Neuried

Richtlinien mit einem „Aber“

Autor: 
Stefanie Müller
Lesezeit 3 Minuten
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01. März 2021

Um die Fördergelder der Gemeinde gibt es kein Tauziehen unter den Neurieder Vereinen – dennoch mussten sie überarbeitet werden; und sind noch nicht ganz fertig. ©Stephan Hund

Der Gemeinderat beschließt neue Förderrichtlinien für die Vereine, sieht aber noch Bedarf, nachzubessern. Das sehen die Neurieder Vereine genauso, wie in der Fragestunde klar wurde.

Künftig erhalten die Vereine von der Gemeinde mehr Geld. Das sehen die überarbeiteten Richtlinien zur Vereinsförderung vor. Da damit noch nicht alle zufrieden sind, soll im Laufe des Jahres noch nachgebessert werden.
Seit 2010 gelten die Richtlinien zur Vereinsförderung. Da es von den Vereinen einige Kritikpunkte gab, wurden die Bestimmungen überarbeitet. Der Gemeinderat sprach sich mit einer Gegenstimme und einer Einhaltung dafür aus. Es wurde aber deutlich, dass noch weiter nachgebessert werden muss. 

Neue Richtlinien

„Das war ein längerer Prozess“, sagte Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Wollenbär über die neuen Richtlinien. Ab 2018 wurden die Vereine befragt, und es gab Gesprächsrunden. Ergebnis: Grundsätzlich sind die Vereine mit dem Konstrukt zufrieden. Kritik gab es aber am Fördersatz, Höchstbetrag und vor allem der Ausschlussfrist für weitere Anträge, fasste Rechnungsamtsleiter Andreas Delfosse zusammen. 

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Daher arbeitete die Verwaltung nun eine Neufassung aus, die differenzierter auf die Bedürfnisse der verschiedenen Vereine eingeht. Statt 78 000 Euro werden künftig 90 000 Euro dafür ausgegeben. „Die Befragung ergab, dass den Vereinen die Demografie und der gesellschaftliche Wandel zu schaffen macht“, so Delfosse. Es sei etwa immer schwieriger, Helfer zu finden. Er machte jedoch klar, dass die Gemeinde mit Geld kein ehrenamtliches Engagement kaufen, sondern die Vereine nur bei ihrer Arbeit unterstützen könne. Neben einer finanziellen Hilfe sei außerdem ein Verzeichnis mit Gerätschaften im Gespräch, die von den Vereinen ausgeliehen werden können. Allerdings sei diese noch nicht praxisreif. Auch ein Rathausmitarbeiter, der sich um die Belange der Vereine kümmern solle, stehe noch aus, sei aber ein großes Anliegen des künftigen Bürgermeister Tobias Uhrich.

Dass die neuen Richtlinien noch nicht ganz optimal seien, darauf machte bereits in der Frageviertelstunde Ralf Wendle vom ASV Altenheim aufmerksam. Er hielt die Erhöhung der Beträge für zu gering. „Statt 350 Euro erhalten wir jetzt 430 Euro. Für eine solche kostenintensive Sportart müssten wir eigentlich mehr bekommen, denn die Instandhaltung wird immer teurer“, beklagte er. Außerdem gab er zu bedenken, dass die Zahl der förderfähigen Vereine von 101 auf 79 gesunken sei.

Gemeinderat Bernd Uebel bemängelte außerdem, dass vieles noch nicht geklärt sei, etwa die Hallengebühr und das Engagement der Feuerwehr, zum Beispiel bei Brandwachen. Andreas Delfosse entgegnete, dass man erst einmal die Punkte abgearbeitet habe, die den Vereinen etwas bringen. Andernfalls hätte man noch ein Jahr länger gebraucht. „Die Hallengebühr kann man später noch besprechen“, stellte er in Aussicht.

Auch Jochen Strosack war noch nicht ganz zufrieden mit den Neuerungen: „Die geänderten Richtlinien nehmen vieles auf, aber nicht jedes Problem wird damit gleich gelöst. Da wird man noch nachbessern müssen.“ Das sah auch Alex Fischer so. Er schlug daher vor, die Richtlinien auf ein Jahr zu befristen. Sein Antrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. „Das wäre kontraproduktiv. Wenn die Frist um ist und es noch keine Neufassung gibt, dann erhalten die Vereine gar keine Unterstützung“, meinte Delfosse. Hans-Jörg Hosch pflichtete ihm bei: „Die Richtlinien sind noch nicht fertig, ein Verschieben wäre aber nicht sinnvoll.“

Hintergrund

Das ändert sich bei der Förderung

Die wichtigsten Änderungen: Der Förderbetrag für aktive Jugendliche wird von zehn auf 12,50 Euro erhöht. Für Dusch- und Umkleideräume steigt zukünftig der Fördersatz von 2,50 Euro auf 3 Euro pro Quadratmeter. Bei der Bezuschussung der Sportflächen wird außerdem zwischen pflegeintensiven Sportplätzen und reinen Rasen- oder sonstigen Flächen unterschieden: Bei den pflegeintensiven Sportflächen steigt der Betrag von 0,25 Euro auf 0,30 Euro/m². Für reine Rasen oder sonstige Flächen, die der Sportnutzung dienen, gibt es zukünftig 0,15 Euro/m². Größtes Anliegen der Vereine war die Anpassung der Förderung von Investitionsmaßnahmen. Der Fördersatz steigt daher von zehn auf 20 Prozent und der Förderhöchstbetrag von 10 000 auf 20 000 Euro. Die Sperrfrist für eine erneute Förderung von fünf Jahren entfällt ersatzlos. 
So können Vereine auch bei kurzfristig nötigen Investitionen unterstützt werden. Auch die Beschaffung beweglicher Gegenstände kann ab sofort gefördert werden. Der Mindestförderbetrag für Investitionen liegt bei 1000 Euro. 

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