Trauer um einstigen Meiko-Betriebsleiter

Rainer Kern ist im Alter von 79 Jahren gestorben

Autor: 
Ursula Haß
Lesezeit 4 Minuten
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08. Oktober 2019

Rainer Kern liebte es, sich mit Schwarzwalduhren zu beschäftigen. Nun ist der Spross der Seifen-Dynastie Kern im Alter von 79 Jahren gestorben. ©privat

Rainer Kern, der ehemalige Betriebsleiter von Meiko und Spross der Offenburger Seifendynastie Kern, ist mit 79 Jahren gestorben. Er war Ahnenforscher und Experte von Schwarzwalduhren. 

Rainer Kern, der Spross der Offenburger Seifen-Dynastie Kern, kam am 17. April 1940, während des Krieges, in Meßkirch zur Welt. Aufgewachsen ist der Jubilar später in der Offenburger Oststadt mit drei Geschwistern. Sein Vater Anton Kern entstammt einem alten Offenburger Geschlecht. So waren die Vorfahren bereits 1810 mit der Seifensiederei beschäftigt, die dann in der Kreuzkirchstraße ihr Domizil fand. 1930 übernahm sein Vater mit zwei Brüdern die Seifenfabrik, die das Dreikern-Werk mit dem Namen „OSEKO“ zusammen aufgebaut haben. 

Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Internat Landolin in Ettenheimmünster sowie einem Praktikum und Lehre beim Ausbesserungswerk der Bahn mit der Ausbildung zum Maschinenschlosser, studierte er an der Fachhochschule Konstanz Maschinenbau und schloss das Studium als Diplom Ingenieur ab. Im Jahr 1962 trat er als Konstruktionsingenieur bei der Offenburger Meiko ein, wurde 1972 zum Betriebsleiter ernannt und erhielt die Prokura. Die Ernennung zum technischen Direktor erfolgte 1987. Er übernahm vielfältige Konstruktionsprojekte in der Entwicklung von Geschirrspülmaschinen, wobei er auch einige Patente für die Firma erarbeitet und konstruiert hatte. Mit großem Engagement hat er diese Aufgaben bis zum 31. August 1998 bei der Firma Meiko ausgeübt. 

Die Heirat mit Gisela Pfeffer, die aus Haigerloch stammt, erfolgte 1968. Kennengelernt haben sich die beiden in Offenburg, als Gisela ihre Tante Tonoli besuchte. Zwei Kinder, Cornelia und Matthias, wuchsen beide schon in Fessenbach auf, wo die Familie bereits im Jahr  1972 ein Haus erbaut hat. 

Fessenbacher Wurzeln

Die Wurzeln zu Fessenbach sind bei Rainer Kern vorhanden, denn seine Mutter Hildegard, eine geborene End, stammte aus Fessenbach. Ihr Bruder Eugen war der bekannte Offenburger Bürgermeister, der besonders auch das Messewesen nach dem Krieg wieder aufbaute und Ehrenbürger der Stadt Offenburg ist. 

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Die Urgroßeltern Kosmas und Theresia End hatten ein schönes kleines Häuschen an der Klostermauer des Liebfrauenhofes, das heute als Taglöhnerhaus in Zell-Weierbach steht. Die Großmutter Theresia, geborene Rapp, stammte vom Rappenbuckel im Albersbach. Ihr Bruder war der bekannte Kapuzinerpater Professor Dr. Rainer Rapp, der ebenfalls in der damals noch selbstständigen Gemeinde Fessenbach zum Ehrenbürger ernannt wurde. 

Bereits 1984 entstand seine Leidenschaft für die Schwarzwalduhren. Und so hat sich Rainer Kern diesem Hobby, ebenso auch der Ahnenforschung über seine Vorfahren angenommen. Viel Zeit für das Erkunden der Schwarzwalduhren hat er nach seinem beruflichen Ausscheiden diesen Uhren gewidmet. Auch die Restaurierung stand bei diesen Kostbarkeiten oftmals an und so brachte er manches prächtige Unikat wieder zum Schlagen. Drei Bücher über die Schwarzwalduhren hat er geschrieben und im Eigenverlag herausgebracht: „Die kleinen Schwarzwalduhren“, ein Buch über Porzellanuhren und eines über die Messinguhren. Vor allem die Porzellanuhren stammen fast alle aus Zell a.H. und aus Schramberg. Auch über die kleinen Nippührchen hat er Kapitel geschrieben. 

Mitglied in Vereinen

Rainer Kern war auch Mitglied des Vereins Lenzkircher Uhrenfreunde und noch im Verein Freunde der Schwarzwalduhren. In den örtlichen Vereinen war er Mitglied im Musikverein und im Heimatverein. Auch in seinem Garten oder Haus hat er gerne gewerkelt und vor allem fuhr er auch immer mit seiner Frau und der Familie zum Segeln an den Schluchsee oder Bodensee. 

Seit 2013 konnte er durch eine lange und schwere Krankheit seinen vielfältigen Hobbys nicht mehr voll und ganz nachgehen. Mit seiner Frau Gisela trauern auch die Kinder Cornelia und Matthias und deren Familien sowie die beiden Enkelkinder Mila und Lennart um einen liebevollen und treusorgenden Mann, Vater und Großvater. 

Die Trauerfeier findet am Freitag, 11. Oktober, um 11 Uhr in der Weingartenkirche in Zell-Weierbach mit anschließender Urnenbeisetzung statt.   

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