Offenburg

Pop-up-Tempo-30: Die BI Rückenwind schießt gegen die Kritik der CDU

red/sb
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09. August 2022
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©Christian Wagner

Die von der Stadt eingerichteten Pop-up-Tempo-30-Zonen sind von der CDU-Fraktion stark kritisiert worden. Dem widerspricht nun die Bürgerinitiative Rückenwind in einer Stellungnahme.

„Mit Verwunderung“ reagiert die BI Rückenwind auf die Stellungnahme der CDU zur Pop-up-Maßnahme Tempo 30 (wir berichteten). „Bei dieser ausdrücklich vom Regierungspräsidium unterstützten Maßnahme geht es – fair im Verkehr – um das Wahrnehmen anderer Verkehrsteilnehmer“, schreibt die BI in einer Pressemitteilung. „Das will der CDU wie manchen anderen nicht recht gelingen, liegt die Aufmerksamkeit doch nur auf der vermeintlichen (durch wissenschaftliche Studien nicht belegbaren) eigenen Zeiteinbuße als PKW-Nutzer.“

Nur bei Einsatzwagen, die 50 und schneller fahren müssen, seien einzelne Sekunden auf der Straße wichtig. Das Bedürfnis, sich schnell von A nach B fortzubewegen, haben auch die Nutzer anderer Verkehrsmittel, so die BI.

Es gebe auch autofahrende Bürger, die Tempo 30 begrüßen. Und: „Unzählige Bürger sind mit dem Rad unterwegs und wegen der Sicherheit froh über Tempo 30.“ Eltern, die mit Kindern auf Rädern oder zu Fuß unterwegs sind und langsamere ältere Bürger würden sich freuen, dass die PKW und LKW nicht mehr mit 50 an die Zebrastreifen oder Querungen fahren und dürfen hoffen, dass „ihnen am Zebrastreifen nicht mehr lebensgefährlich die Vorfahrt genommen wird“, so die BI.

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Tempo 30 ermögliche ein vorausschauenderes Fahren und verkürze den Bremsweg erheblich. Für alle Nicht-KFZ-Nutzer wie auch für die Anwohner sei die Lärmbelastung deutlich geringer. Und: Kinder und Jugendliche sind auch Bürger, die Wähler von morgen, die bald wieder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gehen/fahren. Ortenberger-, Wilhelm- und Weingartenstraße sind nach Angaben der BI die von der Stadt explizit empfohlenen Schul-Laufwege der Georg-Monsch-Schule und die alltäglichen Wege von weit über tausend Schülern und jüngeren Kindern.

„2035 ein Dinosaurier“

Zu den Ausführungen der CDU zum Klimaschutz heißt es in der Mitteilung: „Selbst durch eine Umlenkung der jetzt auf den Offenburger Straßen rollenden Pkw durch smarte Lösungsansätze in Kombination mit einem Ersetzen aller Verbrenner durch E-Autos, wird die Stadt die gesetzlichen EU-Vorgaben von Paris nicht erfüllen.“ Der benötigte Strom müsse zusätzlich und klimaneutral produziert werden. „Die bemühte Studie der Leopoldina nennt die Verkehrswende und die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel unabdingbar. Das Gebot der Stunde heißt also: Das Auto einfach ab und an mal stehen zu lassen und sich anders fortzubewegen“, so die BI.

„Wenn es so weitergeht und die Umstellung des Verkehrs auf das 21. Jahrhundert weiterhin von Vertretern einiger Parteien blockiert wird, wird die Stadt 2035 ein Dinosaurier mit einem 70 Jahre alten autofanatischen Verkehrskonzept der 60er inmitten moderner Städte wie Straßburg, Karlsruhe oder Freiburg sein.“

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