Offenburg - Rammersweier
Dossier: 

Rammersweier: Der »Mattebur« hat die Viehzucht ersetzt

Florian Pflüger
Lesezeit 3 Minuten
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11. April 2015
Nachdem sie vor zehn Jahren die Viehzucht aufgaben, haben sich Berta und Johann Falk verstärkt ihrer Strauße gewidmet.

Nachdem sie vor zehn Jahren die Viehzucht aufgaben, haben sich Berta und Johann Falk verstärkt ihrer Strauße gewidmet. ©Ulrich Marx

Als Berta und Johann Falk im Jahr 2005 ihre Schweine verkauften, war endgültig Schluss für den letzten Viehzuchtbetrieb in Rammersweier. Der eigentliche Einschnitt war allerdings schon mehr als zehn Jahr früher gewesen. Johann Falk erinnert sich, wie Mitte der 90er-Jahre der Metzger kam und alle Rinder, rund 20 an der Zahl, auf einmal mitnehmen wollte. Auch wenn die Falks schon länger vorhatten, aus der Viehzucht auszusteigen – so schnell hatten sie es nicht erwartet. Doch am Ende war man froh über die Entscheidung, die Tiere abzugeben. »Der hatte was gerochen«, sagt Falk rückblickend über das Interesse des Metzgers. Denn nur kurz darauf begann die BSE-Krise.

1987 hatte Johann Falk den Betrieb in der Weinstraße von seinem Vater August übernommen und erweitert. Der ausgebildete Winzer bewirtschaftete mit Unterstützung aus der Familie zwölf Hektar Ackerfläche mit Getreide und Mais, kümmerte sich um die Rinder und Schweine von kleinauf und kultivierte bis zu vier Hektar Reben. Dazu kam noch das Obst und Gemüse, das die Falks aber im Wesentlichen für sich nutzten. »Wir waren eigentlich Selbstversorger«, sagt Berta Falk.

Strauße 2006 eröffnet

Längst hat Familie Falk ein neues Betätigungsfeld: ihre eigene Straußenwirtschaft, »Zum Mattebur«. Im Jahr 2006, rund eineinhalb Jahre nach dem Verkauf der Schweine, wurde sie eröffnet.
Dabei war Berta Falk die treibende Kraft. »Ich habe es mir ein bisschen erkämpfen müssen«, sagt die 59-Jährige, die eigentlich ausgebildete Familienpflegerin ist. Sie brachte ihren Mann dazu, zusammen einige Straußenwirtschaften in der Region zu besuchen und auch ihn von der Idee zu überzeugen – mit Erfolg.

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Ein Teil der Garage sowie der ehemalige Kuh- und Schweinestall wurden größtenteils in Eigenarbeit und mit Unterstützung der Kinder und der Feuerwehrkollegen umgebaut. Entstanden ist eine Gaststube mit 40 Plätzen und großer Küche. Draußen können die Gäste zuschauen, wie im Steinofen Flammenkuchen gebacken wird. Der ist, und darauf sind die Falks besonders stolz, aus einem selbst hergestellten Teig gemacht.

»Ich denke, wir bereuen es nicht«, resümiert Berta Falk die Eröffnung der Strauße. Die 40 Plätze in der Gaststube sind häufig belegt, und die Leute kommen auch von weiter her. Wenn es nicht schon die Nummernschilder auf den Autos verraten, dass die Gäste aus Freudenstadt, Stuttgart oder aus der Pfalz kommen, dann stellt sich das spätestens im persönlichen Gespräch heraus. Das ist es, was Berta Falk besonders schätzt. »Es lohnt sich, es ist wetterunabhängig und es macht Spaß mit den Leuten«, fasst sie die Vorzüge der Strauße zusammen.

»Wir werden älter«

Und es war auch eine Vorsorge: »Wir werden alle älter«, stellt Berta Falk fest. Die viele Arbeit auf dem Feld sei eben dauerhaft nicht möglich. Außerdem hat Sohn Andreas, der ebenfalls gelernter Winzer ist und im Familienbetrieb mitarbeitet, bereits angekündigt, die Straußenwirtschaft weiterführen zu wollen.

Heute sind Hasen und Hühner die einzigen Tiere auf dem Hof von Familie Falk. Ob sie die Viehzucht vermissen? »Manchmal kommt schon ein gewisser Schmerz«, gibt Johann Falk zu. Dafür hat er jetzt mehr Zeit für die Reben. Die Fläche ist nämlich mittlerweile auf sechs Hektar gewachsen.

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