"Glattfelder 1 bis 4"

Mit Hinweisschilder soll Ortenberg attraktiver werden

Volker Gegg
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29. September 2022
Das ehemalige Ortenberger Restaurant „Glattfelder“ ist Namensgeber für eine Adresse für ­zukünftige Wohnhäuser in diesem Bereich.

Das ehemalige Ortenberger Restaurant „Glattfelder“ ist Namensgeber für eine Adresse für ­zukünftige Wohnhäuser in diesem Bereich. ©Volker Gegg

24 Straßennamenschilder erhalten eine kleine Hinweistafel und die Mehrfamilienhäuser auf dem Glattfelder-Areal statt Hauptstraße die neue Adresse „Glattfelder 1 bis 4“.

Ortenberg soll zukünftig auch für seine Tagesbesucher attraktiver werden. Bereits in der Januar-Sitzung des Gemeinderats einigte sich das Ratsgremium auf eine Harmonisierung der Hinweisbeschilderung und Wegweiser auf der Gemarkung. In gleichem Zug wurde auch eine neue zeitgemäße Ortseingangs-Beschilderung auf den Weg gebracht.

Damit einhergehend griff Bürgermeister Markus Vollmer in der jüngsten Ratssitzung am Montag vergangener Woche einen Vorschlag auf, der bereits der Verwaltung vor vielen Jahren angetragen wurde. Von-Berckholtz-Straße, Zehntfreistraße, Bruchgasse… warum haben diese Straßenzüge ihre jeweiligen Namen erhalten?

Kleine Hinweisschilder

Kleine Hinweisschilder unter dem offiziellen Straßennamenschild sollen zukünftig darüber eine Antwort geben und damit die Bedeutung der jeweiligen Straßennamen kurz erläutern. „Nach vorläufiger Recherche wären dies 24 Straßennamen“, erläuterte Bürgermeister Vollmer.

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Das Ratsgremium begrüßte einhellig die Verwaltungs-Initiative. Damit wird die Maßnahme bereits im Haushaltsplan 2023 eingestellt. In diesem Zuge ging der Rathauschef kurz auf die Historie der Straßennamen in Ortenberg ein.
Bis in die 1930er-Jahre war in Ortenberg eine offizielle Verwendung von Straßennamen unüblich. Der Ortstraßenplan von 1858 weist daher nur wenige Straßen mit einem Namen aus wie den Bühlweg oder die Judengasse.

Seit 1900 ein System

Im Zuge der Gebäudeeinschätzung durch die Badische Gebäudeversicherung wurden um 1900 alle Häuser mit Nummern nach einem durchlaufenden Nummernsystem versehen. Die Adresse lautete daher für ein Anwesen: Ortenberg 172.
1940 wurden die Straßen dann mit Namen versehen und das Nummernsystem je Straße eingeführt. Die linke Straßenseite erhielt dabei ungerade Nummern, die rechte Straßenseite wurde mit geraden Nummern versehen. Nach dem Weltkrieg fehlten einige Nummern, darüber hinaus waren ehemalige Straßennamen wie zum Beispiel die Judengasse mittlerweile in „Fessenbacher Weg“ umbenannt worden.

Nummer für eine Mark

Daher beschloss 1954 der Gemeinderat, eine Einheitlichkeit und Vollständigkeit durchzuführen. Auch im Interesse des damalig startenden Fremdenverkehrs. So musste jedes Gebäude mit einer Hausnummer ausgewiesen werden, die jeder Einwohner zum Preis von damals einer D-Mark beim damaligen Ortenberger Emailschilderunternehmen „Boos und Hahn“ abholen konnte.
Statt Hauptstraße erhalten auch die zukünftigen Wohnhäuser auf dem Areal des Restaurants „Glattfelder“ einen neuen Straßennamen. Analog der Wohnbebauung im Kanzleihof werden die Häuser die Adresse „Glattfelder 1 bis 4“ zugeteilt werden, wie der Ortenberger Gemeinderat bestätigte.

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