Offenburg

»One Billion Rising« zum vierten Mal in Offenburg

Autor: 
Daniel Wunsch
Lesezeit 2 Minuten
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14. Februar 2017
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(Bild 1/3) Über 1000 Menschen haben am Dienstagmittag bei »One Billion Rising« auf dem Marktplatz tanzend für die weltweiten Rechte der Frauen demonstriert. Offenburg war dabei zum vierten Mal der Austragungsort der Tanzaktion. ©Peter Heck

Zum vierten Mal fand die tanzende Protestbewegung »One Billion Rising« in Offenburg statt. Doch nie zuvor kamen so viele Menschen auf den Marktplatz, um sich für die Rechte von Frauen in aller Welt zu erheben.

Ein unglaubliches Bild präsentierte sich Dienstag um kurz nach 12 Uhr den Beobachtern auf dem Offenburger Marktplatz: Mehr als 1000 Menschen – hauptsächlich Frauen und junge Mädchen, aber auch Männer und Jungs – hatten sich versammelt, um für die Rechte von Frauen in aller Welt zum Lied »Break The Chain« von Tena Clark und der Choreographie von Debbie Allen tanzend zu demonstrieren.

Zusammen eine Milliarde

Wie jedes Jahr am 14. Februar, dem Valentinstag, gehen weltweit in vielen Städten Menschen auf die Straße, um gemeinsam Position gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu beziehen. Denn: Jede dritte Frau hat weltweit einer UN-Statistik zufolge bereits einmal in ihrem Leben eine Vergewaltigung oder eine schwere Körperverletzung erlebt. Das sind zusammen eine Milliarde. »Mit diesem Tanz solidarisieren sich die Teilnehmer mit den betroffenen Frauen und Mädchen und zeigen damit, dass sie nicht bereit sind, diese Gewalt hinzunehmen«, betonte Evelin Woisetschläger von Frauen helfen Frauen Ortenau, die zusammen mit dem Frauennetzwerk Offenburg, dem Verein »Paula« aus Oberkirch und den Klosterschulen Offenburg das diesjährige »One Billion Rising« organisiert hat. 

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Perfekte Protestform

Diese Aktion gibt es übrigens seit 2013 und wurde von der New Yorker Künstlerin, Autorin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen. »Diese hat einmal in einem Interview gesagt: ›Das Besondere am Tanzen ist, dass es gleichzeitig feierlich ist und gefährlich, freudig und irritierend. Das macht es zur perfekten weiblichen Protestform‹, meinte Klosterschülerin Emma. 

Deren Schule hat laut Regina Geppert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Offenburg, auch zum diesjährigen Erfolg beigetragen. »Seit 2014 ist Offenburg mit dabei, doch durch die mehr als 1000 Klosterschülerinnen hat sich die Zahl der Mittanzenden fast verzehnfacht. Das ist toll.« Der Tanz sei nicht nur ein starkes Zeichen, sondern mache auch stark, weiß Woisetschläger. »Wenn wir uns zusammenschließen, sind wir mächtig und können etwas bewegen«, ergänzt Klosterschülerin Emma. 

  • Auch in Oberkirch wurde heute getanzt. Den Bericht und ein Video dazu finden Sie hier.
     
Zitat

"Super Aktion"

Marita Rinklin (42) aus Offenburg: »Heute habe ich frei und bin das erste Mal dabei. Dass so viele Menschen getanzt haben, hat mich positiv erschrocken. Ich finde die Aktion super. Sie soll helfen, dass Frauen­ Mut bekommen, sie nicht alles hinnehmen und dass auf das Thema aufmerksam gemacht wird. Auch, wenn es sich eigentlich um ein schreckliches Thema handelt, hat es doch großen Spaß gemacht, gemeinsam mit so vielen Leuten zu Tanzen.« 

Claudia Zipf (48) aus Lahr: »Ich arbeite für das Projekt Elfriede, einem Wohnheim und einer Tagestätte für obdachlose Frauen des St. Ursulaheims. Wir sind auch in diesem Jahr wieder als Gruppe mit ungefähr 15 Frauen mit Eifer dabei gewesen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Es muss in die Köpfe der Menschen, dass Gewalt gegen Frauen nicht hingenommen werden darf.«

Wilfrid Arens (50) aus Kehl: Als Schulleiter der Klosterschulen haben wir zwei Anliegen: Zum einen wollen wir uns als Mädchenschule für die Rechte der Frauen in besonderem Maße einsetzen. Zudem gibt es seit 2016 das Unesco-Projekt an der Schule – auch hier setzen wir uns für Menschenrechte ein. Heute ist die ganze Schule dabei. Wir zeigen, dass Gewalt gegen Frauen kein alltägliches Phänomen sein darf.«

Jule Friedrich (17) aus Rammersweier: Ich bin Schülerin der Klosterschule. Die Idee, hier mitzumachen, entstand in der Unesco-AG. Erst bekamen unsere Sportlehrer den Tanz beigebracht, dann haben sie uns gezeigt, wie es geht. Wir haben schon bei anderen Flashmobs mitgemacht, aber hier haben wir ein wichtiges Thema aufgegriffen. Das Tanzen für mehr Selbstbewusstsein der Frau hat viel Spaß gemacht.« wun

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