Zells Bürgermeister auf Facebook
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Pfundstein wirbt für respektvollen Umgang - prev

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12. Mai 2021
Zells Bürgermeister Günter Pfundstein.

Zells Bürgermeister Günter Pfundstein. ©privat

Nachdenkliche und mahnende Worte von Bürgermeister Günter Pfundstein: „Corona darf Gesellschaft nicht spalten“

Den friedlich verlaufenen Corona-Mahnspaziergang vom vergangenen Montag in Zell mit rund 300 Teilnehmern (wir berichteten) nahm Zells Bürgermeister Günter Pfundstein zum Anlass, um am Wochenende auf seiner Facebook-Seite nachdenkliche, aber auch mahnende Gedanken zu äußern. In kürzester Zeit erreichte der Text rund 220 „Gefällt mir“ und 30 lobende Kommentare, er wurde 22 Mal geteilt.
Pfundstein dankt zunächst den Veranstaltern des Mahnspaziergangs für die Organisation: „Der nötige Abstand wurde eingehalten. Im Freien muss bei entsprechendem Abstand übrigens keine Maske getragen werden.“

„Es brodelt und rumort“

„Es brodelt und rumort in unserer Gesellschaft“, stellt Pfundstein fest. Und er äußert seine Befürchungen: „Ich mache mir ernsthafte Sorgen, wie unsere Gesellschaft nach der Pandemie miteinander umgehen wird. Corona darf auf keinem Fall unsere Gesellschaft spalten. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir brauchen wieder mehr Verständnis und Empathie für die Argumente der Mitmenschen.“

Der Bürgermeister kritisiert, dass heutzutage oft nur noch gebrüllt und meist in Sekundenschnelle geurteilt werde. Höchstens die Überschrift werde gelesen. Inhalt und Argumente würden kaum noch interessieren. Er betont: „Kein Medium ersetzt den persönlichen Kontakt!“ Übrigens auch kein Homeoffice und kein Fernunterricht.

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Pfundstein sagt, dass es nicht nur „Schwarz oder Weiß“ gebe. Jeder könne sich seinen Lieblingston auswählen. Er betont aber, dass es auch bei einem bunten Bild einen Rahmen gibt, der die Spielregeln vorgibt, die ein funktionierendes Zusammenleben ermöglichen. Das seien die Grundrechte, Gesetze und Verordnungen, die eine Gesellschaft braucht. Kein Spiel und kein Wettbewerb funktioniere ohne Regeln und Schiedsrichter. Auch das Leben nicht.

„Nicht alle wollen sich in diesem Rahmen bewegen, versuchen auszubrechen. Aber das geht nicht, denn es gäbe kein gutes Bild, wenn über den Rahmen hinaus gemalt wird. In der Demokratie entscheiden letztlich Mehrheiten. Das müssen Minderheiten akzeptieren. Nur dann sind Entscheidungen und deren Umsetzung sinnvoll möglich. „Was aber immer möglich sein muss: Jeder muss sagen können, was er denkt, ohne gleich in eine Ecke gestellt zu werden“, so Pfundstein.

Für Pfundstein kommt es nicht nur darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt. „Respekt“ gegenüber dem Mitmenschen ist für ihn das Schlüsselwort. „Mir liegt sehr am Herzen, dass nach der schwierigen Zeit das Zusammenleben insgesamt wieder an Fahrt aufnimmt. Jeder Graben, den wir jetzt ausheben, muss später mühsam überwunden werden“, so Pfundstein.

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