Aktion von Zonta International

Oranges Rathaus mahnt Frauenrechte an

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26. November 2020

(Bild 1/2) Das Rathaus wird in Orange angestrahlt. ©Kirsten Pieper

Mit der Aktion „Orange the World – Zonta sagt Nein zu Gewalt an Frauen“ macht der Zonta Club Offenburg seit Mittwochabend wieder auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam.

Seit zwei Jahren tauchen die aktiven Frauen des Serviceclubs das Offenburger Rathaus in prägnantes orangefarbenes Licht, um ihren Forderungen noch mehr Nachdruck zu verleihen. Weltweit werden auf diese Initiative hin wichtige, öffentliche Gebäude am 25. November in Orange beleuchtet. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte den 25. November als Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ausgerufen. 

Die aktuelle Präsidentin des Zonta Clubs Offenburg, Andrea Kuhn, interviewte die zahlreichen prominenten Unterstützer vor dem Rathaus zum Thema Gewalt an Frauen. So unterstrich Oberbürgermeister Marco Steffens die Wichtigkeit solcher Aktionen und betonte, dass gerade in Zeiten von Corona häusliche Gewalt ein wichtiges Thema sei. „Das Frauenhaus ist voll und die Plätze reichen nicht aus“, sagte Steffens. Und der Trägerverein des Frauenhauses „Frauen helfen Frauen“ habe erhebliche finanzielle Einbußen durch Corona hinnehmen müssen, weil der Bücherflohmarkt nicht habe stattfinden können und das Frauenhauslädele nicht geöffnet sein konnte.

An Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium, richtete Kuhn die Frage, was die Politik tun könne, um Gewalt an Frauen zu verhindern. Es gelte, schon in der Erziehung darauf zu achten, dass Gewalt nicht Raum greife und dass junge Mädchen  dazu erzogen werden, sich gegenseitig zu unterstützen und in ihrem Auftreten dazu beitragen, dass es nicht zu Gewalt kommt. Zudem plädierte Schebesta für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Gewalt zu erkennen, und dann etwas zu tun und wenn Gewalt nicht verhindert werden konnte, Schutz  für betroffene Frauen anzubieten.
Der städtische Fachbereichsleiter Familien, Schulen, Soziales, Michael Hattenbach bekundete, dass Präventionsarbeit mehr ausgebaut werden könne. So sei es denkbar, im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention noch stärker den Fokus auf Gewalt an Frauen zu legen. 

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„Codewort Maske 19“

Benigna Bacher, Sprecherin des Arbeitskreises „Frauen“ der Ortenauer Grünen, betonte die Wichtigkeit der Aktion „Maske 19“. Vor allem in Zeiten von Corona sei es wichtig, den Frauen, die Zuhause nicht mehr sicher seien, eine Möglichkeit zu geben, Hilfe zu rufen. Mit dem Codewort „Maske 19“ können sich Frauen in Arztpraxen und Apotheken, die an dieser Aktion teilnehmen, niederschwellig Hilfe holen. Schon vor der Pandemie sei jede dritte Frau in Deutschland einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt gewesen. Laut einer Umfrage der TU München sei die Zahl der von Gewalt betroffenen Frauen in der Pandemie um 7,5 Prozent angestiegen. 

Bacher sprach auch das Thema ungewollte Schwangerschaften an, die während der Pandemie entstanden seien. Frauen müssten einfacher Zugang zu medizinischer Hilfe und Schwangerschaftsabbrüchen bekommen, forderte sie.  
Nach den Reden verteilten die Unterstützer Brezeltüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ an Passanten. Die Geschäftsführerin der Bäckerinnung Ortenau, Annette Ritt, die die Brezelaktion mitfinanziert, hob hervor, wie wichtig es sei, dass sich betroffene Frauen aus der Isolation heraus trauen würden, um um Hilfe zu fragen. Bis 10. Dezember verkaufen die Bäckereien der Innung ihre Backwaren in speziellen Tüten und wollen so auf das brisante Thema aufmerksam machen und die Botschaft in jedes Haus tragen. 
Neben dem Anliegen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, fand parallel in Düsseldorf eine von Zonta initiierte Kunst-Benefiz-Aktion statt. Mit dem Erlös aus 99 Drucken des Kunstwerks „Metamorphose Orange25“ unterstützt der Künstler Bernd Casper Dietrich die Frauenhäuser in Offenburg und Düsseldorf. Der Druck kann über den Kunstverleger Fils-Fine-Arts erworben werden.

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