Ortenau

Psychisch krank? Mann wegen versuchten Mordes vor Gericht

Autor: 
red/ah
Lesezeit 2 Minuten
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12. Februar 2019

©Land BW/Archiv

Ein Mann soll am 24. August des vergangenen Jahres versucht haben in einer Gaststätte in Friesenheim zwei Männer zu töten. Das Landgericht will in einem Sicherungsverfahren am Mittwoch, 20. Februar, die Schuldfähigkeit des Mannes prüfen.

Den Ermittlungen zufolge hat ein 55-jähriger Deutscher am 24. August gemeinsam mit zwei Männern in einer Gaststätte Getränke konsumiert. Plötzlich hat der Mann einen Dreikantschaber gezogen und diesen laut Offenburger Staatsanwaltschaft in Tötungsabsicht zunächst dem einen Mann in den linken Brustbereich gerammt.

Anschließend habe er mit dem Gegenstand auch dem zweiten Mann tödliche Verletzungen zufügen wollen, diesen aber aufgrund dessen Abwehrhaltung nur am Unterarm verletzt. Mit Hilfe der Wirtsleute habe der Mann aus dem Lokal gedrängt werden können. Das teilt die Offenburger Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit.

Angeklagte stellt sich der Polizei

Akute Lebensgefahr bestand bei keinem der beiden Verletzten, heißt es. Der mutmaßliche Täter stellte sich am Folgetag der Polizei. Er wurde zunächst in Untersuchungshaft genommen. Er hat sich laut Staatsanwaltschaft umfänglich zu den Tatvorwürfen geäußert und dabei unter anderem angegeben, dass er die Tat verübt habe, weil er vor einigen Monaten Opfer einer schweren Straftat geworden sei, an welcher die beiden Männer beteiligt gewesen sein sollen.

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Psychische Störung?

Die Ermittlungen haben jedoch keinerlei tatsächlichen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sich die von dem Mann behauptete schwere Straftat überhaupt ereignet hat. Gleichwohl erscheint der Mann in seiner Vorstellung davon auszugehen, dass sich diese Tat zugetragen hat. Da der Mann als psychisch krank gilt und laut Gutachten möglicherweise nicht schuldfähig war, konnte die Staatsanwaltschaft keine Anklage wegen versuchten Mordes erheben. Der Mann wurde daraufhin in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. 

Erkrankung ausschlaggebend?

Das Gericht will jetzt in einem Sicherungsverfahren prüfen, ob bei dem 55-Jährigen zur Tatzeit tatsächlich aufgrund seiner Erkrankung die Schuldfähigkeit aufgehoben war. Darüber hinaus geht es darum, ob die Möglichkeit besteht, dass der Mann auch in Zukunft Straftaten begeht und er daher weiterhin in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Die Strafkammer hat zur Verhandlung eine psychiatrische Sachverständige hinzugezogen. Die Hauptverhandlung findet voraussichtlich ab Mittwoch, 20. Februar, statt.

Info

Die Verhandlungstermine

Mittwoch, 20.02.2019, 08:30 Uhr (Saal 2 – Moltkestraße)
Montag, 25.02.2019, 08:30 Uhr (Saal 1 – Moltkestraße)
Mittwoch, 27.02.2019, 13:00 Uhr (Saal 2 – Moltkestraße)
Mittwoch, 20.03.2019, 08:30 Uhr (Saal 2 – Moltkestraße)
Donnerstag, 28.03.2019, 08:30 Uhr (Saal 2 – Moltkestraße)

Von Seiten des Landgerichts wird darauf hingewiesen, dass diese Termine nur vorläufig bestimmt sind und sich durch Verfügung des Vorsitzenden jederzeit wieder ändern können.

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