Offenburg

Projekt »Ima 2.0«: Migrantinnen zeigen Bilder ihres Traumberufs

Barbara Puppe
Lesezeit 4 Minuten
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16. August 2016

Kreativ waren die Frauen des In Via-Integrationsprojekts »Ima 2.0«. I ©Barbara Puppe

Migrantinnen zeigen ihre Bilder, die beim In Via-Integrationsprojekt »Ima 2.0« entstanden sind unter dem Titel »Mit dem Herzen arbeiten« im Stadtteil-und Familienzentrum am Mühlbach.

Rund 60 Bilder hängen in den Fluren des Stadtteil- und Familienzentrums am Mühlbach. Die Bilder sind in einem Kunstworkshop entstanden, bei dem die Themen Lebensplanung, Arbeit, Beruf und Zukunft kreativ umgesetzt wurden. Im Mittelpunkt der Kunstwerke steht das Herz, das zum Symbol wurde für das, was die Frauen gerne machen würden – arbeiten. Obwohl sie zum Teil berufliche Erfahrungen in ihren Heimatländern sammeln konnten, haben sie Schwierigkeiten, diese in Deutschland anerkennen zu lassen. 

In Via, der Katholische Verband für Frauen- und Mädchensozialarbeit ist ein Fachverband der Caritas in der Erzdiözese Freiburg und unterstützt diese Frauen beim Einstig in eine Arbeitsstelle oder Ausbildung mit dem Projekt »Integration von Migrantinnen in den Arbeitsmarkt-Ima 2.0«, dem Nachfolgeprojekt des letztjährigen Ima-Projektes.

 
Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziell gefördert und in Zusammenarbeit mit der kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis- Jobcenter Offenburg unterstützt es Frauen mit Migrationshintergrund, insbesondere alleinerziehende Mütter beim Neustart in Deutschland. »Ima 2.0« ist am 1. Januar gestartet und bietet ein Jahr lang berufliche Orientierungshilfe, Sprachtraining und Einzelcoaching für individuellen Beratungsbedarf, kreative Elemente werden mit eingebaut, denn »was Worte manchmal nicht sagen können, kann in Bildern deutlich werden«, erklärt Doris Erk, Diplompädagogin und Projektverantwortliche.
»Alle Frauen suchen Arbeit und haben sich überlegt, was sie gerne künftig machen würden. Mit Acrylfarbe und Collagen-Technik haben sie das Symbol Herz künstlerisch gestaltet«, so Erk. Ein Bild zeigt ein Gesicht in Form eines Herzens – denn die Künstlerin möchte Kosmetikerin werden. Eine andere Workshop-Teilnehmerin will mit Blumen arbeiten, auf ihrem Bild ist ein Herz aus aufgeklebten Blumen zu sehen. 

Hebamme und Friseurin

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Viele kleine aus spiegelnder Folie ausgestanzte Kinderfüße stehen für den Berufswunsch Hebamme. Wie das Bild einer jungen Frau aus Kasachstan verdeutlicht, möchte sie gern eine Ausbildung bei einem Beerdigungsinstitut machen, ein Praktikum in diesem Bereich hat sie bereits hinter sich. Mit dunklen Haarsträhnen ist das Werk einer Afrikanerin gestaltet. Sie kommt aus dem Kongo und lebt seit 19 Jahren in Deutschland. In ihrer Heimat hat sie eine Ausbildung als Friseurin gemacht, deshalb hat sie Erfahrung mit afrikanischem Haar, wie sie erklärt, jetzt will sie in Deutschland »europäische Haare machen«. 

Eine Russin hat als Filialleiterin in einem Schuhgeschäft gearbeitet und lebt seit einem Jahr in Deutschland. Sie sucht eine Arbeit, bei der sie mit Menschen arbeiten kann, vielleicht mit Kindern, oder auch in der Reisebranche. Seit 19 Jahren lebt auch eine Frau aus der Türkei mit ihren beiden Kindern in der Region. Sie sucht Arbeit in der Küche. Zunächst will sie jedoch ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern. 
Das ist auch das Anliegen einer weiteren Teilnehmerin aus Lettland. Sie hat bereits als Buchhalterin gearbeitet, vor zwei Jahren verließ sie ihre Heimat, und weil sie gern mit Zahlen arbeitet, will sie versuchen, eine Stelle in diesem Bereich zu bekommen. 

Bis Dezember zu sehen

Bereits im vergangenen Jahr zeigte das Stadtteil- und Familienzentrum am Mühlbach die Ergebnisse des Kunstworkshops in einer Präsentation. »Wir freuen uns, dass die Nachfolgeausstellung wieder bei uns im Haus stattfindet«, betont Simone Müller, Leiterin der Einrichtung. Viele Kinder und Erwachsene gingen hier ein und aus und schauten die Bilder aufmerksam an, darunter auch Familien aus den Herkunftsländern der Künstlerinnen. Barbara Puppe
INFO: Die Ausstellung »Mit dem Herzen arbeiten« ist noch bis Dezember im Stadtteil- und Familienzentrum am Mühlbach zu sehen. Und zwar Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

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