Biberach

Projekte für neue Zielgruppen

Autor: 
Andrea Bohner
Lesezeit 3 Minuten
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14. Oktober 2014

Rektor Berthold Becherer führte die Besucher durch den neuen, behindertengerechten Zugang ins Lernzentrum. ©Andrea Bohner

Am Sonntag begann im Lernzentrums Kinzigtal eine neue Ära: Nach umfangreichen Modernisierungs-, Um- und Ausbauarbeiten präsentierte sich das Untergeschoss der Grundschule in neuem Glanz. Auch das Konzept wurde rund­erneuert und bezieht nun das altersübergreifende Lernen mit ein.

Biberach. Begonnen hatten die Einweihungsfeierlichkeiten mit dem Schülerchor unter der Leitung von Klaus Himmelsbach, der die zahlreichen Gäste mit einem eigens getexteten Lied empfing. Zum anschließendem »Die Gedanken sind frei« gab es dann die Einladung zum Mitsingen.
Die Zeiten, in denen man wegen seiner Ideen im Kerker schmachtete, sind in unseren Breiten zwar vorbei, doch bleibt Bildung der Schlüssel zum Zugang für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Und so ist es nur folgerichtig, dass sich das Lernzentrum Kinzigtal – ursprünglich als Bildungsstätte und Fortbildungsstätte für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter und ihre Pädagogen konzipiert – nun für alle Altersgruppen öffnen will. »Es ergibt sich hier die Chance für die gesamte Bürgerschaft aber auch für die Nachbargemeinden, die Räume als lebendigen, generationenübergreifenden Ort zu nutzen«, freute sich Bürgermeisterin Daniela Paletta: »Vereine, Institutionen, Firmen, Gewerbe und Bürgerinnen und Bürger – alle sind aufgefordert, hier mitzumachen«. 
Zuvor war die Rathauschefin nochmals kurz auf die Hintergründe eingegangen, welche die Gemeinde Biberach dazu bewogen hatten, in Kooperation mit der Bildungsregion Ortenau BRO im Februar 2011 das Lernzentrum zu eröffnen. Durch den Wegfall der Hauptschule waren die seinerzeit freigewordenen Räumlichkeiten für diese neue Nutzung zur Verfügung gestanden. Unter anderem wurde in einem leerstehenden Klassenzimmer ein Montessori-Raum eingerichtet und im Technikraum weiter gewerkelt. Zudem wurde im Lernzentrum eine Beratungsstelle für Lese-Rechtschreib-Schwäche und für Dyskalkulie eingerichtet.
Nach der Erweiterung sollen nun zukünftig aber auch Veranstaltungen für Familien, Erwachsene, Senioren und Menschen mit Behinderungen sowie altersübergreifende Projekte angeboten werden.
Hierfür ist vom Schulhof aus ein barrierefreier Zugang geschaffen worden, neue Glastüren verwandeln den langen Flur in einen geschlossenen  Raum, die ehemalige »Rumpelkammer« wurde zu einem modernen WC umgestaltet und der bisherige Physikraum zu einem hochflexibel nutzbaren Multifunktionsraum.
»Erfrischend anders«
Daniela Paletta dankte ihrem Vorgänger Hans Peter Heizmann für den Impuls, für die Umbaumaßnahme Mittel aus dem »Leader«-Programm zu beantragen. Insgesamt wurden rund 300 000 Euro investiert, davon 110 000 Euro EU-Fördermittel.
In einem humorvollen Grußwort ging Regierungsdirektor Manfred Merges vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg auf  das Thema »MINT« ein. Die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik spielen im Lernzentrum eine besondere Rolle, doch erst einmal – so Merges – denke man bei »Mint« an den frischen Geschmack von Minze. Tatsächlich sei das Lernzentrum »erfrischend anders«.
Rolf-Rüdiger Michel, Landrat des Landkreises Rottweil und Vorsitzender der »Leader«-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, dankte der Gemeinde für ihren langjährigen Einsatz und die gute Vorarbeit: »Wenn etwas aus Biberach auf den Tisch kommt, ist es solide durchdacht und vernünftig finanziert.«  Das neue Lernzentrum werde weiterhin wichtige Impulse setzen, so Michel zuversichtlich.

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