Offenburg

Offenburger Stadtgeflüster

Autor: 
Florian Pflüger
Lesezeit 3 Minuten
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02. Juli 2016
Kann der Glaube auch Flüsse versetzen? Oder war es ganz einfach ein kurzer Test in Sachen Ortskenntnis? Kurioses Schaubild beim Spielplatz am Mühlbach.

Kann der Glaube auch Flüsse versetzen? Oder war es ganz einfach ein kurzer Test in Sachen Ortskenntnis? Kurioses Schaubild beim Spielplatz am Mühlbach. ©privat

Nicht nur die Fußballfans möchten in diesen Tagen feiern – zumindest wenn ihnen angesichts der Ergebnisse danach zumute ist. Auch die Abiturienten haben allen Grund, die bestandene Reifeprüfung angemessen zu zelebrieren. Nun kann es aber vorkommen, dass das wichtige Viertelfinalspiel und der Abiball auf einen Termin fallen. Wie wir hörten, hat sich deshalb das Okengymnasium in weiser Voraussicht einen fußballfreien Tag für die Abiturfeier ausgesucht. Beim Schillergymnasium hat man diese Vorsichtsmaßnahme offensichtlich versäumt. Doch immerhin: Um zu verhindern, dass um 21 Uhr die Hälfte der Anwesenden nur noch aufs Smartphone starrt oder sich gar frühzeitig aus dem Staub macht, hat man eigens eine Großleinwand besorgt und – der Gema sei Dank – dafür 600 Euro hingeblättert. Beim Grimmelshausen-Gymnasium dagegen schauen die Fußballfans sprichwörtlich in die Röhre, wenn Deutschland gegen Italien spielt. Auch dort bestand der Wunsch, für die Abifeier heute Abend ein ähnliches Angebot bereitzustellen. Doch die Eltern und Schüler, die das Anliegen vorbrachten, stießen offenbar bei der Schulleitung des »Grimmels« auf taube Ohren. Aber wer weiß: Irgendjemandem wird doch mit der Thomas Müllerschen Schlitzohrigkeit noch eine Lösung einfallen. 

Ein echtes Schlitzohr muss auch beim neuen Spielplatz bei der Villa Bauer am Werk gewesen sein. Am dortigen Bauzaun wurde zuletzt eine Hinweisskizze gesichtet, mit der offenbar die geografischen Kenntnisse der Offenburger getestet werden sollten. Dort war nämlich als Gewässer nicht etwa der Mühlbach eingezeichnet, nach dem das neue Baugebiet bekanntermaßen benannt ist – sondern die Kinzig. Vielleicht hat der unbekannte Zeichner aber auch wirklich geglaubt, dass die Angabe stimmt. Und der Glaube kann ja, wie wir alle wissen, Berge versetzen – und neuerdings auch Flüsse.

Noch keine Berge versetzt hat zuletzt Finanzbürgermeister Hans-Peter Kopp – in sportlicher Hinsicht. Aber wir wollen zumindest festhalten: Er hat Wort gehalten und sein angekündigtes Comeback beim Hoch-Drei-Firmenlauf wahr werden lassen. Dort landete er mit seinem Team, zu dem noch Schutterwalds Bürgermeister Martin Holschuh und der zweite TBO-Betriebsleiter Steffen Letsche gehörten, auf einem der hinteren Plätze. Aber er kam mit einem Lächeln ins Ziel. Was sagt uns das? Genau: Da ist noch Luft nach oben!

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Luft nach oben ist auch noch, was die Pläne für ein Technikmuseum  in Offenburg angeht. In dieser Woche haben die Initiatoren des Vereins »Temopolis« mit großer Euphorie das Projekt vorgestellt. Es ist ihnen zu wünschen, dass die Idee auch bei potenziellen Geldgebern gut ankommt, denn sonst könnte es mit dem ambitionierten Vorhaben schwierig werden. Das Aus für ein Kreativwirtschaftszentrum in der Spinnerei hat ja zuletzt gezeigt, dass es ohne das nötige Geld nicht geht – schon gar nicht, wenn so ein Vorhaben nicht von städtischer Seite unterstützt wird.

Das Plakat der Woche hat uns gestern eine OT-Leserin aus Berlin zukommen lassen: Dort wird in diesen Tagen ein Theaterstück mit dem schönen Titel »Edith unterm Regenbogen« aufgeführt. Das ist doch nicht etwa eine Hommage an die Offenburger Oberbürgermeisterin Edith Schreiner? Oder spielt sie sogar mit? Die Vermutung lautet beim Blick auf die Kurzbeschreibung: eher nein. Über ein Faible von Edith Schreiner für den Christopher Street Day, zu dessen Anlass das Stück gezeigt wird, ist uns jedenfalls nichts bekannt. Aber wer weiß: Vielleicht wird die OB auch ab dem 6. Juli in Offenburg vermisst... 

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