Bahnübergang soll geschlossen werden

Ortschaftsrat Unterentersbach wehrt sich gegen Plan der Deutschen Bahn

Gisela Albrecht
Lesezeit 3 Minuten
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01. Oktober 2022
Die Bahn möchte diesen Bahnübergang auf freiem Feld bei Unterentersbach schließen. Doch dagegen wehrt sich der Ortschaftsrat.

Die Bahn möchte diesen Bahnübergang auf freiem Feld bei Unterentersbach schließen. Doch dagegen wehrt sich der Ortschaftsrat. ©Stadt Zell

Das Thema der Schließung des Bahnübergangs bei Unterentersbach östlich des Bahnhofs Biberach auf freiem Feld diskutierte das Gremium eine Stunde lang. Ergebnis: Der Übergang soll bleiben. Zu gravierend sind aus Sicht dieses Gremiums die Nachteile.

Eine umfangreiche Tagesordnung galt es am Mittwochabend in der Ortschaftsrat-Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Unterentersbach abzuarbeiten. Das Thema der Schließung des Bahnübergangs bei Unterentersbach östlich des Bahnhofs Biberach auf freiem Feld diskutierte das Gremium eine Stunde lang. Ergebnis: Der Übergang soll bleiben.

Zum „Bahnübergang Kilometer 19,250“ in Richtung Regenrückhaltebecken gibt es Interesse der Bahn, diesen Übergang zu schließen. Das würde bedeuten, dass die Schranken immer unten sind und der Übergang nicht mehr passierbar ist.

In der Sitzung war mit Strukturplaner Manfred Heizmann ein Vertreter der Bahn anwesend und nannte die Argumente der Bahn. „Der Übergang ist 50 Jahre alt und hat das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht. Die Bahn ist verpflichtet, nach diesem Zeitraum zu prüfen, ob der Übergang noch notwendig ist.“

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit soll der Bahnübergang geschlossen werden, da andere zumutbare Wege zur Verfügung stehen. Als Umweg nannte Heizmann die Eisenbahnunterführung in Stöcken für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radfahrer. Der Umweg betrage für die einfache Wegstrecke 1150 Meter oder sechs Minuten Fahrzeit. Alternativ könne auch eine Zufahrt über die Ortsverbindungsstraße erfolgen, die einen Umweg von 2.150 Meter oder neun Minuten Fahrzeit bedeute.

"Er muss bleiben"

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Manfred Heizmann informierte, dass der Bahnübergang-Belag bleiben muss, um bei einem Überlaufen des Rückhaltebeckens den Damm zu kontrollieren und Maßnahmen ergreifen zu können. „Das kommt laut Statistik alle 50 Jahre vor“, argumentierte Heizmann. Die verschließbare Schranke würde in diesem Fall geöffnet werden. Ortschaftsrat Michael Wurz sprach sich vehement für einen Erhalt des Bahnübergangs aus: „Der Bahnübergang wird viel genutzt, vor allem von Fußgängern und Familien. Ohne Schranke ist es viel zu gefährlich.“

Diese Meinung vertrat auch Hannes Grafmüller: „Der Übergang wird stark frequentiert. Ich wohne in der Nähe und beobachte dies oft.“ Der Bahnvertreter erwiderte, dass die Bahn bei Bahnübergängen nach der Frequenz der Kfz-Nutzung entscheide und weniger nach der Fußgängernutzung. Bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung müsse man auch die Instandhaltungskosten im Blick haben, die ja letztlich Steuergelder sind.

„Umwege zu weit“

Ortschaftsrat Achim Reber entgegnete, dass die Technik einwandfrei funktioniere. Ortsvorsteher Christian Dumin nannte die von der Bahn vorgeschlagenen Umwege für Fußgänger zu weit und für Fahrradfahrer zu gefährlich.

Bürgermeister Günter Pfundstein erklärte: „Wir alle gehen den kürzesten Weg.“ Im Bereich Erlenbach sind weitere Gewerbeflächen im Gespräch, dadurch werde auch wieder mehr Verkehr entstehen. Der Empfehlungsbeschluss an Bauausschuss und Gemeinderat lautete bei einer Enthaltung, den Bahnübergang beizubehalten. Manfred Heizmann erklärte, dass die Stellungnahme der Stadt Zell bei der Entscheidung über den Bahnübergang berücksichtigt werde.

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