Kritik der Basis im Dekanatsrat

Offenburgs Dekan Bürkle will gleichgeschlechtliche Paare weiter segnen

Autor: 
Reinhold Heppner
Lesezeit 3 Minuten
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13. Juni 2021
Dekan Matthias­ Bürkle kündigte an, gleichgeschlechtliche Paare weiterhin zu segnen.

Dekan Matthias­ Bürkle kündigte an, gleichgeschlechtliche Paare weiterhin zu segnen. ©Reinhold Heppner

Für Unverständnis und Kritik sorgt bei den Mitgliedern des Dekanats Offenburg-Kinzigtal die ­Haltung der Katholischen Kirche in Rom in Bezug auf gleichgeschlechtliche Paare. Der Offenburger Dekan Matthias Bürkle hat eine klare Meinung dazu.

Für viel Unmut sorgte die am 15. März von der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche in Rom erfolgte ablehnende Antwort auf die Frage nach der Möglichkeit von Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare. Folge: Viele Fragen, Irritationen und Verärgerung, dies bei Haupt- und vor allem auch bei Ehrenamtlichen. Das gleiche Bild spiegelte sich auch in der Online-Sitzung des Dekanatsrates Offenburg-Kinzigtal am Donnerstagabend wider: Unverständnis auf allen Seiten.

Die Vorsitzende des Dekanatsrats Katja Witt (Hofstetten) begrüßte an diesem Abend 23 stimmberechtigte Mitglieder. Susann Bischler (Steinach) eröffnete die Diskussion und zeigte sich verärgert über das „Nein“ aus Rom. Unterstützung attestierte Ilona Kleinbub (Wolfach) – auch Gleichgeschlechtige können gläubig sein.

Rückschritte aus Rom

„Wir sprechen immer von Menschenwürde, aber das Kirchenrecht glaubt, bestimmen zu müssen, was Liebe ist“, reklamierte Angelika Eschbach (Rammersweier). Als großes Problem sieht Monika Wolff (Gengenbach), dass man sich immer in der Öffentlichkeit rechtfertigen müsse und aus Rom komme ein Rückschritt nach dem anderen.

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Für Nathalie Jockers (SE Kehl) kommen aus Rom immer nur falsche Signale. Hier würden Menschen verletzt, was Jesus sicher nicht gewollt hätte, und sie erhoffe sich nichts mehr von der Glaubenskongregation. Jugenddekan Stephan Kilb beobachtet mit Sorge, wie sich gläubige junge Menschen immer mehr von der Kirche abwenden würden. Für Petra Steiner (Haslach) ist die Botschaft aus Rom „ein Schlag ins Gesicht“. Sie warte seit mehr als zehn Jahren endlich mal auf einen Aufbruch aus Rom, aber leider vergeblich. Für die Dekanatsreferentin Ruth Scholz bedeute die Haltung aus Rom eine Diskriminierung von Menschen. Rom gehe das Problem überheblich an, das Ganze laufe in dieselbe Richtung wie beim Missbrauch.

Nicht verwehren

Dekan Matthias Bürkle (Offenburg) erinnerte an die Ehe in Verbindung mit dem Schöpfungsauftrag. Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare könne man aber nicht verwehren. Er selbst werde diese Paare segnen, wenn die Bitte an ihn herangetragen werde. So sieht es auch sein Stellvertreter Erwin Schmidt (Gengenbach). Er selbst habe schon Segnungen vorgenommen. Die Verfügung aus Rom sei für ihn unbegreiflich, er sei zudem traurig über die Entwicklungen in der Katholischen Kirche.

Einstimmiges Votum

Nach einer intensiven Diskussion, bei der auch deutliche Sorgen um die Zukunft der Kirche heraushörbar waren, beschlossen die anwesenden Mitglieder des Dekanatsrats Offenburg-Kinzigtal einstimmig, sich der Stellungnahme des Diözesanrats der Erzdiözese Freiburg vom 23. März 2021 vollinhaltlich anzuschließen.

Info

Stellungnahme des Diözesanrats

Der Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg zeigte sich in seiner Stellungnahme vom 23. März entsetzt über das neuerliche „Nein“ aus Rom zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Für viele Menschen weltweit bedeute dies die weitere Missachtung ihrer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, heißt es in der Erklärung. Abschließend erklärte die Vorsitzende des Diözesanrates Martina Kastner in der Stellungnahme: „Wir bitten die in der Pastoral tätigen Menschen, weiterhin denjenigen die seelsorgerische Begleitung und den Segen für ihre ernsthaft gelebte Beziehung nicht zu verweigern, die den Wunsch danach haben, und wir möchten die Gemeinden und alle kirchlichen Gruppen ermutigen, allen Menschen, die dafür offen sind, zu signalisieren, dass Gott alle seine Kinder liebt“.

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