Vom einfachen Hock bis zur Utensilienbörse

Ortenberg: Die neuen Betreiber des Fastnachts-Museum schmieden Pläne

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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17. Januar 2022
Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer (von links) sind seit Oktober die neuen Betreiber des Kleinods in der Alten Schule in Ortenberg.

(Bild 1/2) Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer (von links) sind seit Oktober die neuen Betreiber des Kleinods in der Alten Schule in Ortenberg. ©Volker Gegg

Im Ortenberger Fastnachts-Marionettenmuseum gibt es einiges zu entdecken. Das Offenburger Tageblatt besuchte das närrische Schmuckstück der Fasenturgesteine Seckinger und Vollmer. Die beiden haben schon eine Idee. Warum nicht eine Börse einrichten wie in Bad Dürrheim?

Vom Schnitzkurs über Narrenutensilien bis zur Fasentmäskle-Sammlung: Im Ortenberger Fastnacht-Marionettenmuseum gibt es über die fünfte Jahreszeit vieles zu entdecken und zu bestaunen. Seit Oktober vergangenen Jahres betreiben die beiden Ortenberger Fasenturgesteine Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer das von Peter Scharte gegründete Ortenberger Fastnachts-Marionettenmuseum im alten Schulhaus in der Bruchstraße.

Neben individuellen Terminen hat das auf zwei Stockwerke verteilte Museum jeden Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet. „Es macht uns Spaß. Wir bereuen es keinesfalls, das Fasentmuseum übernommen zu haben“, erklärt der Ehrenspättlemeister der Dingelispättle-Zunft und Vogt der Landschaft Ortenau in der Vereinigung Oberrheinischer Narrenzünfte (VON).

1400 Fasentmäskle

Über 200 bis ins kleinste Detail verspielte Marionetten mit Fasentfiguren aus dem schwäbisch-alemannischen Raum sind im ehemaligen Schulhaus zu bewundern. Daneben können noch weit über 1400 Fasentmäskle angeschaut, aber auch erworben werden.

Auch eine Ausstellung von Fasentutensilien, von der Schweinsblase bis hin zur Karpartsche, sind ausgestellt und können ausprobiert werden. „Wir sind ein aktives Museum, bei uns kann man mal auch eine Rätsche in die Hand nehmen und Krach machen oder mit einer Saubloder hantieren.“

Vollmer ist nicht nur seit über einem Jahrzehnt als Nachtwächter in der Narrenzunft aktiv und steht zusammen mit seinem Geisbock jährlich bei der Fasenteröffnung sowie beim Dingeliessen als örtlicher Schnitzelbank-Präsentator auf der Bühne, sondern ist auch begeisterter Maskenschnitzer.

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Seine Leidenschaft, mit Holz und Schnitzwerkzeug zu arbeiten, hat Vollmer auch in sein Museum gebracht und nützt die ruhigen Stunden während der Öffnungszeiten, um neue Masken oder auch kleine Mäskle für das Fasenttuch zu schnitzen. „Natürlich hat der Besucheransturm wegen der derzeitigen Lage wieder nachgelassen, aber ab und zu kommen auch ganze Besuchergruppen wie zuletzt die Naturfreunde aus Hornberg zu uns“, bemerkt Seckinger. „Auch einige Schulklassen aber auch Seniorengruppen haben einen Termin bereits reserviert“, so Vollmer weiter.

Er lässt die Besucher beim Schnitzen nicht nur über die Schulter schauen, sondern lässt die Gäste gerne auch selbst mal ans Schnitzmesser. „Man soll sehen, wie viel Arbeit eine Maske macht und was alles dahintersteckt. Denn nach dem Schnitzen ist die Larve keinesfalls fertig, sie muss noch bemalt, sprich gefasst, werden. Auch die Haltegurte müssen angebracht werden“, erzählt der Maskenschnitzer.

Viel Arbeit machen auch die über 200 Marionetten, welche ihnen Museumsgründer und Marionettenhersteller Peter Scharte überlassen hat. „Natürlich staubt es in einem älteren Gebäude mehr als sonst, und wir müssen die Marionetten reinigen“, verrät Seckinger. „Ich bin immer noch fasziniert, wie viel Liebe bis ins kleinste Detail Scharte in die Marionetten gesteckt hat. Die Hästräger finden sich in den Figuren jedenfalls wieder und das spricht von der hervorragenden Qualität von Schartes Arbeit“, erklärt der Narrenvogt.

Börse wie Bad Dürrheim denkbar

Das Erdgeschoss soll in den nächsten Monaten erweitert werden. Auch soll es einige Veranstaltungen geben. „Wir könnten uns einen Markt mit dem Verkauf von Fasentutensilien wie zum Beispiel bei der Narrenbörse in Bad Dürrheim vorstellen, aber auch gemütliche Hocks“, so Seckinger.

Und eine weitere Aufgabe steht für die beiden an, sie wollen einen Verein gründen. „Wir denken an einen Museums- und Geschichtsverein, denn nach der Auflösung des Heimat- und Kulturvereins Ortenberg fehlt eine Institution, welche sich um die örtliche Geschichte kümmert und archiviert“, erklärt er. Die Satzung wäre auf den Weg gebracht, doch es fehlen noch Mitstreiter.

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