgermeister Martin Holschuh nach der Verpflichtung. Es fehlt Marco Beathalter.
vor 22 Stunden
Gemeinsam Lösungen finden
Eine neue Amtszeit beginnt: Die neu- und wiedergewählten Mitglieder des Schutterwälder ­Gemeinderats sind am Mittwoch offiziell verpflichtet worden. Viele spannende Aufgaben stehen an.
Der Vorstand (von links): Sven Bühler, Christian Behrens, Martin Schwarz (Finanzen), Jürgen Gutmann (Stellvertreter Jugend), Thorsten Riehle (Jugendleiter), Marcel Slota (Handball), Kathleen Wolff (Jugend Handball), Florian Jilg (Vorsitzender), Christian Wagner (Öffentlichkeit), Michael Hirt (Zweiter Vorsitzender), Dirk Schneider, Gerlinde Luchner (Verwaltung), Manuel Brosemer, Pia Geiger (Kasse), Philipp Lehmann (Fußball), Janina Stunder, Matthias Lehmann (Beisitzer), Ortsvorsteher Ludwig Schütze.
vor 23 Stunden
Vorgänger Jörg Leisinger jetzt Ehrenmitglied
Klassenerhalt, tolle Kilwi, Mitgliederzuwachs: Der FVU blickte in seiner Hauptversammlung auf ein fast perfektes Jahr zurück. Nur der "Schandfleck" Hartplatz bleibt ein Ärgernis.
Freude über das Abschlusszeugnis bei der Klasse 10a am feierlichen Abschlussabend.
vor 23 Stunden
Offenburg
Die 97 Absolventen an der Theodor-Heuss-Realschule sind bei der Abschlussfeier offiziell verabschiedet worden. 83 von ihnen erreichten den Realschulabschluss.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Spitze in Sache Beratung und Service: Geschäftsführer Emanuel Seifert und Küchenfachberaterin Fabienne Röll, freuen sich über die Auszeichnungen zum 1a-Küchen und Möbel Fachhändler.
    14.07.2024
    Möbel und Küchen Seifert heimst zwei Auszeichnungen ein
    Kunden bestätigen erneut ihre Zufriedenheit:: Möbel und Küchen Seifert in Achern zum 5. Mal in Folge als 1a-Küchen und Möbel Fachhändler ausgezeichnet. Geschäftsführer Emanuel Seifert und Küchenfachberaterin Fabienne Röll sind sehr stolz auf die Auszeichnungen.
  • Mehr als 300 Gäste feierten in festlichem Ambiente bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam mit den Familien Benz. @ST-Benz
    26.06.2024
    400 Jahre „Firmengeschichte“ in Berghaupten
    Stimmungsvolles Ambiente, bewegende Reden, atemberaubende Akrobatik, edles Menü und viel gute Laune – 300 Gäste feierten den Erfolg des traditionsreichen Unternehmens, das bereits in der vierten Generation Fortbestand hat.
  • Die Geschwister Paul (von links) und Anna Seebacher führen das Geschäft expert oehler derzeit gemeinsam mit ihren Eltern Dagmar und Ralf Seebacher.
    07.06.2024
    Neueröffnung in Offenburg-Bühl
    Expert oehler in Offenburg-Bühl eröffnet am Montag, 10. Juni, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten die neue Miele-Welt. Das gesamte oehler-Team freut sich die Kunden im Gespräch persönlich zu beraten. Wer will, kann die neuesten Geräte direkt vor Ort ausprobieren.
  • Das Kenzinger Bauunternehmen FREYLER überträgt den Nachhaltigkeitsgedanken in individuelle Baukonzepte 
    04.06.2024
    FREYLER Unternehmensgruppe Partner für nachhaltiges Bauen
    Mehr Nachhaltigkeit in der Branche: Darum geht es bei der Veranstaltungsreihe „Bauen für Morgen“ für Architekten aus der Region. Gastgeber ist das Kenzinger Bauunternehmen FREYLER, das sich auf zukunftsfähige Lösungen spezialisiert hat.