"Krankenschwester" siegte bei Wettbewerb

Projekt: Offenburger Kinder malten ihren Traumberuf

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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11. August 2020

(Bild 1/2) Strahlende Gesichter: Projektleiterin Johanna Mugabi (Vierte von links) freute sich mit den kleinen Künstlern über die gelungenen Werke. ©Barbara Puppe

Architekt, Arzt, Polizist, Krankenschwester: 18 Kinder mit Migrationshintergrund haben bei einem Projekt der Evangelischen Erwachsenenbildung ihren Traumberuf gemalt. Das sind die fünf Sieger.

Johanna Mugabi,  Beauftragte für Flucht und Migration bei der Evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau hat zusammen mit dem Evangelischen Schuldekanat und einigen Paten einen Mal-Wettbewerb organisiert. Ziel: den Kontakt zwischen Kindern und ihren vertrauten Unterstützern während der Coronazeit aufrecht zu erhalten. 

Mit dem Malwettbewerb sollte Mut gemacht und Selbstvertrauen unterstützt  werden. „Man sagt ja oft, dass die Perspektive verloren geht für Kinder, die in einer anderen Kultur aufwachsen“, weiß die Projektleiterin. Alle Kinder hätten aber „Träume vom Großwerden“, die fänden auf einem Bild viel Platz“. Mit Stiften und Farben entstünden auf dem Papier Geschichten, und wenn man aufmerksam hinschaue und das Augenmerk auf die Details lege, werde deutlich, was dem Kind wichtig sei und was es bewege, so Mugabi . Deshalb wolle sie auch die Eltern ermutigen, ihre Kinder malen zu lassen und hinterher mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.

18 Kinder mit Migrationshintergrund  im Alter von fünf bis elf haben ihre Visionen von der Zukunft aufs Papier gebracht. Der Malwettbewerb war eines von rund 120 Projekten, die seit 2016 von Mitarbeitern der evangelischen Flüchtlingsarbeit  Ortenau begleitet wurden, dazu gehörten auch Sprachförderung oder Lernbegleitung. 

Die Ausschreibung zum Kunstprojekt wurde über soziale Netzwerke verteilt, Paten haben den Flyer ausgedruckt und den Kindern weitergegeben. Die haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und die Ergebnisse per Post ans Büro der Erwachsenenbildung geschickt, die fünf besten wurden  ausgezeichnet.  

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Eine der kleinen Künstlerinnen ist Debora, sie will auf jeden Fall etwas mit Pferden machen. Das zeigt ihre Farbzeichnung eindeutig und gekonnt, das Bild kam deshalb auf Platz fünf. Mahmoud und Fatima turnen gern, Achmet stellt sich vor, als Architekt einmal die schönsten Häuser zu bauen und Bayan will sich als Zahnärztin um kaputte Zähne kümmern.  

Traumberuf Polizist

Für Ali war es gar nicht so einfach sich zu entscheiden. Einerseits ist Polizist sein Traumberuf, andererseits schlägt sein Herz für Gartenarbeit. Deshalb hat er auch als einziger zwei Bilder gemalt und den zweiten Platz im Wettbewerb erhalten. 
Kranke heilen

Parsa kam auf Platz drei, für sie ist klar, sie will einmal Ärztin werden und kranke Leute operieren, und „Harat wird einmal im ganzen Land als allerbeste Lehrerin bekannt“, wie Schuldekan Hans-Georg Dietrich, Vorsitzender des Flüchtlingsausschusses im Kirchenbezirk Ortenau bei der Preisverleihung reimte. Und weiter: „Taha und Ward, die zwei – sie träumen von einer Welt – ganz sauber und Corona-frei“. Ward wurde mit dem vierten Platz ausgezeichnet, ebenfalls einen vierten Platz gab es für Basma, die einmal große schöne Bilder malen will. „Anna und Barfin wollen Kranke pflegen, und weil Barfin das so gelungen umgesetzt hat, wurde sie mit dem ersten Platz belohnt.“ 

Einen Preis konnten jedoch alle kleinen Künstler mit nach Hause nehmen. Was die Kinder einmal werden, könne heute niemand sagen, so Schuldekan Dietrich, der ihnen gute Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg gab: „Was immer ihr mal werdet und in Zukunft treibt, wir wünschen, dass ihr stets in Frieden leben könnt und glücklich bleibt.“

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