Eine gesunde Ja-Kultur pflegen

Ralf Schmitt referierte vor Marketing-Club Ortenau/Offenburg

Autor: 
red/shi
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21. Oktober 2019

Spontan und motiviert (von links): MCO-Präsident Duschan Gert, Programmvorstand Sandra Wörner und Referent Ralf Schmitt. ©Marketing-Club Ortenau/Offenburg

Im gut besuchten Burda-Media-Tower in Offenburg demonstrierte Unterhalter Ralf Schmitt auf Einladung des Marketing-Clubs Ortenau/Offenburg, welches die größten Hemmnisse von Spontanität im Beruf und Privatleben sind und wie es gelingt, diese Blockaden zu lösen.

„Wann fällt es Ihnen schwer, flexibel zu sein?“ – gleich zu Beginn seines Vortrags wandte sich der Hamburger Moderator und Improvisationskünstler Ralf Schmitt mit dieser kniffligen Frage an die Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Ortenau/Offenburg. Während seiner Präsentation bezog er dabei das Publikum durch abwechslungsreiche Gruppenübungen mit ein. Schmitts Ziel für den Abend: „den inneren Zensor jedes Einzelnen in die Schranken weisen.“

Keine Angst vor Fehlern

Zunächst verwies der Referent darauf, wie wichtig ein toleranter Umgang mit Missgeschicken ist. „Der größte Fehler bei dieser Übung und im Job ist es, vor Fehlern Angst zu haben“, so Schmitt. Für den Kommunikations-
experten sind speziell in Deutschland Sicherheits- und Gewohnheitsdenken „zentrale Hürden für das Gedeihen einer guten Flexibilitätskultur“. Denn „für uns ist es am bequemsten in Routinen zu denken“. Der Tipp des Norddeutschen: „Machen Sie jeden Tag etwas, vor dem Sie Angst haben.“ Im Privaten beginne dieser Sinneswandel etwa damit, dass man bei der abendlichen Lieferdienst-Bestellung einfach mal die eigene Hausnummer ordere, ohne zu wissen, welches Gericht kommt. „Gerade diese kleinen Dinge lockern mit der Zeit eigene Denkmuster auf und lassen die Entwicklung eines sensibleren Umgangs mit Fehlern zu.“

Grundsätzlich, so Schmitt, gebe es privat wie beruflich drei verschiedene Wege, Fehler zu verarbeiten. „Erstens: Sie reagieren emotional und geben sich oder anderen die Schuld. Zweitens: Sie suchen nach einer Lösung für Ihr Problem. Oder drittens: Sie lassen sich von einem Fehler inspirieren.“ Letzteres sei am ehesten Ausdruck von Spontanität. Schließlich gehe es bei allen Projekten darum „das Beste aus der jeweiligen Situation herauszuholen.“

Gedanklicher Meilenstein

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Vor diesem Hintergrund appellierte der Redner an die Anwesenden: „Setzen Sie sich doch einmal mit Ihren Mitarbeitern zusammen und erzählen Sie sich gegenseitig von Ihren größten beruflichen Fuck-Ups. Das sind Projekte, die Sie gehörig gegen die Wand gefahren haben.“

Was zunächst merkwürdig klingt, ist für Schmitt ein gedanklicher Meilenstein: „Schon bald werden Sie merken, wie Sie internen Fehlerquellen auf die Spur kommen und künftig bei ähnlichen Projekten flexibler und spontaner mit Herausforderungen umgehen.“ 

Für Schmitt ist diese offene Fehlerkultur auch mit Blick auf Fachkräfte der Generation Z (Jahrgang 1997 bis 2012) entscheidend: „Flexibilität beginnt im Kopf und gerade für junge Mitarbeiter ist eine ausgewogene Fehlerkultur des Unternehmens essentiell, um sich überhaupt ein langfristiges Engagement vorstellen zu können.“ Laut dem Experten ist mehr Spontanität daher auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.

Ruhig mal Ja sagen

Das Fazit des nebenberuflichen Schauspielers mündet schließlich in einen philosophischen Vergleich: „Wenn Sie Kindern die Frage stellen, ob diese singen oder tanzen können, werden Sie fast immer ein ,Ja‘ hören. Bei Erwachsenen hingegen überwiegt zumeist das Zögern. Das sollte uns alle nachdenklich stimmen.“ Schmitts finaler Ratschlag: „Sagen Sie ruhig auch mal Ja, bedenken Sie jedoch stets, dass Stress hat, wer Ja sagt und Nein meint.“

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