Elternbegleiter unterstützen Migranten

Rucksack-Programm in Offenburg fördert Integration

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red/pie
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12. Januar 2018
Alle hatten Spaß bei der Winter- und Weihnachtsfeier der Rucksackprogramm-Gruppen.

Alle hatten Spaß bei der Winter- und Weihnachtsfeier der Rucksackprogramm-Gruppen. ©In Via

Seit 2016 führt In Via, Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg e.V., im Auftrag der Stadt Offenburg das  Rucksack-Programm für Familien mit Migrationshintergrund durch.

Einen Rucksack kann man vollpacken mit Informationen und von einem Ort zum anderen, von einer Person zur nächsten tragen. »Das soll Sinnbild sein für das, was wir hier tun«, erklärt Projektleiterin Doris Erk. Denn genau dies machen die sogenannten Elternbegleiterinnen. Sie transportieren das, was die Kinder aktuell in den Kindertageseinrichtungen lernen  und erfahren zu den Eltern.

Die Gruppen treffen sich wöchentlich meist in einem der Stadtteil- und Familienzentren. Damit unterstützt das Rucksackprogramm die Sprach- und Entwicklungsförderung der Kinder,  bietet Platz für Fragen und freien Austausch,  fördert die Elternkompetenz und vermittelt auch Hintergründe verschiedener kultureller Feiern. Die Kinder erleben im Kindergarten die deutsche Kultur, beispielsweise Feste wie Sankt Martin, Weihnachten oder Fasnacht, zu Hause haben sie keinen Ansprechpartner für die behandelten Themen. Viele Väter und Mütter kämen selten zu den Elternabenden, auch weil sie die Sprache nicht gut verstehen, so die Projektleiterin.  »Die Kinder leiden darunter, wenn sie nicht mitmachen dürfen.«  Sie sollten ihre eigene Kultur und Religion behalten, trotzdem sei es für sie wünschenswert, an unseren Bräuchen teilzunehmen, um dadurch  besser integriert zu werden. 

Selbst Migranten

Alle Elternbegleiterinnen sind selbst Migrantinnen, und wurden von In Via für  ihre Aufgabe geschult. Sie  wissen wie es ist, als Fremde nach Deutschland zu kommen, das erleichtert ihnen den Zugang zu den Familien. Besonderer  Wert wird dabei auf die Erstsprache gelegt, denn die Muttersprache gut zu beherrschen hilft den Kindern auch dabei, die deutsche Sprache zu erlernen. 

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Nour Al-Sai aus Jordanien ist eine der Elternbegleiterinnen. Sie lebt seit 13 Jahren in Deutschland und  kann den Eltern von ihren eigenen Erfahrungen berichten. »Ich kann ein Beispiel sein, da ich auch drei Kinder habe, da kann ich meine Message weitergeben, so ist es einfacher«, erklärt sie. 

Wer ist der Nikolaus?

Auch die kulturellen Hintergründe beispielsweise des Sankt Martins-,  des Weihnachtsfestes oder der deutschen Fasnacht hat sie den Familien erklärt und dadurch Vorbehalte abgebaut. Es seien schon Fragen gekommen, wie zum Beispiel: »Was bedeutet die Fasnacht? Dürfen  wir als Muslime da mitmachen? Was ist Kinderpunsch? Wer ist der Nikolaus?« Man versuche die Mütter in die Festvorbereitungen mit einzubeziehen. Auch für die gemeinsame Winter- und Weihnachtsfeier sei  zusammen gebastelt, gebacken, gekocht  worden, Gedichte wurden in der Muttersprache vorgetragen, ein internationale Buffet und das Kuchenbuffet rundeten die Feier kulinarisch ab.

Aktuell gibt es zwei internationale und zwei russische Gruppen mit insgesamt etwa 20 Frauen aus verschiedenen Kulturen. Die Teilnahme am Rucksack-Programm ist für die beteiligten Familien und die Einrichtungen kostenlos. Die Elternbegleiterinnen arbeiten auf Honorarbasis.  Am Rucksack-Programm können nicht nur Mütter mit Kindern im Kindergartenalter teilnehmen, sondern auch Eltern von Kindern, die bereits die erste und zweite Klasse der Grundschule besuchen.

  • Infos: In Via und die Stadt Offenburg planen drei weitere Gruppen. Wer Elternbegleiterin oder Elternbegleiter werden möchte, bekommt nähere  Informationen bei Doris Erk, • 0781/ 91 97 28 33 0, E-Mail: doris.erk@invia-freiburg.de

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