Offenburg - Zell-Weierbach

Ortschaftsrat kritisiert Pläne für St.-Ursulahütte

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2016

Der Zell-Weierbacher Ortschaftsrat diskutierte über einen Bauantrag zur Umnutzung der Ursulahütte. Sie soll unter anderem ein Ort für Tagungen und Feiern werden. ©Thorsten Mühl

Ein Bauantrag zur Umnutzung des bisherigen Ferienwohnheims St.-Ursulahütte, unter anderem für Festlichkeiten, hat den Zell-Weierbacher Ortschaftsrat alarmiert. Auch mehrere Bürger brachten in der Sitzung am Mittwochabend Beschwerden vor.

Nicht nur den Zell-Weierbachern ist die St.-Ursulahütte seit Jahr und Tag ein fester Begriff. Hoch über den Dächern des größten Offenburger Ortsteils thront die Hütte seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nähe der Ludwigskapelle. Das nahezu 4900 Quadratmeter große Areal war bis 2014 im Besitz der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, die sich dann aber von der Immobilie trennte. Als Grund wurde unter anderem die stark zurückgegangene Frequentierung durch pfarreigene Gruppen genannt. Zuvor dienten die Räumlichkeiten jahrzehntelang für Mitarbeiterschulungen und kirchliche Festivitäten. 

In früheren Jahren verbrachte unter anderem die katholische Jugend zahlreiche Freizeiten an Ort und Stelle. Für 215 000 Euro wurde das Areal zum Kauf angeboten, aus mehr als 30 Interessenten wurde 2015 ein Investoren-Quartett ausgewählt, das am Ende den Zuschlag erhielt.

In der aktuellen Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend spielte das Thema Ursulahütte eine prominente Rolle. Ein Bauantrag zur Umnutzung des bisherigen Ferienwohnheims, das unter anderem tageweise für Übernachtungen, Feiern und dank der angrenzenden Kapelle auch für Trauungen genutzt werden kann, wurde dem Rat zur Kenntnisnahme vorgelegt. Vorgesehen ist, die Ursulahütte künftig als Tagungs-, Trauungs-, Tauf- und Schulungsort sowie für sonstige Feierlichkeiten zu nutzen, heißt es in der Vorlage. 

Ganzjähriger Betrieb

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Bereits in der Fragestunde äußerten mehrere Bürger ganz offene Besorgnis und Verärgerung zu den Umnutzungsplänen. Aspekte wie Lärmbelästigung, mehr als unzureichende Bereitstellung von Parkraum und die Zunahme des passierenden Verkehrs waren dabei die Hauptpunkte. 

Eine Anwohnerin stellte sich die Frage, wie der Ort reagieren solle, wenn im Internet offen mit einer »Event-Location« mit 60 Plätzen im Innen- und bis zu 100 im Außenbereich sowie ganzjährigem und ganztägigem Dauerbetrieb geworben werde? Ortsvorsteher Willi Wunsch (CDU) teilte mit, die Beurteilung werde auch dadurch erschwert, da zur Ursulahütte keine Bauunterlagen vorlägen. Die Sachlage sei nicht unkompliziert, da je nach geplanter Nutzung eine Gaststätten-Konzession erforderlich sei, in einem solchen Fall auch Belange wie Jugendschutz zu berücksichtigen seien.

 
Regina Heilig (CDU) zeigte sich wenig begeistert vom gestellten Antrag. Bisher sei die Ursulahütte ausschließlich für Veranstaltungen kirchlicher Art genutzt worden, die in Sachen Lärm unproblematisch gewesen seien. Die jetzige und künftige Nutzung sei gänzlich anderer Natur. Sofern die Lärmbelästigung langfristig und signifikant steige, müsse eingeschritten werden.

Zu wenig Parkplätze

Sieglinde Metzler (SPD) sagte, eine ganztägige Betriebsdauer sei »völlig abwegig«, zudem verwies sie auf den Punkt Verkehrsbelastung. Sie sei »strikt gegen das Vorhaben«. Und auch Hans-Joachim Haas (BLZW) zweifelte an der Genehmigungsfähigkeit der Pläne. »Gerade die geringe Parkplatzzahl halte ich für hoch problematisch«, so Haas, der auch die angegebenen Stellplatzzahlen für nicht korrekt hielt. Der Ortschaftsrat nahm den Bauantrag zur Kenntnis, gab allerdings sämtliche gesammelten Bedenken an die Stadtverwaltung weiter.

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