Bebauungsplan "Obertal" in Zell-Weierbach

Plötzliche Änderung des Bebauungsplans sorgt für Empörung

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
03. März 2021

Laut Bebauungsplan „Obertal“ sind in Zell-Weierbach neben dem ehemaligen Gasthaus „Sonne“ drei Neubauten geplant. Hinzu kommen vier nicht barrierefreie Wohnungen in dem ehemaligen Restaurant. In der Sitzung des Ortschaftsrats hat eine erhöhte Quadratmeteranzahl die Räte stutzig gemacht. ©Archivfoto: Thorsten Mühl

Von abgemachten 192 auf 198 Quadratmetern der Wohngebäude: Eine plötzliche Änderung im Bebauungsplan „Obertal“ hat im Ortschaftsrat Zell-Weierbach für Empörung gesorgt.

Den Satzungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplans „Obertal“ hat der vorberatende Zell-Weierbacher Ortschaftsrat befürwortet. Einmal mehr sandte der Rat dabei jedoch ein klares Signal nach außen. Hintergrund: Mit einem kurzfristig auf den Tisch gelegten Änderungswunsch der Planvorgaben wollte man sich nicht, beziehungsweise nur bei Erfüllung bestimmter Bedingungen, einverstanden erklären. 

Doch der Reihe nach: Wie Sabine Maier-Hochbaum (Stadt Offenburg/Bereich Stadtplanung) darstellte, lieferte die Beteiligung von Öffentlichkeit, Behörden und Trägern öffentlicher Belange kaum Rückmeldungen. Eine Stellungnahme aus der Öffentlichkeit wurde zur Zurückweisung empfohlen, zwei Hinweise der Unteren Naturschutzbehörde zur Kenntnis genommen. Weiterhin sind 21 Wohnungen geplant, 17 davon sollen sich auf die drei Neubauten verteilen, barrierefrei und seniorengerecht ausgeführt werden. Hinzu kommen vier nicht barrierefreie Wohnungen in der historischen „Sonne“. 

Mehr Raum für Grün

Bei der Freiflächen-Gestaltung ergaben sich leichte Änderungen. Bisher wurde von 21 Stellplätzen ausgegangen, die Zahl erhöhte sich aktuell auf 24. Auf Nachfrage erläuterte Daniel Ebneth (Fachbereichsleiter Stadtplanung und Baurecht) in der Sitzung des Ortschaftsrats, dass aufgrund des geänderten Keller-Grundrisses 19 Stellplätze in der Tiefgarage ausgewiesen werden könnten – drei mehr als gedacht. Daher müssten jetzt nur noch fünf Stellplätze oberirdisch ausgewiesen werden, was mehr Raum für Grün ermögliche. 

- Anzeige -

Zum Konfliktfall wurde die Festsetzung der absoluten Grundfläche für die drei Wohngebäude im rückwärtigen Bereich. Ausgegangen wurde von einem seitens der Planer zugesagten Wert zwischen 188 und 192 Quadratmetern. Nun war urplötzlich von rund 198 Quadratmetern die Rede. Die Stadtverwaltung sei „ebenfalls überrascht worden“, sagte Ebneth. Begründet wurden die zusätzlichen Quadratmeter mit einem Mehrbedarf für die rollstuhlgerechte Ausführung der Wohnungen. 

In den Fraktionen brodelte es. „Wir wollen, dass man sich an Beschlüsse verbindlich hält“, äußerte ein empörter Heribert Schramm (BLZW). Sieglinde Metzler (SPD) formulierte die eindringliche Bitte, „nichts mehr an den ursprünglichen Werten zu verändern“. Auch Herbert Lenz (CDU) verdeutlichte kühl: „Ich habe die Werte anders in Erinnerung.“ Jürgen Wernke (BLZW) fragte sich, warum die Größe der Baufenster nicht im Plan sichtbar aufgeführt würden. 

„Fadenscheidig“

Die auch von anderen Räten gezogene Parallele zum von diversen Ausnahmen begleiteten Bauvorhaben in der Fuchsgasse wollte die Bauverwaltung nicht als adäquaten Vergleich gelten lassen. Hans-Jörg Haas (BLZW) bezeichnete die Begründung der erhöhten Quadratmeter-Zahl als „fadenscheinig“. Wenn jemand „behindertengerecht“ bauen wolle, sei der Aspekt „rollstuhlgerecht“ bereits enthalten. Ortsvorsteher Willi Wunsch (CDU) zeigte sich gleichfalls überrascht. Sollten zwingende Vorgaben hinter der Erhöhung stecken, ginge das vielleicht in Ordnung. Eine Bekanntgabe ohne Vorabinfo sei aber ärgerlich, zumal der Schritt auch plausibel begründet sein sollte. 

Nach kurzer interfraktioneller Beratung stellte Ortsvorsteher Wunsch den Beschlussvorschlag dar. Der Rat befürworte den Satzungsbeschluss für die erste Planänderung, allerdings nur unter der Bedingung, dass der Quadratmeter-Wert für die drei rückwärtigen Gebäude bei 192 Quadratmetern festgeschrieben werde. Bei einer Enthaltung stimmte der Ortschaftsrat dem Vorschlag zu.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Die Offenburger Ärztin Ursula Horsch feiert ihren 75. Geburtstag.
vor 1 Stunde
Offenburg
Ursula Horsch feiert heute ihren 75. Geburtstag. Die Professorin der Gehörlosenpädagogik lehrte in Heidelberg. Nach ihrer Pensionierung engagierte sie sich an der Universität Sekomu in Tansania.
Ob es in diesem Jahr mit dem Zeltlager der KJG Rammersweier klappt, ist noch nicht klar.
vor 3 Stunden
Verein informiert
Wie viele andere Vereine und Organisationen muss auch die KJG Rammersweier derzeit ihre Planungen mehrgleisig anlegen. Alles steht und fällt mit der weiteren Entwicklung der Corona-Infektionszahlen.
Uhrmachermeister Hermann Uhl (81) aus Gengenbach untersucht das Werk einer mit Hirschen bemalten Schwarzwalduhr.
vor 3 Stunden
Serie Altes Handwer (12)
OT-Serie „Altes Handwerk“ (12): Es gibt sie auch heute noch, die alten Handwerksberufe mit langer Tradition – und Menschen, die sie ausüben oder sich damit auskennen. Vieles hat sich gewandelt, das alte Wissen bleibt. Heute: Ein Besuch bei Uhrmachermeister Hermann Uhl.
Das Feuerwehrhaus in Zunsweier. 
vor 3 Stunden
Feuerwehr und Schnelltests waren Thema im Rat
Ortschaftsrat: Die Feuerwehrabteilung Zunsweier und der Ortschaftsrat haben bei der Stadtverwaltung darum gebeten, für die Übergangszeit bis das neue Feuerwehrhaus fertig ist, die Mängel im bestehenden Gebäude zu beseitigen.
Die neue Netzstation versorgt das neu errichtete Schalthaus und Kunden in der Wasser-, Kinzig- und Teilen der Freiburger Straße mit Strom.
vor 3 Stunden
E-Werk informiert
Eine neue Netzstation soll in drei Wochen in Betrieb gehen. Derzeit werden noch Erdkabel in der Wasserstraße verlegt, informiert das E-Werk.
Jürgen Schmider (von links), Carlo Carosi, Martin Seidel und Sebastian Lebek gratulierten Anette Fleu aus Oberharmersbach zu ihrem PS-Gewinn.
vor 3 Stunden
Sparkasse Kinzigtal gratuliert Anette Fleu
"5000 Euro sind viel Geld", freute sich Anette Fleu aus Oberharmersbach über ihren Hauptpreis beim PS-Sparen. Sie hatte in der März-Verlosung das Glück auf ihrer Seite.
Impressionen des neuen Feuerwehrhauses Hohberg - die Zentrale.
vor 10 Stunden
Feuerwehr
Die Feuerwehr Hohberg schaute in der Online-Hauptversammlung auf zwei spannende, außergewöhnliche Jahre zurück. Bürgermeister Klaus Jehle verabschiedet sich.
Auf der Windschläger Skateanlage ist gerade am Nachmittag und am Abend viel los. Teilweise entsteht laut Ortschaftsrat Rupert Glatt jedoch der Eindruck, dass der Mindestabstand nicht eingehalten wird – und das trotz Hinweisschildern.
vor 11 Stunden
„Kontrolliert da niemand?“
Viel Betrieb herrscht zeitweise auf dem Gelände des Skateparks in Windschläg. Ob das in Pandemie-Zeiten sinnvoll und statthaft ist – mit dieser Frage hat sich der Ortschaftsrat beschäftigt.
Tobias Uhrich (36, parteilos), Bürgermeister von Neuried: „Für den großartigen Einsatz möchte ich mich bedanken und hoffe, nun meinen Teil beisteuern zu können.“
vor 11 Stunden
Serie: Corona - ein Jahr Ausnahmezustand
Ein Jahr Corona (13): Wie hat sich die Pandemie auf die Kommunen ausgewirkt? Die Bürgermeister sprechen über ihre Erfahrungen, über eigene Belastungen und die Nöte der Bevölkerung. Und sie sagen, was besser hätte laufen müssen. Heute: Tobias Uhrich (Neuried).
Hans-Joachim Fomferra, seit 1988 Wirtschaftsförderer der Stadt Offenburg.
vor 11 Stunden
Fomferra geht 2022 in Ruhestand
Aus dem Gelsenkirchener Hans-Joachim Fomferra (63) wurde ein „Offenburger durch und durch“. Der städtische Wirtschaftsförderer geht Mitte 2022 in Ruhestand. Die Stadt hat die Stelle jetzt schon ausgeschrieben.
Das Baugebiet Laugasserfeld im Bindenesel im Bau. Je mehr Einwohner Hohberg hat, desto mehr muss die Gemeinde in die Infrastruktur investieren. 
vor 11 Stunden
Strukturwandel
Im Jahrzehnt bis 2020 hat die Gemeinde um mehr als 1000 Einwohnerinnen und Einwohner zugelegt. Das fordert die Infrastruktur, die Gemeinde hat reagiert, wie Hauptamtsleiter Dirk sauer berichtet.
Bei den Anmeldungen der Fünftklässler fürs neue Schuljahr hatte ein Offenburger Gymnasium deutlich die Nase vorn.
vor 12 Stunden
Anmeldezahlen fürs neue Schuljahr
Die Offenburger Gymnasien sind dieses Jahr die großen Gewinner. Fast alle können sich über ein Plus bei den Anmeldungen der Fünftklässler fürs neue Schuljahr freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Ines Grimm und Julian Schrader begrüßen ihre Kunden im freundlichen Ladengeschäft in der Acherner Hauptstraße.
    16.04.2021
    hörStudio Schrader in Achern: Inhabergeführt, modern und unabhängig
    Hören, sehen, fühlen, schmecken, riechen: Jeder der fünf Sinne sorgt für viel Lebensqualität. Besonders das Hören ist elementar. Lässt es nach, ist das meist ein schleichender Prozess und kann ein Weg in die Einsamkeit sein. Wenn das Hörvermögen Unterstützung benötigt, helfen die Experten des...
  • azemos-Firmensitz in Offenburg im Senator-Burda-Park/BIZZ.
    15.04.2021
    azemos Newsroom: Hintergründe zu Börse, Finanzpolitik und die Arbeit von Experten
    Die Pandemie hat die Welt fest im Griff. Allein die Börsen scheinen „Inseln der Glückseligen“ zu sein. Drohen neue Blasen? Im Newsroom klärt die azemos vermögensmanagement gmbh auf.
  • Patrick Kriegel ist Steuerberater und Geschäftsführer.
    14.04.2021
    Steuerberatungsgesellschaft Patrick Kriegel GmbH: Die aktiven Berater und Gestalter
    Die Kanzlei wurde vor 14 Jahren gegründet und besteht mittlerweile aus einem 25-köpfigen Team, das die Mandanten in allen Themen rund ums Steuerrecht und darüber hinaus unterstützt. Im Vordergrund stehen die individuelle Betreuung und Beratung der Mandanten. Dies ist die Philosophie der Kanzlei.
  • Sichern Sie sich Ihr Jeep-Teen-E-Bike zum Aktionspreis mit einer Ersparnis von 650 Euro
    07.04.2021
    Mit Rückenwind ins Frühjahr starten
    Was machen wir in den Ferien? Über dieser Frage grübeln aktuell wohl viele Familien. Eine spannende Alternative zum üblichen Reisen könnten in diesem Jahr Fahrradausflüge mit E-Bikes sein. Mit dem exklusiven Aktionspreis von Baden Online und der Elektro Mobile Deutschland GmbH sind auch die Teens...