Material hilft in der ganzen Ortenau

Offenburgs OB Steffens zieht Schutzausrüstung in China an Land

Autor: 
red/cw
Lesezeit 3 Minuten
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02. April 2020

(Bild 1/2) OB Marco Steffens hat gemeinsam mit Feuerwehr-Kommandant Peter Schwinn einen Mundschutz-Coup gelandet ©Stadt Offenburg

Stadtspitze und Feuerwehr haben im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Erfolg gelandet: Über einen Kontakt von OB Marco Steffens gelangt tausendfach Schutzausrüstung in die Ortenau. Einige wurden schon an Pflegeheime und Ortenau-Klinikum verteilt. So soll unter anderem dazu beigetragen werden, Todesfälle, wie sie in Pflegeheimen in Wolfsburg oder Würzburg auftraten, zu vermeiden.

Voller Erleichterung nehmen Pflegediensteinrichtungen und Klinikpersonal in der Ortenau dieser Tage dringend benötigte Mundschutzmasken und Anzüge entgegen. Der Stadtspitze und der Feuerwehr Offenburg ist es in kurzer Zeit gelungen, zwischen China und Offenburg eine funktionierende Lieferkette für Corona-Schutzausrüstung aufzubauen, teilt die städtische Pressestelle mit.

Als das Elsass vor vier Wochen zur Sperrzone erklärt wurde und auch Südbaden mit den ersten Covid-19-Fällen zu kämpfen hatte, sei Oberbürgermeister Marco Steffens und Peter Schwinn, dem Leiter Brand- und Zivilschutz, klar gewesen, dass die Welle der Corona-Infektionen auch Offenburg erreichen werde. Ein Blick nach China, nach Südkorea und Italien zeichnete das Bild deutlich vor: „Je besser das medizinische Personal geschützt ist, desto niedriger das Übertragungsrisiko auf die Patienten“, so Oberbürgermeister Steffens. Nur mit entsprechender Schutzausrüstung könnten Ärzte und Pflegekräfte­ sicher arbeiten. Aus diesem Grund habe der „Verwaltungsstab Corona“ bereits frühzeitig und vorausschauend eine Lieferkette für Schutzausrüstung etabliert. „Uns ist es wichtig, gerade die Pflegeheime besonders gut auszustatten“, bekräftigt Peter Schwinn das Ziel der Stadt Offenburg.

Keine Hilfe von außen zu erwarten

Der Markt für die wirksamen FFP2-Masken, Schutzbrillen und -anzüge ist jedoch europaweit leergefegt. Der gute Kontakt zwischen Oberbürgermeister Steffens und einer Offenburger Firma, die seit Jahren Importgeschäfte mit China tätigt, habe in dieser Krisenzeit die Initialzündung für den Aufbau einer kurzen und direkten Lieferkette gegeben, heißt es weiter. 

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Bedarf in Ortenauer Einrichtunge ermittelt

Die Feuerwehr Offenburg sammle dafür als Koordinierungsstelle seit zehn Tagen die Bedarfsmeldungen von Pflegeeinrichtungen, Kliniken sowie Rettungs- und Polizeidienststellen in und um Offenburg. Insgesamt hätten bisher 18 Städte und Einrichtungen ihre Bedarfe gemeldet. So seien bereits rund 180 000 FFP2-Masken angefragt. Konkret seien 300 000 FFP2-Masken, 500 000 OP-Masken, 30 000 Schutzanzüge sowie 5000 Schutzbrillen bestellt. So könnten große Kontingente an Ausrüstung zu relativ günstigen Preisen direkt über den vertrauenswürdigen Kontakt in China geordert werden. Da Luftfrachtkapazitäten aktuell weltweit sehr beschränkt seien und Lieferungen in hohen Stückzahlen nur begrenzt aufgenommen werden können, kommen die Offenburger Bestellungen in mehreren Etappen an, teilt die Stadt weiter mit. Insgesamt konnten erfreulicherweise bereits 25 Prozent der geforderten Schutzausrüstung ausgeliefert werden können. „An der Ausgabestelle erleben wir große Erleichterung und Dankbarkeit beim betroffenen Personal, das die Schutzausrüstung dringend benötigt“, so Peter Schwinn.

Mit Frachtfliegern landeten regelmäßig große Chargen Schutzausrüstung für Offenburg am Frankfurter Flughafen. Die THW Ortsgruppe und die Feuerwehr Offenburg nähmen die Kisten direkt auf dem Flughafengelände in Empfang, heißt es weiter. Gegen einen Abholschein hätten schon Einrichtungen des Gesundheitswesens wie das Vinzentiushaus, Pflegeeinrichtungen des Paul-Gerhardt-Werks, der DRK-Rettungsdienst und das Ortenau-Klinikum Masken und Schutzanzüge persönlich entgegennehmen können. 

Von der unkonventionellen Offenburger Lieferkette würden derzeit auch Städte wie Kehl, Lahr und das Gesundheitsamt Ortenau profitieren. Durch das Engagement der Stadt erhofften sich Oberbürgermeister Marco Steffens und sein Team, gehäufte Covid19-Todesfälle, wie sie in Pflegeheimen in Wolfsburg oder Würzburg auftraten, zu vermeiden.

Abschließend heißt es: „In Sachen Schutzausrüstung ist die Stadt Offenburg demnach vorerst außergewöhnlich gut aufgestellt.“

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